Frankreich: Skandal schützt nicht vor Leistung

Viele Handball-Nationen hatten gehofft, dass nach dem Olympiasieg bei Frankreich Stars aufhören. Doch bei der WM spielen die üblichen Verdächtigen - inklusive des in den Wettskandal verwickelten Karabatic.

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    Aller Unruhen zum Trotz: Nikola Karabatic ist am Ball. Foto: dpa
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Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Der Gerichtstermin des französischen Handball-Superstars Nikola Karabatic findet zwei Tage nach dem WM-Finale statt. Der 28-Jährige muss dann im Wettskandal um den französischen Serienmeister Montpellier aussagen. Sein Bruder Luka (24) muss bereits am 24. Januar vor dem Richter erscheinen - aber der ist ja auch kein Nationalspieler.

Der Wettskandal hatte im September den französischen Handball erschüttert. Sieben Spieler des Vorzeigeklubs Montpellier oder deren Familienangehörigen sollen auf die 28:31-Niederlage beim Abstiegskandidaten Cesson-Sévigné gesetzt haben. An drei verschiedenen Orten wurden ungewöhnlich hohe Einsätze auf eine Niederlage und einen Rückstand zur Halbzeit platziert. So wurden mehr als 250 000 Euro gewonnen.

Nikola Karabatic, der Tunesier Issam Tej und der Slowene Dragan Gajic bestreiten, selber gewettet zu haben. Deshalb steht das Trio weiterhin bei Montpellier, das 2003 die Champions League gewonnen hat und in den vergangenen 18 Jahren 14 Mal Meister wurde, unter Vertrag. Luka Karabatic, Mladen Bojinovic, Samuel Honrubia und Primoz Prost, die zugaben, gewettet zu haben, hatten den Verein ohnehin schon verlassen oder wurden nach Bekanntwerden der Vorfälle entlassen. Torhüter Prost ist beim Bundesligisten HSG Wetzlar im Gespräch.

Allen Spielern droht eine Sperre von sechs Spielen in der französischen Liga. Sollten die Akteure des Betrugs überführt werden, würden Haftstrafen auf Bewährung und Geldstrafen warten. Die anstehende Anhörung scheint Karabatic bei der WM nicht zu stören.

Dominik Klein, der mit dem Welthandballer von 2007 beim THW Kiel gespielt hat, glaubt nicht, dass der Vorfall seinen Ex-Kollegen beeinflusst. "Er trägt Handball im Herzen. Er will nur Handball spielen", sagt der deutsche Linksaußen. In der kommenden Saison könnte das Duo wieder gemeinsam für Kiel auflaufen, hat aber noch kein Angebot des THW vorliegen. Karabatic, der sich in Montpellier mit Trainer und Manager Patrick Canayer überworfen hat, sucht einen neuen Verein.

In Spanien hat der Titelverteidiger, der zum dritten Mal in Serie Weltmeister werden kann, überzeugt. Dabei konnte Trainer Claude Onesta bislang sogar Narcisse über weite Strecken schonen, der wegen einer Oberschenkelprellung noch nicht hundertprozentig fit ist. Heute geht es um 18.15 Uhr (ARD) gegen das DHB-Team. "Deutschland ist unser erster großer Gegner in diesem Turnier", so Karabatic.

Nach dem Olympiasieg von London war die Hoffnung vieler Handball-Nationen groß, dass mancher Star der Franzosen nach der Goldmedaille die Karriere im Nationalteam beendet. Doch daraus wurde nichts. Narcisse erklärt, warum die Rücktrittswelle nach den Olympiasiegen (2008, 2012), den WM-Titeln (2009, 2011) und dem Erfolg bei der EM 2010 ausblieb: "Es macht uns allen immer Spaß für Frankreich zu spielen." Zudem benötige ein Umbruch Zeit. "Die WM ist sechs Monate nach Olympia. So schnell geht das nicht", erklärt der 33-Jährige.

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