Biathlon auf Baustelle

Beim vorletzten Weltcup in diesem Winter dürfen endlich auch die Biathleten Olympia-Luft schnuppern. Das Langlauf- und Biathlonzentrum in Sotschi gleicht aber noch einer großen Baustelle.

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Schnupperkurs am Schwarzen Meer: 338 Tage vor dem Beginn der Winterspiele dürfen nun endlich auch die Biathleten Olympia-Atmosphäre aufsaugen. Ein bisschen zumindest, denn in Sotschi erwartet die Skijäger des Deutschen Skiverbandes (DSV) beim vorletzten Weltcup in diesem Winter auch eine schneeweiße Großbaustelle. Der sportliche Aspekt rückte deshalb vorerst in den Hintergrund.

"Angekommen in Sotschi und jetzt erstmal auf der Baustelle zurechtfinden", schrieb beispielsweise Hoffnungsträger Andreas Birnbacher aus dem oberbayerischen Schleching auf Facebook.

Der frühere Einzel-Vizeweltmeister Christoph Stephan (Oberhof), der nach guten Leistungen im zweitklassigen IBU-Cup in die "erste Liga" zurückkehrt und eine Bewährungschance erhält, stimmte mit ein. "Sotschi - die größte Baustelle, die ich je gesehen habe. Mal sehen, wie die Strecken sind", schrieb der 26-Jährige.

Zumindest die Strecken, dies zeigten die ersten Trainingseinheiten, besitzen schon Olympia-Qualität. Auch deshalb blickt Bundestrainer Uwe Müssiggang mit der Erfahrung von zahlreichen Winterspielen der Generalprobe im Langlauf- und Biathloncenter "Laura" anders als seine Athleten äußerst gelassen entgegen. "Es war ja bekannt, dass noch nicht alles fertig ist. Natürlich gibt es hier und da noch Probleme", sagte der 61-Jährige, "aber die werden das hinbekommen. Wenn man sieht, was hier in dieser kurzen Zeit entstanden ist, bin ich recht zuversichtlich."

Vor den Einzelrennen der Frauen (12.15 Uhr/ZDF) und der Männer (15.30 Uhr/ZDF) am heutigen Donnerstag zeigte sich Müssiggang vor allem von den Dimensionen der Großbaustelle Sotschi aber dann doch irgendwie beeindruckt. "Alles ist drei Nummern größer und fast schon etwas überorganisiert", sagte er, "die ziehen das hier durch wie Olympische Spiele." Unzählige Sicherheitskontrollen und das Pendeln mit der Seilbahn vom Hotel hinauf zum "vorolympischen" Dorf mit den Holzhütten gehören in diesen Tagen zum ganz normalen Wahnsinn.

Rein sportlich vertraut der Bundestrainer der Vorgehensweise der vergangenen Jahre. "Wir haben bei den letzten Weltcups der Saison schon immer auch der zweiten Garde eine Chance gegeben. Mit Blick auf die Leistungen in Oslo wollen wir aber auch in Sotschi auf das Podest. Wenn dann ein Sieg rauskommt, ist das umso schöner", sagte Müssiggang. Das Korsett der DSV-Mannschaft bilden erfahrene Leistungsträger wie Miriam Gössner (Garmisch), Andrea Henkel (Großbreitenbach) oder Birnbacher. Außerdem feiert die 20-Jährige Vanessa Hinz (Schliersee) ihr Weltcup-Debüt.

"Sie soll - ähnlich wie Laura Dahlmeier - die Gelegenheit bekommen, zum Abschluss der Saison weitere wichtige Erfahrungen zu sammeln", sagte Müssiggang, der in Sotschi auf insgesamt 15 Athleten zurückgreifen kann. "Alle sind gesund und freuen sich auf die zukünftigen Olympiastrecken. Man spürt, dass das hier kein gewöhnlicher Weltcup wird", sagte er.

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