Handball-Trio will sich juristisch zur Wehr setzten

Balingen, Melsungen und Saarlouis wollen die Entscheidung, dass der HSV nun doch die Lizenz für die Handball-Bundesliga erhält, nicht akzeptieren.

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Melsungens Trainer Michael Roth wundert sich über das Urteil.  Foto: 

Die Entscheidung des unabhängigen Schiedsgerichts der Handball-Bundesliga (HBL), dem HSV Hamburg in der dritten Instanz die Lizenz zur 1. Bundesliga zu erteilen (wir berichteten) stößt vielerorts auf Unverständnis. Nicht nur beim HBW Balingen/Weilstetten, der nun vermutlich den Gang in die 2. Liga antreten muss. Auch die MT Melsungen und die HG Saarlouis wurden von dem Urteil überrascht. Die Melsunger wären im Falle einer Bestätigung der ersten beiden Instanzen im internationalen EHF-Cup gestartet, Saarlouis wäre in der 2. Liga geblieben.

Alle drei Vereine wollen nun ihrerseits rechtliche Schritte ergreifen. "Wir werden die Entscheidung auf jeden Fall nicht tatenlos akzeptieren", sagte HBW-Geschäftsführer Bernd Karrer. Genau wie die Balinger konnten auch die Melsunger die Kehrtwende im Fall des finanziell stark angeschlagenen und von der Insolvenz bedrohten HSV nicht nachvollziehen. "Das ist blamabel und spricht nicht gerade für die HBL. Irgendetwas stimmt da nicht", sagte MT-Trainer Michael Roth.

Sein Balinger Kollege sieht es ähnlich. "Die Entscheidung verwundert mich doch sehr", sagte Markus Gaugisch, der die mangelnde Transparenz bei der Entscheidungsfindung des Schiedsgerichtes bemängelte.

Zwar ist der Abstieg nicht endgültig besiegelt, zumal der HSV bis zum 1. Juli liquide Mittel in Millionenhöhe nachweisen muss. Doch die Balinger hängen sportlich weiterhin in der Luft. An eben diesem 1. Juli wird Gaugisch in die Vorbereitung starten. Gut möglich, dass er seinen Spielern, die teils Verträge nur für die 1. Liga besitzen, zum Start nicht sagen kann, in welcher Liga der HBW spielen wird.

Der Imageschaden für die HBL ist jedenfalls bereits jetzt immens. "Nach diesem Urteil können wir niemand mehr die Lizenz verweigern", sagte HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser.

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