Der TSG Söflingen fehlen die Torschützen

Der Handball-Viertligist TSG Söflingen bringt beim Heimauftakt einen Drei-Tore-Vorsprung nicht über die Zeit. Dem TSV Blaustein gelingt eine starke Derby-Generalprobe bei Aufsteiger Neckarsulm.

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Eigengewächs Nedim Hadzic (links) traf am Samstag zumindest einmal für die TSG Söflingen.  Foto: 

Obwohl die TSG Söflingen auch das zweite Saisonspiel der Baden-Württemberg-Oberliga verloren hat, kam Trainer Gabor Czako zu einem positiven Fazit: „Die kämpferische Leistung war vollkommen in Ordnung, die positiven Gefühle überwiegen“, sagte der Handballcoach nach dem 25:27 gegen den aufstiegsambitionierten TV Willstätt.

Ähnlich sah es Manager Markus Brodbeck, haderte aber trotz einem Siebenmeter-Verhältnis von 9:5 für Söflingen, nur einer Zwei-Minuten-Strafe gegen die TSG mit der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung. „Unsere jungen Spieler wurden völlig verunsichert“, erklärte der Sportchef. Unter anderem hatte es vier Verwarnungen gegeben, darunter eine für Trainer Czako.

Zäher Beginn

Allerdings lässt sich auch trefflich darüber streiten, ob 25 Tore für ein Erfolgserlebnis reichen. Am verschlafenen Start der Söflinger allein hat es sicher nicht gelegen, dass die Trefferausbeute nach dem 19:21 beim Auftakt in Lauterstein auch vor heimischer Kulisse wieder nicht befriedigend war. Nach einer schnellen 0:3-Führung der Gäste innerhalb der ersten zwei Minuten wachten jedenfalls auch die Gastgeber auf und hatten bereits in der elften Minute wieder ausgeglichen. Es entwickelte sich ein gutes und spannendes Spiel mit leichten Vorteilen bei den körperlich deutlich überlegenen Gästen. Beim knappen Söflinger Rückstand von 12:13 ging es zur Halbzeitansprache der Trainer in die Kabinen.

Auch nach der Pause spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe, auf mehr als zwei Tore Vorsprung konnten die Willstätter nie davonziehen. In der 40. Minute dann der erneute Ausgleich zum 19:19. In der Folge waren es sogar die Söflinger um Kapitän Simon Dürner, die in der 45. Minute selbst mit drei Toren in Führung gehen konnten, beim Stand von 22:19 die Chance auf den Vier-Tore-Vorsprung aber frei vor dem generischen Tor vergaben.

Von da an versagten den Söflingern die Nerven: Obwohl Samuel Beha im TSG-Gehäuse einen Sahnetag erwischt hatte und in der Schlussphase zwei von insgesamt drei Siebenmetern parierte, waren es in den letzten fünf Spielminuten dennoch die erfahrenen Willstätter, die mit vier Treffern in Folge aus dem Rückstand eine Führung machten. Den Söflingern gelang dagegen bis auf einen Siebenmeter-Treffer von Aron Czako gar nichts mehr, so dass die Gäste doch noch zwei Punkte aus der Kuhberghalle entführten – und wenn man die Statistik bemüht, nicht einmal unverdient. Denn über das gesamte Spiel gesehen hatte der TVW mehr als 40 Minuten in Front gelegen.

Blaustein mit wichtigem Sieg

Nervenstark zeigte sich dagegen das junge Team des TSV Blaustein bei Aufsteiger NSU Neckarsulm. Nach der Auftaktniederlage im Heimspiel gegen Weinsberg zeigte sich die verjüngte TSV-Truppe gereift und entführte mit einem letztlich klaren 31:26 (15:15) beide Punkte. Der Erfolg sorgte vor dem spielfreien Wochenende bei den Blausteinern für große Erleichterung. „Dass wir  schon früh in der Saison unsere ersten Punkte holen, war vor allem deshalb wichtig, damit sich meine junge Truppe nicht verunsichern lässt“, erklärte Coach Tim Graf, dessen Team jedoch erst in der zweiten Halbzeit die Vorgaben optimal umsetzte.

Weil die Abwehr im ersten Spielabschnitt nämlich nicht ganz so konsequent agiert hatte und vor allem die Torhüter noch nicht zu Hochform aufgelaufen waren, kamen die Gäste von der Blau zunächst nicht über ein Unentschieden zur Pause hinaus.

Als auch der Wechsel von Yannik Ruhland auf Daniel Knippenberg keine Besserung im Blausteiner Tor brachte, gab Graf seinem ersten Keeper noch einmal eine Chance. Und prompt lief Ruhland jetzt zu Hochform auf. „Mit seinem Rückhalt konnten wir dann unser Konzept umsetzen, über die zweite Welle zum Erfolg zu kommen“, erklärte Graf. Daneben machte der für den angeschlagenen Rechtsaußen Christoph Spiß eingesetzte Neuzugang aus der zweiten Mannschaft, Tobias Weiler, ein starkes Spiel. Und sein Pendant auf Links, Philipp Frey, glänzte ebenfalls mit einer Trefferquote von mehr als 90 Prozent. Gemeinsam mit der stabilisierten Defensive, die in Hälfte zwei nur elf Gegentreffer zuließ, war der Sieg ab der letzten Viertelstunde schließlich ungefährdet.

Dass Blaustein nach nur zwei absolvierten Spielen schon wieder ein freies Wochenende bevorsteht, stört den TSV-Coach derweil gar nicht. „Wir machen jetzt noch ein Kraft- und Ausdauertraining, ehe wir uns intensiv auf das Derby gegen Söflingen vorbereiten“, hat Tim Graf von nun an nur noch den vorläufigen Saisonhöhepunkt am 30. September in der Kuhberghalle im Kopf – ohne jedoch zu viel Aufhebens um den Gegner zu machen: „Wir trainieren auf das Spiel hin wie auf jedes andere.“

TSG Söflingen: Czako 8/5, Dürner 7/2, Kraft 5, Hofmann 2, Eberhardt 2, Nedim Hadzic 1.

TSV Blaustein: Aufgrund technischer Probleme lagen zu dieser
Partie bis Redaktionsschluss keine Torschützen vor.

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