Blechsalat für die Österreicher

Was hatten die Gastgeber der Ski-WM geplant: Elf Wettbewerbe - das ergibt elf Medaillen wenigstens. Österreich scheiterte bislang, ist frustriert.

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  • Rot-weiß-rote Tristesse: Die Trümpfe Anna Fenninger (21) und Hannes Reichelt stachen bislang nicht. Fotos: dpa, afp, Eibner 1/4
    Rot-weiß-rote Tristesse: Die Trümpfe Anna Fenninger (21) und Hannes Reichelt stachen bislang nicht. Fotos: dpa, afp, Eibner
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  • Thomas Gruber berichtet von der Ski-WM 4/4
    Thomas Gruber berichtet von der Ski-WM
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"Ein Fehlstart mit Folgen - zwei Bewerbe ohne österreichische Medaille erhöhen den Druck." Das meinte gestern der "Kurier" nach zwei von elf Rennen bei der Ski-WM in Schladming. Und noch einer: "Blechsalat für die Österreicher", meinten gar die Oberösterreichischen Nachrichten. Die Liste der von Frust gezeichneten Schlagzeilen ließe sich beliebig fortsetzen. Obgleich alle Athleten ihr Bestes geben, wenn sie sich mutig und wohl vorbereitet den Hang an der Planai hinunter stürzen, für die Gastgeber zählt nur eines bei diesem Ski-Championat: Geld. Und die Unterwährung, die lautet nun mal Medaille. Gastgeber Österreich hatte vor der WM verkündet, in jedem Wettbewerb sei wenigstens eine Medaille das Ziel. Zwei Super-G-Rennen sind vorbei, Österreich steht ebenso nackt da wie Deutschland, das sich bislang dürftig präsentierte. "Es ist natürlich schade, dass wir ein bisschen ein dezimiertes Team sind. Aber wir zwei werden unser Bestes geben und die deutschen Fahnen hochhalten", sagte Maria Höfl-Riesch vor der anstehenden Super-Kombination (heute/10/14 Uhr/ARD und Eurosport). Nachdem Gina Stechert wie ihr Bruder (siehe Info) absagte, starten nur noch Höfl-Riesch und Veronique Hronek in der Kombi. Die Stimmung könnte sowohl im deutschen, als auch im österreichischen Lager besser sein. Zwar heizte DJ Ötzi im deutschen WM-Haus dem DSV-Team richtig ein, aber das WM-Fieber ist bereits jetzt gesunken, obwohl noch neun Wettbewerbe ausstehen. Der Gastgeber zeigt sich aufgrund des immensen Drucks angeschlagen, die deutsche Mannschaft hofft auf einen Befreiungsschlag durch Maria Höfl-Riesch.

Die rot-weiß-rote Tristesse machte sich selbst beim gestrigen Abfahrtstraining bemerkbar. Wieder einmal wird im Austria-Team um Startplätze gekämpft. Wertvolle Energie wird verschwendet bis die "Auserwählten" endlich nominiert sind. Wie so oft in der Vergangenheit reiben sich die österreichischen Herren in Qualifikationsrennen auf, um dann "angezählt" und platt eine Abfahrt zu bestreiten. Die ersehnte Medaillen-Flut ist beim Gastgeber bislang ausgeblieben, das soll sich schnellstmöglich ändern. "Lasst euch jetzt nicht hängen", titelte die "OÖ-Nachrichten" und die "Kronenzeitung", die offizielle Zeitung der WM, machte allen mittenmang der rot-weiß-roten Tristesse doppelseitig Mut: "Regina holte den ersten Sieg für Österreich!" Damit wurde die Abfahrtstrainingsbestzeit gehuldigt, die Regina Sterz aufgestellt hatte.

"I werd narrisch", rief einstens ein österreichischer Sportreporter bei einer Fußball-Übertragung ins Mikro. Diese Begeisterung fehlt bislang auch deshalb, weil Patriotismus Schwermut erzeugen kann.

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