Sieg in Kiel: Hannover-Burgdorf mischt die Liga auf

|
Sorgt mit dem TSV Hannover-Burgdorf in der Handball-Bundesliga für Furore: Trainer Carlos Ortega. Foto: Silas Stein  Foto: 

Die Spieler des THW Kiel verschanzten sich unmittelbar nach der Niederlage in ihre Kabine. Bloß nichts sagen. Zu tief saß der Stachel aus Enttäuschung, Wut und Ratlosigkeit.

Die 29:31-Heimpleite gegen die TSV Hannover-Burgdorf wurmte den Handball-Rekordmeister enorm. „Das war nicht unser Plan. Wir sind total enttäuscht“, gestand THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg, nachdem sich die Mannschaft einigermaßen gesammelt hatte.

Für die Kieler hat es wie im Vorjahr begonnen. Drei Spiele, eine Niederlage. Dabei sollte die Umbau- und Findungsphase der vergangenen Saison, als sieben Niederlagen geschluckt werden mussten und am Ende nur Platz drei für den 20-maligen Meister heraussprang, jetzt beendet sein. Der Angriff auf die Meisterschale ist jedoch schon kurz nach dem Start ins Stocken geraten.

Es hapert nach wie vor im Spiel des THW. „Der Angriff war nicht der Schwachpunkt. Wir haben 29 Tore gemacht“, erklärte Ekberg. Schon gegen den SC Magdeburg einen Spieltag zuvor hatte der THW Schwächen in der Abwehr offenbart. „Wir sind einfach nicht in die Bewegung gekommen und konnten so unseren Torhütern nicht helfen“, schimpfte Trainer Alfred Gislason. Ob dem Isländer das anschließende Glas Wein auf seinen 58. Geburtstag schmeckte, ist nicht überliefert.

Was Hannover-Burgdorf derzeit abliefert, ist aller Ehren wert. Erst der Sieg über Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, dann der Erfolg gegen Wetzlar, schließlich der Coup in Kiel. Es war der erste Sieg über den THW überhaupt. „Ein sensationeller Start!“, schwärmte der elffache Torschütze Kai Häfner. Sein Team ist Tabellenführer.

„Wir dürfen nicht vergessen: Hannover war nach der Hinrunde der Vorsaison Fünfter. Das ist ihr wahres Leistungsvermögen und nicht das, was wir in der letzten Rückrunde gesehen haben“, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL. Die Recken, wie sich die Hannoveraner nennen, gewannen in der zweiten Saisonhälfte nicht ein Spiel, kassierten 14 Niederlagen und stürzten ab. Es folgte der Wechsel von Trainer Jens Bürkle zum Spanier Carlos Ortega, und vieles wurde vom Kopf auf die Füße gestellt.

Die Bundesliga profitiert von der neuen Lage. Es wird bunter, spannender. „Es tritt ein, was wir vorausgesagt haben: Das Titelrennen wird ausgeglichener. Es gibt Top-Mannschaften wie lange nicht“, sagte Bohmann. „Ich halte es für möglich, dass wir am Saisonende einen anderen Meister haben als Kiel, Flensburg oder Rhein-Neckar Löwen.“ Bohmann sieht die Füchse Berlin, Melsungen, Magdeburg und Göppingen in der Lage, nach der Schale zu greifen. Hannover, Wetzlar und Leipzig, so der Geschäftsführer, seien dabei Teams, „die den Großen ordentlich einheizen“ werden.

Spielplan Handball-Bundesliga

Tabelle Handball-Bundesliga

Kader THW Kiel

Kader Hannover-Burgdorf

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Weihnachtsmarkt eröffnet am Montag

Kürzer, größer, sicher: 26 Tage dreht sich ab Montag auf dem Ulmer Münsterplatz alles um Glühwein, Wurst und Co. Betonwände sollen vor Terror schützen. weiter lesen