Biathlon: Marina Sauter fährt zur WM

Es hat geklappt: Marina Sauter fährt als erste Ulmer Biathletin zu einer Junioren-Weltmeisterschaft. Die 18-Jährige wurde vom Deutschen Ski-Verband für die Titelkämpfe in den Karpaten nominiert.

UTE GALLBRONNER |

Der Anruf kam am Abend: Marina Sauter gehört zu den sechs Athletinnen, die bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Cheile Gradistei die deutschen Farben vertreten. „Ich war schon sehr überrascht, obwohl ich gute Rennen am letzten Wochenende im Martelltal gemacht habe“, sagt die 18-Jährige.

Denn vor eineinhalb Jahren war Marina Sauter an einem Tiefpunkt. Schon länger hatte sie mit Schmerzen im Fuß zu kämpfen gehabt, die immer unerträglicher wurden. Die Verletzung stellte sich schließlich als Fußwurzelfraktur heraus, die Sehne im Sprunggelenk war ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Im September entschloss sie sich zur Operation.

„Nach der OP war es schon schwer. Ich hatte Bedenken, dass ich den Anschluss verpasse“, erinnert sich Marina Sauter. Mit der Zeit sei es „nervig“ gewesen, immer nur alleine Armkraft zu trainieren.“ Trotzdem schaffte sie noch im Winter die Rückkehr bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften als sie Dritte im Einzel sowie Zweite in der Staffel mit Janina Hettich und Christin Maier wurde. Die beiden fahren ebenfalls nach Rumänien, womit der Skiverband Baden-Württemberg die meisten Starterinnen stellt.

Angefangen hat für Marina Sauter alles im Mai 2007, als sie zur alljährlichen Sommersichtung ans Pistenbully-Zentrum in Dornstadt gekommen war. „Mir war gleich klar: Das ist mein Sport“, erinnert sie sich: „Als Werner Rösch mich dann gefragt hat, ob ich wiederkomme, hab’ ich sofort ja gesagt.“ Bei Stützpunktleiter Werner Rösch lernte Marina Sauter die Grundlagen und feierte bald die ersten Erfolge. In der Saison 2012/13 qualifizierte sie sich für den Landeskader, machte den Realschulabschluss und hatte so die Chance ans Skiinternat Furtwangen zu gehen. Marina Sauter griff zu, bereitet sich nun am Wirtschaftsgymnasium aufs Abitur vor und hat zugleich optimale Trainingsbedingungen. Jeden Nachmittag ist Training, dazu in Freistunden, Hausaufgaben werden abends gemacht, ebenso wie dieNacharbeiten,die anfallen, wenn längere Wettkampfphasen oder Trainingslager anstehen.

Trotzdem war Marina Sauter im Sommer noch oft einsam unterwegs. „Ich konnte noch nicht joggen und auf der Bahn trainieren. Meistens bin ich alleine Rad gefahren oder gerollert.“ Erst in den Ferien, als der Kader mit den Skirollern in Frankreich unterwegs war, konnte sie alle Umfänge mitmachen. „Bei den langen Belastungen hatte ich aber immer noch Schmerzen. Deshalb war ich selbst überrascht, welches Leistungsniveau in diesem Winter schon möglich ist“, sagt die 18-Jährige. Aktuell führt sie die Rangliste im Deutschland-Pokal an, zeigte zuletzt beim Qualifikationswettkampf im Martelltal nochmals starke Leistungen. Deshalb bekommt sie nun ihre Chance.

Am Samstag fährt das Nationalteam nach Seefeld, wo noch eine Woche trainiert wird. „Am 23. Januar fliegen wir nach Rumänien“, erzählt Marina Sauter, die sich erst einmal einen flugtauglichen Transportkoffer für ihr Gewehr besorgen musste. Den hat sie sich nun bei Teamkollegen vom DAV Ulm geliehen.

Ihren ersten Einsatz hat die Ulmerin am 27. Januar im Einzel der Jugend. Es folgt am 30. der Sprint, am 31. die Verfolgung. „Mein Ziel ist es, die Ergebnisse aus den Quali-Rennen zu bestätigen“, sagt Marina Sauter: „Ich will einfach gute Wettkämpfe machen.“

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