Für Torhüter Wolff ist klar: Das Kieler Handball-Imperium schlägt zurück

Die Klubs fiebern dem Saisonstart der Europameister-Liga entgegen. Experten rechnen mit einem Dreikampf zwischen Kiel, Flensburg und den Löwen.

|
Immer für ein Selfie mit den Fans gut: Der Nationaltorhüter Andreas Wolff setzt auf seinen neuen Klub Kiel, wenn es um den Titel geht.  Foto: 

An seiner Mission lässt Andreas Wolff nicht den geringsten Zweifel. „Ich sehe ganz klar die Kieler vorne“, sagte der neue Torwartstar des deutschen Rekordmeisters. Die Prognosen vieler Experten sind ihm egal, für Wolff steht fest: Nach der Nullrunde im Vorjahr schlägt das Kieler Handball-Imperium nun zurück.

„Ich habe davon gehört, dass die SG Flensburg-Handewitt der Favorit sein soll und nicht mehr der THW Kiel, aber ich denke nach der Hinrunde wird jeder sehen, dass am THW kein Weg vorbeiführt“, sagte Wolff im Brustton der Überzeugung. Keine zwei Wochen nach dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille mit der Nationalmannschaft brennt der Handballer des Jahres auf den Saisonstart der Europameister-Liga. Seine Mannschaft, so Wolff, habe „das Potenzial, kein Spiel zu verlieren“. Nach Platz drei im Vorjahr und der ersten titellosen Spielzeit seit 13 Jahren sind die Zebras hungrig. Wolff und Co. wollen die Verhältnisse im deutschen Handball wieder gerade rücken und die Rhein-Neckar Löwen nach deren Meister-Coup unbedingt vom Sockel stoßen.

Machtwechsel? In Kiel ein Unwort. Und so erinnert Trainer Alfred Gislason gern an das Jahr 2011, als der HSV Hamburg die Phalanx der Kieler kurzzeitig brach. „Auch damals wurde von einer Wachablösung gesprochen. Was folgte, war die erfolgreichste und beeindruckendste Spielzeit der Vereinsgeschichte“, sagte der Isländer der Handballwoche. Wohl wahr: In der Folge-Saison holte der THW das Triple und schrieb mit 68:0-Punkten in der Liga deutsche Sportgeschichte.

Nationalspieler Wolff, der im Sommer von der HSG Wetzlar nach Kiel wechselte und dort mit Olympiasieger Niklas Landin fortan wohl das beste Torwartgespann der Welt bildet, ist einer von drei hochkarätigen Neuzugängen des THW. Christian Zeitz kehrte nach zwei Jahren vom ungarischen Spitzenklub MKB Veszprem an die Förde zurück, vom VfL Gummersbach kam Linksaußen Raul Santos als Nachfolger Dominik Kleins (Nantes). Zudem wurden die hoffnungsvollen Talente Lukas Nilsson und Nikola Bylik (beide 19) verpflichtet.

Löwen-Coach Nicolaj Jacobsen, der die Mannheimer nach der ersten Meisterschaft am Mittwoch auch zum ersten Supercup-Sieg (27:24 gegen Pokalsieger SC Magdeburg) geführt hat, spricht von einer „Transferoffensive des THW“. Der Kieler Kader „nimmt ja mittlerweile die Dimensionen eines Eishockey-Kaders an. Da stehen mehr Linkshänder im Aufgebot, als wir Rückraumspieler haben. Das sagt doch schon alles“, meinte der Däne.

Doch auch die Löwen starten ihr Unternehmen Titelverteidigung mit einem starken Kader. Der Abgang von Kapitän Uwe Gensheimer (Paris) wurde mit Rückkehrer Gudjon Valur Sigurdsson nahezu gleichwertig kompensiert, und mit Keeper Andreas Palicka wechselte ein schlachtenerprobter Kieler (2008 bis 2015) nach Mannheim. „Es wird einen Dreikampf zwischen Flensburg, Kiel und uns geben“, prognostiziert Jacobsen: „Für die Flensburger spricht, dass sie eingespielt sind und über einen sehr großen Kader verfügen.“

Tatsächlich gab es beim Vizemeister kaum Fluktuation. Zudem hat das Team von Coach Ljubomir Vranjes seit 17 Ligaspielen nicht mehr verloren, ist in der HBL in diesem Jahr sogar noch ungeschlagen. „Wenn ich wetten müsste, wäre Flensburg bei mir auf Platz eins“, sagte Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar. Auch der frühere Weltklasse-Linksaußen freut sich auf einen „spannenden“ Dreikampf – Kretzschmar ist sich sicher: „Es wird eine geile Saison.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kritik an Plänen für den Ulmer Bahnhofplatz

Was die Ulmer Stadtverwaltung am Bahnhofplatz vorhat, gefällt nicht allen Stadträten. Kritik ernten vor allem das Dach und die Haltestellen. weiter lesen