Tränen nach dem WM-Aus im Viertelfinale

Die deutschen Handballerinnen sind nach einem finalen Krimi mit 28:31 (17:17) gegen Dänemark im WM-Viertelfinale ausgeschieden. Halbfinal-Gegner morgen sind die überraschend starken Brasilianerinnen.

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Aus der Traum von einer Medaille: Deutschlands Handball-Frauen sind bei der Weltmeisterschaft in Serbien gestern Abend nur einen kleinen Schritt vor dem Halbfinale ausgeschieden. Ein Dutzend Treffer von Susann Müller waren zu wenig, um in Novi Sad die 28:31 (17:17)-Niederlage im Viertelfinale gegen Dänemark zu verhindern.

In den letzten Minuten verspielte die deutsche Mannschaft eine 26:14-Führung und muss nach der ersten Niederlage im siebten Turnierspiel bereits am heutigen Donnerstag die Heimreise antreten. Nach der Enttäuschung kullerten bei einigen Spielerinnen Tränen.

Dänemark trifft nun am morgigen Freitag im Semifinale auf Brasilien. Der Olympia-Gastgeber hatten ebenso wie die anderen beiden Halbfinalisten Polen und Serbien für faustdicke Überraschungen gesorgt. Der EM-Fünfte bezwang in Belgrad Ungarn mit 33:31 (29:29, 26:26, 12:11) nach zwei Verlängerungen und ist zehn Jahre nach Südkorea das zweite nicht-europäische Team, das in einem WM-Halbfinale steht. Die Asiatinnen hatten 1995 den WM-Titel gewonnen und waren 2003 Dritter geworden.

Zuvor hatte Polen in Novi Sad mit 22:21 (11:8) den WM-Zweiten Frankreich ausgeschaltet und erstmals ein WM-Halbfinale erreicht. Die Polinnen mit den Bundesliga-Spielerinnen Karolina Kudlacz und Karolina Szwed-Orneborg (Leipzig) sowie Anna Wysokinska (Bietigheim) treffen morgen auf Serbien. Der Gastgeber bezwang vor der Weltrekord-Kulisse von 15 923 Zuschauern Titelverteidiger Norwegen mit 28:25 (16:15). Der alte Bestwert lag bei 13 400 Zuschauern vom EM-Halbfinale Serbien gegen Montenegro im Vorjahr.

Die deutschen Handball-Frauen starteten ihr Unternehmen Halbfinale hochmotiviert, aber einmal mehr sehr unglücklich. Zum einen lief der Spielaufbau zunächst unpräzise und nervös. Zum anderen schaffte es das DHB-Team, bis zur Mitte der ersten Halbzeit wieder siebenmal Latte oder Pfosten zu treffen. Dies gab den Däninnen ihre schärfste sportliche Waffe in die Hand: Das Konterspiel. So geriet die deutsche Mannschaft im Schnelldurchgang mit 0:3 (4.), 3:6 (9.) und schließlich 7:11 (18.) ins Hintertreffen. Bundestrainer Heine Jensen reagierte mit einer Auszeit, mahnte seine Spielerinnen zu mehr Konzentration in Angriff und Abwehr sowie größerer Präzision beim Torwurf.

Fortan lief es besser. Nach einem weiteren Zwischentief beim 11:14 (21.) holte der EM-Siebte Tor um Tor auf. Mit ihrem fünften Treffer verkürzte die beste WM-Torjägerin, Susann Müller, auf 13:15 (23.). Und mit drei Toren in den letzten vier Minuten erkämpfte sich die deutsche Mannschaft zur Pause mit 17:17 den ersten Ausgleich.

Nach der Pause markierte Rückraumspielerin Müller beim 18:17 (32.) die erste Führung, die aber nicht lange von Bestand war. Beide Teams waren sich ebenbürtig, weil die deutsche Mannschaft weniger Fehler machte. Bis zu den letzten fünf Minuten, in denen nach dem 27:27 (55.) nur noch ein Treffer gelang. Das war allerdings viel zu wenig für den erhofften Sieg.

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