Berlin ist das Nonplusultra

Die Konkurrenz hat vor dem Saisonstart mächtig aufgerüstet. Unter anderem kehrte der WM-Held Dennis Endras in die Deutsche Eishockey Liga zurück. Als Titelfavorit gilt aber erneut der Serienmeister Berlin.

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DEG-Teamleiter Walter Köberle (linkes Bild, li.) freut sich mit Campino über die Rettung; Rückkehrer Dennis Endras hat mit Mannheim viel vor. Fotos: dpa, Imago

Vizemeister Adler Mannheim holte Nationaltorwart Dennis Endras aus Finnland zurück, die Nürnberg Ice Tigers kauften bei der Düsseldorfer EG ein, und die Kölner Haie setzen auf ein Schweden-Trio um Turin-Olympiasieger Daniel Tjärnqvist. Die alten und neuen Konkurrenten haben sich massiv verstärkt, doch Serienmeister Eisbären Berlin ist auch in der neuen Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) das Nonplusultra.

"Es gibt mehrere Klubs, die zu den Favoriten zählen", sagte Rick Adduono von den Krefeld Pinguinen und listete vor dem morgigen Saisonauftakt Mannheim, Hamburg und Nürnberg auf, um dann resignierend festzustellen: "Aber am Ende wirds sowieso Berlin."

Im Frühjahr hatten sich die Eisbären erneut zum Meister gekrönt - zum sechsten Mal seit 2005. Seitdem dürfen sich die Berliner alleiniger Rekordmeister der DEL nennen. Und wenn es nach Erfolgstrainer Don Jackson geht, ändert sich in der 19. DEL-Saison nichts. "Der Topfavorit auf den Titel sind die Eisbären", sagte der Amerikaner gewohnt selbstbewusst.

Fast alle seine Kollegen stimmen ihm zu. Zwölfmal wird der Titelverteidiger in einer Umfrage als Titelfavorit genannt. Verfolger Mannheim bringt es auf zehn Nennungen, als Außenseiter gelten der ERC Ingolstadt (6), die Hamburg Freezers (5), Nürnberg (4), Köln (4) und der EHC Wolfsburg (2).

Vizemeister Mannheim, fünfmal DEL-Champion, vermeldete im Sommer den spektakulärsten Transfer: Goalie Endras, vor zwei Jahren beim sensationellen Halbfinaleinzug der Nationalmannschaft bei der Heim-WM der große Held, kehrt nach geplatztem NHL-Traum in die DEL zurück. Von Minnesota Wild zunächst in die unterklassige AHL und dann zu IFK Helsinki abgeschoben, freut sich der Nationaltorwart, "dass alles wieder in geregelten Bahnen ist".

Noch im Januar schien das Überleben der Düsseldorfer EG in der DEL fast ausgeschlossen. Die Etatlücke betrug 2,3 Millionen Euro, der angekündigte Rückzug des langjährigen Hauptsponsors Metro brachte den Traditionsverein an den Rand des Ruins. Doch an der Brehmstraße wurde der Kampf aufgenommen - mit Erfolg: Gewaltige Anstrengungen sicherten der DEG die Lizenz, auch die Punkband Die Toten Hosen mit Frontmann Campino trug zur Rettung bei. "Es war ein hartes Stück Arbeit", sagte Elmar Schmellenkamp, Geschäftsführer der DEG-Eishockey GmbH, als klar war, dass es Düsseldorf weiter Eishockey in der DEL geben wird.

Auf ganz große Einkaufstour ging Nürnberg, nachdem die Ice Tigers erstmals seit zwölf Jahren die Play-offs verpasst hatten. Elf Neue, darunter gleich vier Düsseldorfer, verpflichtete Manager Lorenz Funk. Trainer Jeff Tomlinson kam gleich mit von der DEG. Prominentester Einkauf ist Nationalspieler Patrick Reimer, der auch Kapitän wurde.

Wieder höhere Ziele nehmen auch die Kölner Haie, die vor drei Jahren vor dem finanziellen Kollaps standen, in Angriff. Ex-Bundestrainer Uwe Krupp setzt vor allem auf die Schweden. Neben dem 35-jährigen Tjärnqvist, 2006 Goldmedaillengewinner in Turin, sollen Andreas Holmqvist und Andreas Falk den achtmaligen Meister zu einem Titelanwärter machen. "Wir versuchen, oben ein Wort mitzureden", sagte Krupp. Für den ersten deutschen Stanley-Cup-Sieger steht aber auch fest: "Berlin ist sehr stark."

Allerdings hat Eisbären-Coach Jackson diesmal große Lücken zu füllen. Starverteidiger Richie Regehr (nach Schweden) und die Stürmer Stefan Ustorf und Denis Pederson, denen nach schweren Verletzungen das Karriere-Ende droht, sind kaum zu ersetzen. Zudem ist offen, wann die Langzeitverletzten Sven Felski, Constantin Braun und Darin Olver zurückkehren.

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