Wiedersehen von kurzer Freude: Ex-Trainer schlägt Flensburg

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Ljubomir Vranjes besiegte mit seinem neuen Klub Veszprem seinen alten Arbeitgeber Flensburg. Foto: Axel Heimken  Foto: 

Trainer Ljubomir Vranjes hatte Hochachtung vor seiner alten Mannschaft - und auch ein wenig Mitleid. „Wir mussten alles tun, um dieses Spiel zu gewinnen“, gab der Coach von Ungarns Handball-Rekordmeister Telekom Veszprem zu und lobte sein ehemaliges Team SG Flensburg-Handewitt.

„Man kann der SG gratulieren: Sie hat es uns sehr schwer gemacht.“ Die Norddeutschen hatten die Partie in der Champions League hauchdünn mit 27:28 (14:15) bei den Ungarn verloren. Vranjes war im Sommer dieses Jahres nach elfjähriger Tätigkeit und vier Titelgewinnen bei der SG nach Veszprem gegangen.

Seine neue Mannschaft ist mit zwei Siegen optimal in den diesjährigen Durchgang der Champions League gestartet. Die Flensburger haben nur einen Erfolg auf dem Konto. Ihre Niederlage in Veszprem kommt nicht überraschend. Ungarns Meister zählt nach vier Endrunden-Teilnahmen in Serie zu den Titelfavoriten. Zweimal stand er im Finale, jetzt will er den Pokal. Deshalb wurde Vranjes geholt, der mit den Flensburgern 2014 die Königsklasse gewann.

Vranjes war aber auch erleichtert, dass sein neues Team mit Spielern aus zehn Nationen den Widerstand des deutschen Rivalen brechen konnte. In der zweiten Halbzeit lagen die Flensburger mit vier Toren vorn und hatten den Sieg vor Augen. „Die Flensburger haben eine starke Leistung gezeigt“, sagte Vranjes und hob Torhüter Mattias Andersson hervor. Sein schwedischer Landsmann parierte 19 Würfe und stach seinen Gegenüber klar aus.

Flensburgs Chefcoach Maik Machulla, in den Jahren zuvor Vranjes Co-Trainer, bedankte sich für die netten Worte, richtige Freude kam bei ihm aber nicht auf. „Unser Team hat wirklich einen tollen Job abgeliefert und hatte sicherlich etwas Zählbares verdient. Aber so ist nun einmal unser Sport“, meinte der 40-jährige alte Machulla enttäuscht. Aufmunterung kam von SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke: „Wir haben gesehen, dass wir in jeder Halle Europas bestehen können.“

Noch nie hat Flensburg in der Königsklasse in Veszprem gewonnen. Als angenehm empfindet Vranjes die Leiden seines Ex-Clubs nicht. Die SG geht ihm immer noch nahe. „Du kannst elf Jahre nicht vergessen. Meine Familie und ich haben noch viele Freunde dort“, meinte der 43-jährige Schwede über seine Flensburger Vergangenheit.

Vielleicht war es auch eine Frage der Kraft, dass die Flensburger ihren Vorsprung nicht über die Zeit retten konnten. Knapp 48 Stunden zuvor hatten sie das Bundesliga-Topspiel bei der MT Melsungen (30:25) bestritten. „Wir hatten eine Reise und ein sehr anspruchsvolles Auswärtsspiel in Melsungen zu verkraften, während sich unser Gegner eine Woche lang vorbereiten konnte“, haderte Schmäschke mit den unterschiedlichen Ausgangspositionen.

Die Belastungen der deutschen Top-Vereine sind seit Jahren ein Zankapfel. Nicht zuletzt deswegen kehren Top-Spieler der Bundesliga den Rücken. Woanders gibt es weniger Spiele, aber mehr Geld. Flensburgs Franzose Kentin Mahé wird das bestätigen. Er geht im Sommer 2018 zu Telekom Veszprem.

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