TSG-Trainer Gabor Czako: „Türen in der Taktik geöffnet“

Zahlenmäßig hat die TSG Söflingen für die neue Saison in der vierten Handball-Liga aufgerüstet. Trainer Gabor Czako sieht sein Team aber noch am Anfang eines Entwicklungsprozesses.

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Die Saisonziele fest im Blick: TSG-Trainer Gabor Czako stehen erstmals rund 20 Handballer zur Verfügung.  Foto: 

Neue Spieler in Hülle und Fülle durfte TSG-Trainer Gabor Czako in der Vorbereitung auf die neue Runde in der Baden-Württemberg-Oberliga begrüßen. Das war Ansporn und Herausforderung zugleich. Allerdings geht der Söflinger Trainer davon aus, dass sein Team in die Saison hineinwachsen muss. Start ist am Samstag um 19.30 Uhr bei der SG Lauterstein.

Herr Czako, mit sechs Neuzugängen, vier Spielern aus der eigenen Jugend und drei Linkshändern – herrscht da nicht eine Aufbruchstimmung bei der TSG Söflingen?

Gabor Czako: Der Kader ist in der Breite gewachsen, das tut gut und öffnet weitere Türen im taktischen Bereich. Allerdings haben wir wieder viele, Spieler, die jetzt zum ersten Mal in der Baden-Württemberg-Oberliga spielen. Dafür sind sie alle sehr willig, so dass die Aufgabe lautete, ihren Stand innerhalb von zwei Monaten auf ein neues Level zu bringen.

Inwiefern haben sie dieses Ziel bereits erreicht?

Ich muss sagen, die Spieler haben sehr gut gearbeitet und bringen schon ein sehr hohes Niveau auf die Platte – jedoch noch nicht konstant. Mit dem Ligastart geht es nun darum, das Level Woche für Woche zu stabilisieren. Insgesamt müssen alle Spieler ihre Zeit bekommen und vor allem Fehler machen dürfen. Und da drängt sich wieder die Frage auf: Wie viele Fehler erlaubt uns diese Liga? Das werden wir ab Samstag sehen.

Und welche Spieler haben sich besonders gut entwickelt?

Generell hebe ich bekanntlich nicht gerne einzelne Spieler hervor. Aber einer, der sich sowohl handballerisch als auch in Sachen Führungsmentalität toll entwickelt hat, ist Uros Krasovec. Er kann der neue Abwehrchef werden und führt die Mannschaft auch im Rückraum. Daneben bin ich von der Entwicklung unserer jungen Zugänge aus dem eigenen Nest beeindruckt. Sie haben verinnerlicht, was es bedeutet, Leistungssport zu betreiben.

Inwiefern haben Sie die Vorbereitung an den großen personellen Umbruch angepasst?

Zum einen gab es für alle Spieler tägliche Hausaufgaben, die ich mit einer Athletik-App kontrollieren konnte. Das hatte auch praktische Gründe, weil einige Spieler lange Fahrtzeiten haben. Zum anderen gab es deutlich mehr Trainingsumfang inklusive dem Trainingslager Anfang Juli im Schwarzwald. Nicht zuletzt gab es Woche für Woche kleine teambildende Maßnahmen, um aus der neuen Mannschaft ein starkes Team zu formen.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Neu-Manager Markus Brodbeck in den ersten Monaten?

Markus hat viel investiert und dadurch viel in Bewegung gebracht. Es ist sicher auch sein Verdienst, dass wir jetzt in der Breite besser aufgestellt sind. Allerdings hat er auch ein Team um sich herum versammelt, das ihm dabei hilft. Frischer Wind ist da, aber die Entwicklung braucht auch Zeit. Und das betrifft die Mannschaft ebenso wie das Umfeld.

Neu ist für Sie auch, dass Sie Ihren Sohn Aron in der ersten Mannschaft unter Ihren Fittichen haben. Wie werden Sie Ihn und die anderen A-Jugendlichen einsetzen?

Generell ist es für einen Jugendspieler am besten, wenn er pro Wochenende 1,3 Spiele absolviert. Und da sich unsere A-Jugend ebenfalls für die Oberliga qualifiziert hat, ist es so geplant, dass die Jungs dort voll zum Einsatz kommen und etwa 0,3 Partien pro Woche in der ersten Mannschaft spielen. Hier kommt auch Werner Pointinger eine besondere Bedeutung zu, der die A-Jugend trainiert und Bindeglied zu den Nachwuchsspielern ist.

Herr Brodbeck hat die 33 Punkte der vergangenen Saison als Ziel ausgegeben, das es in der neuen Runde zu toppen gilt. Wie bewerten Sie die Forderung?

Das ist die Zielsetzung des Managements und die nehmen wir natürlich an. Aber für mich gibt es zwei Prioritäten: Möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun zu haben und die jungen Spieler weiterzuentwickeln. Was das dann in Punkten bedeutet, ist jetzt noch nicht vorherzusehen. Zumal uns Simon Dürner noch eine Weile fehlen wird.

Wie viel Zeit wird er noch brauchen?

Wegen der Hand-Operation durfte er vier Wochen nicht laufen und ist erst seit drei Wochen im Mannschaftstraining – bisher aber ohne gegnerischen Kontakt. Und den braucht er für seine Spielweise. Deshalb ist es ganz ihm überlassen, wie lange es dauert. Aber auch wenn er „Ja“ sagt, schaut natürlich noch ein Arzt drauf.

Und was trauen Sie Ihrem Lokalrivalen TSV Blaustein zu?

Ich denke, Blaustein hat ein ähnliches Saisonziel wie wir. Leider haben sie auch bereits eine schwere Verletzung zu beklagen. Dennoch blicken wir mit unseren positiven Eindrücken von den vergangenen Aufeinandertreffen voller Vorfreude auf das erste Derby in knapp drei Wochen in der Kuhberghalle.

Abgänge Zoltan Darvay (Balmazujvaros), Chris Dürner (SG Herrenberg), Felix Kohnle (TSV Heiningen), Timo Grohsler (Ziel unbekannt).

Zugänge Aron Czako (A-Jugend), Lukas Fimpel (TG Biberach), Faris Hadzic, Nedim Hadzic (beide Jugend), Dennis Hartmann (HRW Laupheim), Niko Henke (A-Jugend), Bence Kanyo (Jahn Duderstadt), Patrick Klöffel (TSG Ehingen), Uros Krasovec (SSG Regensburg), Philipp Rauscher (VfL Waiblingen).

Kader, Tor: Beha, Henke, Orsolic (verletzt), Weinbuch. Kreis: Eberhardt, Rauscher, Wowra (Standby). Außen: Czako, Klöffel, Linse (Standby), Schaaf, Kraft. Rückraum: Dürner, Fimpel, F. Hadzic, N. Hadzic, Hartmann, Hofmann (Standby), Kanyo, Krasovec, Schramm (verletzt).

Trainer Gabor Czako, Werner Pointinger (Co-Trainer).

Saisonziel Besser als vergangene Saison (33 Punkte).

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