Söflinger Handballtrainer Czako: "Wir müssen Führungsspieler entwickeln"

Der Söflinger Kader für die kommende Saison ist komplett. TSG-Trainer Gabor Czako ist angesichts der höheren Spielerzahl zufrieden, muss aber ohne Linkshänder im Rückraum auskommen.

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Abwehr, Tempo, Führungsspieler: TSG-Coach Gabor Czako hat genaue Vorstellungen, wo sich seine Mannschaft noch verbessern muss. Foto: Volkmar Könneke

Die TSG Söflingen hat einige Zeit an den Aufstiegsrängen geschnuppert, doch spätestens seit der Niederlage in Altenstadt vor zwei Wochen war klar, dass es nicht reicht. Wie sind Sie mit der Situation umgegangen?

GABOR CZAKO: Erst einmal möchte ich klarstellen, dass intern nie das Ziel war, direkt wieder aufzusteigen. Es kam eher so, dass wir durch gute Leistungen langsam nach oben gekommen sind. Aber dass diese Konstanz nicht da ist, um es ganz nach oben zu schaffen, das hatte ich mir schon gedacht. Schließlich mussten wir nach der Sommerpause von vorne anfangen.

Wie lautet angesichts dessen Ihr vorläufiges Saisonfazit?

CZAKO: Wir haben zwar noch drei Spiele vor uns. Aber bislang überwiegen die positiven Momente: Wir haben viele Spiele trotz großer Verletzungssorgen gewonnen. Dafür haben wir auch einige Partien abgegeben, die weh getan haben. Dadurch haben wir das Maximum nicht erreicht. Aber am wichtigsten war für mich, dass die Jungs ihren ehrlichen Charakter gezeigt haben.

Einige Ihrer Spieler haben auf der Söflinger Homepage aber schon vom Aufstieg gesprochen. . .

CZAKO: Natürlich sind meine Spieler sehr ehrgeizig und wollen nicht um den zwölften Platz kämpfen. Mittelfristig ist schon der Aufstieg das Ziel. Aber in diesem Jahr war es einfach nicht realistisch. Wie schwer es ist, aus der BWOL rauszukommen, zeigt doch auch der VfL Pfullingen, der schon seit fünf Jahren aufsteigen will - und es in diesem Jahr wohl wieder nicht schafft.

Was wollen Sie in der Mannschaft verbessern, damit es vielleicht nächstes Jahr klappt?

CZAKO: Erstens muss die Abwehr variabler werden, so dass wir flüssige Übergänge zwischen 6:0- und 4:2-Formation hinbekommen. Zweitens müssen wir ein hohes Tempo über die ganzen 60 Minuten fahren. Und drittens müssen wir Führungsspieler entwickeln, die das Spiel lenken können. Das macht in den knappen Partien den Unterschied.

Wie zufrieden sind Sie mit der Ausbeute an Neuzugängen? Die Mannschaft hat sich auf einen Altersschnitt von etwas mehr als 23 Jahren stark verjüngt. . .

CZAKO: Ich war immer dafür, dass wir junge Spieler aus der Region an uns binden. Ich freue mich darauf, mit diesem Kader zu arbeiten. Aber ich bitte auch um Geduld: Bei 18- und 19-Jährigen kann man nicht verlangen, dass sie gleich zum Führungsspieler werden. Da sehe ich eher Simon Dürner, Peter Feigl oder Tim Rodloff in der Rolle.

Gibt es nach seinem Kreuzbandriss vor einem Jahr schon eine Aussicht auf die Rückkehr von Alexander Schramm?

CZAKO: Wenn alles optimal aussieht, steht Alex Ende Oktober oder Anfang November wieder auf dem Feld. Darum zähle ich ihn jetzt noch nicht zu den Feldspielern, die ich zur Verfügung habe. Aber auch ohne ihn kommen wir auf 13, das sind zwei mehr als letztes Jahr. Diese Verbreiterung des Kaders war wichtig - gerade, um die jungen Spieler aufbauen zu können.

Dabei fällt auf, dass Sie vor allem im Rückraum zahlenmäßig besser aufgestellt sind.

CZAKO: Das stimmt, wobei wir trotzdem ohne Linkshänder im Rückraum spielen werden: Chris Zöller und Kevin Kraft werden Rechtsaußen zum Einsatz kommen und Markus Hellmann unterstützen. Deshalb brauchen wir insgesamt viele Rückraumspieler, die variabel einsetzbar sind und gerade dort, wo Verletzungen häufiger sind, einspringen können.

Noch sind drei Spiele mit dem "alten" Kader zu spielen, darunter zwei aufeinanderfolgende Heimspiele diese und nächste Woche. Wie sehr müssen Sie die Mannschaft zum Saisonende nochmal motivieren?

CZAKO: Wir haben sicher kein Motivationsproblem, im Gegenteil: Die Mannschaft ist heiß darauf, am Samstag im direkten Duell mit Oftersheim um den vierten Platz zu kämpfen. Und auch das Spiel beim designierten Meister TGS Pforzheim zum Abschluss wird ein Highlight. Meine Mannschaft geht immer ans Limit, das hat sie in dieser Saison oft genug bewiesen.

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