Angeschlagen,abgeschlagen

Vor einer unlösbaren Aufgabe standen die deutschen Frauen beim WM-Riesenslalom in Schladming: Angeschlagen, abgeschlagen. Es siegte gestern verdient die Französin Tessa Worley.

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  • Schmerz, lass nach: Die geplagte Viktoria Rebensburg (unten) nach der Zieldurchfahrt, Maria Höfl-Riesch (oben) hatte auch nichts zu lachen. Fotos: Imago/dpa 1/3
    Schmerz, lass nach: Die geplagte Viktoria Rebensburg (unten) nach der Zieldurchfahrt, Maria Höfl-Riesch (oben) hatte auch nichts zu lachen. Fotos: Imago/dpa
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    Thomas Gruber berichtet von der Ski-WM
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Hoch waren die Erwartungen, und das auch noch berechtigt: Bei der Weltmeisterschaft in Val dIsere 2009 fuhr Kathrin Hölzl im Riesenslalom Bestzeit: Champion. Die so feine Technikerin fehlt dem DSV-Team seit nunmehr drei Wintern aufgrund von mysteriöser Krankheiten.

Nur ein Jahr nach dem Hölzl-Coup, da ging der Stern der Viktoria Rebensburg bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver auf: Auf dem anspruchsvollen Hang in Whistler Mountain schürfte sie das Riesenslalom-Gold, was einer sportlichen Sensation entsprach.

Nun war also die Hoffnung groß und die Zuversicht auch da, dass die deutschen Starterinnen in der ersten technischen Disziplin bei der Ski-WM in Schladming auch dieses Mal Großes bewerkstelligen könnten. Jedoch, Hölzl fehlte bekanntlich ohnehin, und die 23-jährige Rebensburg kam abgeschlagen auf Rang elf. Im Ziel fiel sie entkräftet auf die Seite, um anschließend zuzugeben, dass sie einen Trainingsunfall bis kurz vor dem Start verheimlicht hatte. Auf die schmalen Rippen war sie geknallt und daher hatte sie allein beim Atmen auf der äußerst anspruchsvollen Planai-Piste erhebliche Probleme.

"Ich habe wirklich gut gekämpft und alles gegeben, aber das muss ich jetzt halt hinnehmen wie es ist", sagte "Vicky" nach Schlussrang elf.

Da zudem Maria Höfl-Riesch mit der "15" eine erbärmliche Startnummer gezogen hatte, war schon nach dem ersten Durchgang klar, dass für den DSV kein weiteres Edelmetall bei dieser bislang so erfolgreichen WM mehr möglich sein sollte. Die dreifache Medaillengewinnerin bei dieser WM wurde letztlich als beste Deutsche Neunte. Wer sich den Team-Wettbewerb am Dienstag genau angeschaut hat, der konnte sehen, dass die Franzosen, die gegen Deutschland hauchdünn im Viertelfinale ausgeschieden waren, mit der Wasmeier-blonden Tessa Worley eine Technikerin am Start hatten, die nicht nur mit dem Hang und den Schneeverhältnissen klar kommt, sondern auch die nötige Leichtigkeit besitzt, die benötigt wird, um große Siege einzufahren. Ihr Carving-Stil beeindruckte in beiden Läufen - und zwar von oben bis unten.

Selbst der den gesamten Winter über dominierenden Slowenin Tina Maze blieb das Nachsehen - Silber war für die designierte Gesamt-Weltcup-Siegerin jedoch ein adäquater Lohn vor der Österreicherin Anna Fenninger, die mit der Bronzemedaille ein ersehntes Trostpflaster einheimste.

Morgen geht für die Frauen die Weltmeisterschaft mit dem Slalom zu Ende. Für Allrounderin Maria Höfl-Riesch ist es dann der sechste Wettbewerb, da muss man ja mal müde werden. Von den deutschen Starterinnen ist auch wieder Lena Dürr dabei, die gestern nach Rang 40 nach dem ersten Durchgang aufgrund von "Kräfte-Sparmaßnahmen" auf den zweiten Lauf verzichtet hatte.

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