Die spanischen Stars flüchten ins Ausland

Die spanischen Sportvereine bekommen die Finanzkrise zu spüren. Vielen Klubs geht es schlecht, die besten Handballer wechseln ins Ausland.

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Seit 28 Jahren ist Joseph Blanchart Manager beim spanischen Handball-Erstligisten BM Granollers - noch nie war die wirtschaftliche Situation für seinen Klub so schwierig wie jetzt. "Es geht nicht nur uns schlecht. Auch andere Vereine, egal ob im Handball, Basketball oder Fußball haben Probleme", sagt der 57-Jährige. Klubs wie der FC Barcelona oder Atlético Madrid sind die Ausnahme. BM Granollers, elfmaliger Meister, hat in den vergangenen zwei Jahren rote Zahlen geschrieben, nun steht der Verein unter spezieller Beobachtung der spanischen Liga Asobal.

Als sich Spanien vor zweieinhalb Jahren als Ausrichter der Handball-WM beworben hatte, hatte die Wirtschaftskrise die Südeuropäer noch nicht so hart getroffen. Mittlerweile gehört der Sport mit zu den Leidtragenden der Finanzkrise. "Es ist nicht der beste Zeitpunkt für eine WM in Spanien", sagt Blanchart, der als Wettkampfmanager fungiert und in der Geschäftsführung der Liga Asobal sitzt.

Dass seine Heimatstadt Austragungsort ist, ist für ihn selbstverständlich. "Ich kann mir gar keine Handball-WM ohne Granollers vorstellen." Stolz erwähnt Blanchart, dass bereits bei den Olympischen Spielen 1992 die 60 000-Einwohner-Stadt Austragungsort war. "Welche Stadt von dieser Größe kann sagen, dass Olympische Spiele und eine Weltmeisterschaft hier stattgefunden haben?", fragt Blanchart.

Anderen spanischen Städte scheinen solche Dinge nicht so wichtig. León und Valladolid, ebenfalls Heimat von traditionsreichen Erstligisten, haben als Austragungsort abgewunken. Das finanzielle Risiko war ihnen zu groß. In Granollers sind sie mit ihrer Entscheidung zufrieden. Aus dem 120 Kilometer entfernten Frankreich reisen viele Fans an, um ihre Teams zu unterstützen.

Blanchart glaubt fest daran, dass es irgendwann wieder aufwärts geht: "Aber das wird langsam geschehen." Bis dahin werden die besten spanischen Handballer weiterhin ins Ausland wechseln, vor allem nach Frankreich. Der Manager sieht darin jedoch eine Chance für die jungen Spieler - und damit für seinen Verein, der als Talentschmiede bekannt ist. "Aber die Situation ist nicht einfach"

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