Auf zu neuen Ufern

Im deutschen Frauen-Handball bricht eine neue Zeitrechnung an: Unabhängig vom Ergebnis bei der WM in Serbien hat das Team von Bundestrainer Heine Jensen beste Perspektiven auf dem Weg zu den großen Zielen.

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Heine Jensen sitzt in der Lobby des vornehmen Hotelparks in Novi Sad, nippt genüsslich an seinem Glas Cola und lächelt entspannt. Die Zukunft? Auf diese Frage hatte der Bundestrainer der deutschen Handball-Frauen gewartet. "Da ist mir nicht bange. Unser jetziger Kader kann ohne Probleme das Grundgerüst für 2017 sein", sagte Jensen. Spätestens bei der Heim-WM in vier Jahren will er mit seinem Team um den Titel spielen - die Voraussetzungen dafür sind geschaffen.

"Das Turnier hier in Serbien stärkt den Glauben an das Team und an das, was wir zusammen gemacht haben in den letzten Jahren - ganz unabhängig vom Ausgang", sagte Jensen. Das beste Abschneiden einer deutschen Mannschaft seit WM-Bronze 2007 ist für ihn ein gutes Zeichen auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2016 und der WM im eigenen Land im Jahr darauf.

"Ich weiß, dass die Mannschaft eine hohe Qualität hat. Wir haben uns Schritt für Schritt entwickelt. Unabhängig vom Viertelfinale gegen Dänemark geht es bei uns in eine sehr positive Richtung", sagte Jensen, dessen Vertrag noch vor dem Turnier auf dem Balkan bis 2017 verlängert wurde.

Der Däne trägt entscheidenden Anteil an der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre. Mit akribischer Detailarbeit hat er das Frauen-Flaggschiff des Deutschen Handball-Bundes (DHB) wieder auf Kurs gebracht und glaubte trotz heftiger Kritik nach Platz 17 bei der WM vor zwei Jahren immer an seine Mannschaft.

Eine Mannschaft, die auch aufgrund ihrer Altersstruktur eine glänzende Perspektive hat. "Die Mannschaft ist so zusammengestellt, dass bis 2017 theoretisch alle noch spielen können", sagte Jensen. Mit Kapitänin Clara Woltering (30), Kreisläuferin Anja Althaus (31), Linksaußen Natalie Augsburg (30) und Christine Beier (30) haben gerade einmal vier Spielerinnen im deutschen 16er-Kader die Grenze von 30 Jahren überschritten. Der Rest ist teilweise deutlich jünger. Neben dem Alter und der sportlichen Qualität sind Teamgeist und Hierarchie der aktuellen Mannschaft so intakt wie lange nicht mehr. "Wir halten einfach alle zusammen. Vom Arzt über den Trainer bis zu den Spielerinnen - wir sind alle ein Team", sagte Althaus in Novi Sad.

Das kommt auch in der Heimat gut an. Die TV-Übertragung vom Achtelfinale gegen Angola am vergangenen Sonntag verfolgten in der Spitze bis zu 700 000 Zuschauer - ein stolzer Wert für die medial sonst so vernachlässigte Sportart. "Diese Quoten belegen deutlich, wie attraktiv unsere Mannschaft spielt", sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer: "Mich freut das Potenzial, das auch mit Blick auf die Heim-WM 2017 erkennbar ist." Denn spätestens dann soll es für den Weltmeister von 1993 wieder um den Titel gehen.

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