Aus nach gut 20 Sekunden

Die erste Medaillenchance bei der Ski-WM ist vertan - und das nicht einmal knapp. Für Maria Höfl-Riesch gab es ein Aus der bitteren Art.

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Es war überhaupt nicht ihr Tag. Nach rund vierstündiger Wartezeit verharrte Maria Höfl-Riesch im Starthaus, bereit endlich den Super G bei der WM in Schladming in Angriff zu nehmen. Jäh wurde sie gestoppt. Hubschrauber-Lärm donnerte den Hang unterhalb der Planai hoch - für Skisportler ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Piste wieder einmal einen abgeworfen hat. "Ich war grad so am Stecken drüber tun", beschrieb Höfl-Riesch etwas umständlich die Szene, als sie sich ins WM-Abenteuer stürzen wollte. Natürlich habe sie dann mitbekommen, dass ihre Freundin-Ex-Freundin-und-jetzt-wieder-Freundin per Heli abtransportiert wurde. "Ich wollte es ausblenden, aber das ist mir nicht gelungen", gab sie frank und frei zu.

Nach gut 20 Sekunden Fahrtzeit kam die Garmisch-Partenkirchenerin unkonzentriert zu sehr in Rücklage. Das nächste Tor war unerreichbar. Sichtlich wütend schlug sie mit dem rechten Skistock in den aufgeweichten Schnee. Weil auch ihre drei Kolleginnen nichts auszurichten hatten an diesem denkwürdigen schwarzen Dienstag, herrschte zunächst einmal eine Mélange aus Ärger, Frust und höflicher Empörung vor. Zu jung ist noch das Großereignis, um schlechter Stimmung zu viel Zeit und Raum zu geben. Schließlich steht schon heute der Männer-Super-G auf dem Programm. Alpin-Direktor Wolfgang Maier ist ohnehin schwer damit beschäftigt, gute Laune verbreiten zu müssen. Weil zur WM ein Interview auftauchte, in dem TV-Experte Markus Wasmeier die Kritik an Höfl-Riesch erneuerte, da sie in ihrem Buch heftig diskutierte Beiträge machte ("der Weltcup ist ein Porno-Zirkus"), und Wasmeier die 28-Jährige zudem als mental nicht so stark wie früher einschätzte, war Ehemann Marcus Höfl auf Konfrontationskurs gegangen. "Dieses Thema lassen wir nicht an die Mannschaft heran", bekräftigte Maier, der betonte, selbst keine Einschätzung zum Buch vornehmen zu können, "weil ich keine einzige Seite davon gelesen habe."

Ob nun Lindsey Vonn mit Schuld am Riesch-Ausfall war oder etwas anderes - mental stark war sie gestern jedenfalls nicht.

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