„Etwas ganz, ganz Besonderes“: Röhlers Super-Wurf von Doha

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Thomas Röhler warf den Speer beim Diamond-League-Meeting in Doha auf 93,90 Meter. Foto: Diego Azubel

Nach seinem Höhenflug von Katar hatte Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler bereits am Samstagfrüh wieder heimatlichen Boden unter den Füßen.

„Es war ein sehr, sehr sauberer Wurf. Ein sehr schöner Einstieg in die Saison“, sagte der 25-Jährige aus Jena der Deutschen Presse-Agentur, bevor er in Frankfurt/Main wieder Richtung Leipzig abhob. Mit seinen 93,90 Metern von Doha hatte Röhler einen deutschen Rekord aufgestellt und die zweitbeste Weite der Leichtathletik-Geschichte erreicht. Und das bei seinem ersten Wettkampf in diesem Jahr: „Das ist schon etwas ganz, ganz Besonderes“, sagte der Thüringer.

„Thomas Röhler lässt die Welt staunen.“ So überschrieben die Veranstalter der Diamond-Legaue-Serie ihre Mitteilung zu seinem Coup. Und das Fachportal leichtathletik.de twitterte: „Bitte Sicherheitsabstand halten vor diesem Raketenstart!“ Röhler untermauerte mit dem Rekord-Wurf auch seine Favoritenrolle für die Weltmeisterschaften im August in London.

Im vierten Versuch übertraf er die Bestmarke des Wattenscheiders Raymond Hecht von 92,60 Metern aus dem Jahr 1995. Stolz posierte er später vor der Anzeigetafel mit der neuen Bestmarke. „Das habe ich nicht kommen sehen“, sagte Röhler. „So nah an jemand wie Jan Zelezny dran zu sein, das ist schon etwas ganz Besonderes.“ Wenige Tage zuvor hatte er noch betont, man dürfe nicht erwarten, dass er gleich 88, 89 Meter raushaue.

Zelezny, der dreimalige Olympiasieger und Weltmeister aus Tschechien, hält den Weltrekord seit mehr als 20 Jahren mit immer noch weit entfernten 98,48 Metern. Röhlers bisherige Bestmarke lag bei 91,28 Metern.

Der Olympia-Vierte Johannes Vetter aus Offenburg stellte als Zweiter von Doha mit 89,68 Metern eine persönliche Bestweite auf. Dritter wurde der Tscheche Jakub Vadlejch mit 87,91 Metern. „Ich war einfach gefordert, das Ding zu gewinnen. Wir haben uns gegenseitig gepuscht“, sagte Röhler, der direkt aus dem Trainingslager in Südafrika angereist war, über Vetter. Er erklärte die großartige Weite auch mit dem ausgiebigen Techniktraining: „Wenn du es mal raus hast, dann kann der Speer auch weiter fliegen.“

Ein deutscher Rekord gelang kurz nach Röhlers Coup auch Gesa Felicitas Krause über 3000 Meter Hindernis. Die Europameisterin verbesserte als Siebte ihre eigene Bestzeit auf 9:15,70 Minuten. Die 24-Jährige aus Trier war bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro in der damaligen Rekordzeit von 9:18,41 Minuten Sechste geworden. Das Rennen in Doha gewann Hyvin Kiyeng aus Kenia in 9:00,12 Minuten.

Dennoch machte Krause ihrem Ruf als beste europäische Läuferin wieder einmal alle Ehre. „Das war auf jeden Fall eine Überraschung“, sagte Krauses Trainer Wolfgang Heinig. „Wir hatten aber vereinbart, dass wir nicht so verhalten in die Saison hineingehen.“

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