Handball: Viertligisten Söflingen und Blaustein verlieren

Dieser Saison-Auftakt ging für die Handball-Vorzeige-Vereine der Region mal gründlich in die Hosen.

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Treffsicher, aber dennoch im Hintertreffen mit seiner Mannschaft: Der Blausteiner Philipp Frey gegen Weinsberg.  Foto: 

Lackinger, ausgerechnet Lackinger! Das mochten sich die Handball-Insider gedacht haben, als Tim, Sohnemann des langjährigen Söflinger Kreisläufers zum vorentscheidenden 20:18 (58. Minute) für die SG Lauterstein im BWOL-Spiel gegen die TSG Söflingen traf. Am Ende hieß es 21:19 für die Gastgeber, die der ehemals ambitionierten Auswahl aus der Ulmer Weststadt den Saison-Auftakt in der Vierten Liga ordentlich vermiesten.

„Die Abwehrarbeit und Torhüter-Leistung war in Ordnung, 21 Gegentreffer auswärts durchaus akzeptabel“, so Trainer Gábor Czakó nach dem Spiel, er meinte aber auch selbstkritisch: „Wir hatten uns viele schnelle Gegenstoß-Tore vorgenommen, konnten aber nicht ein Einziges erzielen“.

Dabei sah es zunächst eigentlich ganz gut aus: In der insgesamt sehr Tor-armen Partie stand es nach zehn Minuten gerade mal 2:2 und nach zwanzig Minuten 5:6. Die Zwei-Tore-Führung der Gäste in der 27. Minute drehten die Lautersteiner aber noch durch einen 4:0-Lauf. Bei einem Stand von 10:8 ging es in die Halbzeitpause. Alles schien noch offen.

Nach der Pause konnten die Gastgeber dank Neuzugang Leon Weiß schnell auf 14:10 davonziehen, bevor die Söflinger in der 51. und 55. Minute jeweils wieder ausglichen. Ein erneuter Lauf der Gastgeber ab der 57.Minute mit drei Gegentreffern in Folge brachte die Vorentscheidung – es kam dann Lackinger, ausgerechnet Lackinger! Der abschließende Treffer der Söflinger in der letzten Minute zum 19:21 war nur noch Ergebniskosmetik.

Lautersteins Trainer Jakob Weigandt sprach von einer Partie, bei der hinsichtlich beider Mannschaften noch „Luft nach oben“ erkennbar war und machte die Willenskraft seines gesamten Teams für den ersten Heimsieg verantwortlich. Sehr erfreulich auf Söflinger Seite war der erste BWOL-Einsatz von Nedim Hadžic und Áron Czakó aus der eigenen Jugend. Nedim Hadžic erzielte gleich zwei Tore, Trainersohn Áron Czakó konnte insgesamt fünf Mal von der Siebenmeter-Linie sicher verwandeln und wurde somit bester Werfer der TSG in dieser Partie.

„Unangenehmer Gegner“

Vergangene Spielrunde hatte der TSV Blaustein gegen den damaligen Mit-Aufsteiger Weinsberg ausschließlich schlechte bis ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Zum Saison-Auftakt vor heimischem Publikum sollte alles anders, also besser werden aus Sicht der Blautal-Ballwerfer-Truppe. „Ein unangenehmer Gegner“, meinte Jan-Marco Behr vor dem ersten Ballkontakt. Der ehemalige Zweitliga-Profi konnte auf Blausteiner Seite seine ganze Routine ausspielen, wie er wollte, und er war mit acht Toren am Ende bester Feldtor-Schütze der Lixpark-Hallen-Crew, am Ende jedoch jubelten wieder nur die Weinsberger. Dabei hatten die Blausteiner den Gegner schon – bewusst oder unbewusst – geschickt abgelenkt und bereits im Vorfeld Weinsberg aufs Weinfest hingewiesen, das zwar erst am 21. Oktober anberaumt ist, freilich jede Menge Anhänger hat und mittlerweile als „legendäre Party“ gilt.

Wie auch immer, Weinsberg ließ sich überhaupt nicht ablenken: Blaustein führte letztmals beim 5:4 (15. Minute), fortan sah sich der Gastgeber um Coach Tim Graf stets einem Rückstand hinterherlaufen. In der recht fair geführten Begegnung nutzte es dann auch reichlich wenig, dass der wieselflinke Philipp Frey recht treffsicher war und neben fünf verwandelten Strafwürfen ebenso viele Tore aus dem Feld heraus erzielen konnte.

Nach dem Seitenwechsel (12:13) knickte die Begegnung vollends weg. 15:19 (37.), 16:20 (38.) und 17:21 (39.) hieß es. Als der Vier-Tore-Rückstand (20:24) in der 45. Minute immer noch Bestand hatte, da befand sich der gastgebende TSV immer noch auf der Straße des Verlierers. Zu  Gute halten darf man den Blausteinern, dass sie bis zuletzt wenigstens um einen Zähler kämpften. Beim 28:29 (55./Christoph Spiß), 29:30 (57./Frey) sowie beim 30:31 (erneut Frey) 56 Sekunden vor dem Abpfiff  war der TSV auf Schlagdistanz. Doch die clever spielenden Weinsberger machten vier Sekunden vor Schluss durch Alexander Ruck, der sein fünftes Tor erzielte, alles klar.

Nach diesem – am Ertrag gemessenen – Fehlstart geht’s für die Blausteiner nächsten Sonntag nach Neckarsulm, Söflingen darf zu Hause gegen Willstätt ran – was auch nicht viel angenehmer ist.

TSG-Tore: Czakó 5/5, Dürner, Eberhardt je 3, Hadžić, Kraft, Krašovec je 2, Schaaf, Hartmann je 1.

Blausteiner Tore: Frey 10/5, Behr 8, Rapp, C. Spiß je 3, Werner, S. Spiß je 2, Hoßfeld, Ruhland je 1.

BWOL TSG Söflingen – TV Willstätt (Sa. 19.30 Uhr), NSU Neckarsulm – TSV Blaustein (So. 17).

Württembergliga TV Gerhausen – TSV Zizishausen (Sa. 16), HSG Langenau/Elchingen – SG Hegensberg/Liebersbronn (Sa. 20).

Landesliga SC Vöhringen – TG Biberach (Sa. 19.30).

Württembergliga, Frauen TV Weingarten – SC Lehr (Sa. 18), HSG Fridingen/M. – SG Burlafingen/Ulm (So. 16).

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