Auf Motivationsvideo folgt ein Sieg des Glaubens

Die deutschen Handballer haben bei der Handball-WM für eine kleine Überraschung gesorgt und Titelverteidiger Frankreich mit 32:30 besiegt. Als Gruppenerster geht es nun ins Achtelfinale.

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Ob es die Motivation war, die letzten Endes den Ausschlag gab, konnte Bundestrainer Martin Heuberger nicht sagen. Sicher ist, dass sich die deutschen Handballer über die Botschaft aus der Heimat gefreut haben. In dem Video "Heimstärke - Nationalmannschaft WM 2013" grüßen via Youtube Freunde, Mitspieler und Familienangehörige die Spanienfahrer und wünschen viel Glück.

Das Daumendrücken der Daheimgebliebenen hat geholfen. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) schlug im letzten Gruppenspiel in Barcelona Frankreich mit 32:30 (16:16) und zieht als Erste ins WM-Achtelfinale ein.

Das deutsche Team trifft am Sonntag (15.45 Uhr/ZDF) auf den Vierten der Gruppe B Mazedonien. Das Team um Kiril Lazarov unterlag gestern Dänemark 30:33.

Sowohl Frankreich als auch Deutschland waren bereits für das Achtelfinale qualifiziert, konnten also befreit aufspielen. "Wir hatten keinen Druck, wir hatten unser Ziel ja schon erreicht", sagte Heuberger. Das hieß aber nicht, dass seine Spieler nicht heiß darauf waren, den Weltmeister vor 10 500 Zuschauern im Palau Sant Jordi zu schlagen. "Erst einmal mussten wir daran glauben, dass ein Sieg möglich ist", sagte Patrick Groetzki, der sechs Tore erzielte. Das war nicht bei allen Teams bislang der Fall. "Die anderen Mannschaften sind mit zu viel Angst in die Partie gegen Frankreich gegangen", so der Rechtsaußen der Rhein-Neckar Löwen weiter.

Deutschland, das mit derselben Formation startete wie in den beiden vorangegangenen Partien gegen Argentinien und Montenegro, geriet früh in Unterzahl. Abwehrchef Oliver Roggisch kassierte nach 1:38 Minuten seine erste Zeitstrafe. Die zweite folgte in der 14. Minute. Umso bemerkenswerter war, dass der Innenblock auch mit Stefan Kneer bis zur Halbzeit gegen Spieler Nikola Karabatic und den Welthandballer Daniel Narcisse standhielt.

Dank der stabilen Defensive kam das DHB-Team immer wieder über den Gegenstoß zum Erfolg. Das 6:5 (7.) durch Karabatic war die erste Führung für die "Bleus". Insgesamt konnte sich den ersten 30 Minuten keine Mannschaft mit mehr als drei Toren absetzen. Mit einem 16:16 ging es in die Kabine.

Die deutschen Spieler spürten nun, dass Frankreich zu schlagen war. "Der Glaube wuchs immer mehr", sagte Martin Strobel (Lemgo). Vor allem, als sein Team nach der Pause auf 19:16 davonzog. Zu diesem Zeitpunkt hatte Frankreichs Torhüter Thierry Omeyer bereits auf der Bank Platz genommen, nachdem er bis dahin lediglich zwei Bälle gehalten hatte.

Nach 37 Minuten war der Vorsprung trotzdem dahin, Sebastien Bosquet erzielte das 21:21. Nach dem 22:22 trafen die Deutschen dann fünfmal in Serie und gingen mit 27:22 in Führung. Eine kleine Vorentscheidung. Die Franzosen reagierten mit einer offensiveren Deckung, was aufging. Karabatic verkürzte auf 28:29. Der Star aus Montpellier, der beim THW Kiel im Gespräch ist, war es auch, der eine Minute vor dem Ende das 30:31 erzielte. Als Sven-Sören Christophersen 15 Sekunden vor dem Ende verwarf, kamen die Franzosen noch mal in Ballbesitz. Doch der Abwurf von Keeper Daouda Karaboue geriet zu lang und landete bei Groetzki, der zum 32:31-Endstand traf.

Der 23-Jährige erstickte eine möglicherweise aufkommende Euphorie jedoch bereits im Keim. "Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, zu glauben, dass das jetzt der Höhepunkt war." Der Blick ging schon Richtung Achtelfinale. "Jetzt kommt ein K.o.-Spiel, und da entscheidet die Tagesform."

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