"Es wird elektrisierend"

Pat Cortina steht unter Druck. Seit September trainiert er die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, nun wartet der erste Härtetest: Drei Spiele, von denen die Teilnahme an Olympia 2014 in Sotschi abhängt.

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Bundestrainer Pat Cortina baut für die drei Qualifikationsspiele in Bietigheim auf schnelle, laufstarke Spieler. Foto: dpa

Seit 1952 waren immer deutsche Eishockeyteams bei Olympia. Wie schlimm wäre es, wenn Sie die Qualifikation diesmal nicht schaffen?

PASQUALINO "PAT" CORTINA: Wir müssen positiv denken. Falls es nicht klappt, schauen wir uns an, warum nicht. Dann entscheiden wir, wie schlimm es ist. Aber natürlich wäre es schade. Es ist wichtig für Deutschland, ein Eishockeyteam bei Olympia zu haben.

Sie müssen sich gegen die Niederlande, Italien und Österreich durchsetzen. Klingt doch machbar.

CORTINA: Aber das sind gute Teams. Und jedes von ihnen stellt uns vor eine ganz andere Herausforderung. Die Niederlande kommen mit sehr viel Enthusiasmus, völlig ohne Druck. Die haben nichts zu verlieren. Von Italien erwartet auch niemand etwas. Alle reden nur über Deutschland und Österreich, dabei spielt Italien in wichtigen Spielen immer gut. Und zwischen Österreich und Deutschland herrscht eine große Rivalität. Derbys sind immer komische Spiele.

Die deutschen NHL-Spieler sind nicht dabei. Wie sehr fehlen sie?

CORTINA: Es ist natürlich schade, aber wir wussten, dass die Chance sehr klein war, dass sie kommen. Natürlich haben wir davon geträumt, aber eigentlich war ja klar, dass die NHL-Saison nach dem Lockout doch noch beginnen würde und dass die Zeit dann nicht mehr reichen würde.

Noch dazu haben Sie viele Verletzte, darunter Stammspieler wie den DEL-Topscorer Thomas Greilinger.

CORTINA: Das schmerzt, denn es sind wirklich Schlüsselspieler, die fehlen. Aber wir müssen einfach daran glauben, dass wir genügend Spieler dabei haben, um den Job erledigen zu können. Aber klar, wir müssen einige Dinge anders machen, als wir es geplant hatten.

Morgen spielt Ihr Team zum Auftakt gegen die Niederlande. Was müssen Sie bis dahin noch trainieren?

CORTINA: Wir müssen alle Spieler auf einen Stand bringen und das in sehr kurzer Zeit. Deshalb wollen wir sehr einfaches, schnelles Eishockey spielen lassen. Wir üben Unter- und Überzahlspiel, die Abwehr muss sich noch finden und wir müssen an der Chemie innerhalb unserer Stürmertrios arbeiten.

Sie haben Stürmer-Routinier John Tripp nicht nominiert. Warum?

CORTINA: Das war eine sehr schwere Entscheidung. John bringt Größe, Wucht und Leidenschaft mit. Er ist ein Leader. Aber in diesen drei Partien wollen wir ein schnelles, mobiles Eishockey spielen und dafür brauchen wir laufstarke Spieler. Das ist gegen diese Gegner unsere Chance. Aber die Geschichte von John Tripp und der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ist noch nicht vorüber.

Sie sind schon zum zweiten Mal mit dem Nationalteam in Bietigheim. Wie finden Sie die neue Halle?

CORTINA: Eine schöne Halle, sehr funktional, aber bisher waren nie Menschen da. Erst die Zuschauer machen so eine Halle zu etwas Besonderem. Es wird elektrisierend, wenn die Fans da sind.

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