Ohne Druck klappt es auf einmal auswärts
In der Handball-Württembergliga gelang den Lehrer Damen der erste Auswärtssieg. Eine Liga darüber kassierte Ludwigsfeld eine 20-Tore-Schlappe.
Wenn die Handballerinnen der TSF Ludwigsfeld in der BWOL verlieren, dann meist deftig. Insofern passt die 20:40 (12:19)-Niederlage beim TV Nellingen II ins Bild, das die Mannschaft von Trainer Harald Michaeler bislang in dieser Saison bietet. Überraschender ist aber schon das Fazit, das Michaeler nach der Auswärtsniederlage fällt. Der Coach attestiert seiner Mannschaft gegen den Tabellendritten ein "unglaubliches Kampfspiel" und will die Partie richtig eingeordnet wissen. "Der Schein trügt", sagte Michaeler angesichts des deutlichen Ergebnisses.
Zum einen stellt sich das Team angesichts der sechs langzeitverletzten Spielerinnen momentan von selbst auf. Zum anderen sah es bis zum 11:15 in der ersten Halbzeit in Nellingen gar nicht so schlecht aus. "Da war die Welt noch in Ordnung", sagte Michaeler. Bis zur Pause zog die gut eingespielte Bundesliga-Reserve auf sieben Tore davon, auch das war für den TSF-Trainer "noch in Ordnung".
Dass es erneut eine deftige Pleite für die TSF-Mädels wird, zeichnete sich direkt nach der Pause ab, als der Start komplett verschlafen wurde und Ludwigsfeld Gegenstoß um Gegenstoß kassierte. Von 19:12 zog Nellingen II auf 32:12 davon. Die restliche Spielzeit wurde dann ausgeglichen gestaltet. "Da hat die Mannschaft Moral bewiesen", sagte Michaeler. Die ist auch im kommenden Spiel nötig, wollen die TSF den Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen nicht abreißen lassen. Gegen den TV Weingarten muss dafür daheim ein Sieg her.
Ausgerechnet beim Herbstmeister und Titelanwärter TSV Heiningen ist den Handballerinnen des SC Lehr in der Württembergliga der erste Auswärtserfolg der Saison gelungen. Mit 25:22 überraschten die SC-Damen eine Woche nach dem 21:21 im Bezirksderby gegen Burlafingen damit auch ihren Trainer Hans Müller. Der hatte unter der Woche den Druck von seiner Mannschaft genommen, indem er sagte, dass man in Heiningen nicht punkten muss. Lehr spielte daraufhin locker auf. Gestützt auf eine "exzellent haltende" (Müller) Torhüterin Selma Selek, baute der SC den Vorsprung bis Mitte der zweiten Hälfte auf sechs Tore aus. "Am Ende haben wir uns dann mit einem 25:22 ins Ziel gerettet", sagte Müller, der zugab, dass auch eine Portion Glück dabei war, bis der Aufsteiger auswärts die ersten Zähler unter Dach und Fach gebracht hatte.
Lehr ist nun bis zum 12. Februar spielfrei. Dann kreuzt der aktuelle Tabellenführer Biberach in der Halle Nord auf - zuhause ist der SC übrigens noch ungeschlagen.
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Autor: SEB | 23.01.2012
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Elena König steuerte ein Tor zum Lehrer Auswärtssieg bei. Foto: Rudi Apprich
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