Wider das Wohlfühlgehabe

Eigentlich wollen sich die Erstligisten auf den Liga-Start in drei Wochen vorbereiten - doch der "Liga total Cup" stört den Fußball-Rhythmus.

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Wie im falschen Film: Die Bundesliga-Saion hat noch gar nicht begonnen, da steht Bayern-Stürmer Mario Gomez schon ordentlich unter Druck. Foto: dpa

Es könnte so wundervoll sein: Ein Sommerturnier mit den besten deutschen Fußballteams in der angeblich schönsten Stadt der Welt. Aber statt Spitzenfußball zu versprechen, stört der "Liga total Cup" an diesem Wochenende in Hamburg eher die Vorbereitung auf den Bundesligastart in drei Wochen. "Ich denke nicht, dass wir mit der ersten Elf auflaufen. Auch die anderen werden noch durchwechseln", sagt Borussia Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller vor dem Halbfinale gegen den Gastgeber Hamburger SV am heutigen Samstag (16.30 Uhr/Sat 1). Im zweiten Duell des Tages stehen sich Rekordmeister Bayern München und Bremen gegenüber (18.30 Uhr). Die Verlierer treten am Sonntag um 16.45, die Gewinner um 18.35 (alle Partien live auf Sat 1) gegeneinander an.

Gut möglich, dass Bastian Schweinsteiger die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Mittelfeldspieler wird erstmals seit dem EM-Aus gegen Italien wieder auflaufen. "Bastian ist in guter Verfassung, er wird auf alle Fälle zum Einsatz kommen", sagte Heynckes. Er habe zuletzt "zwei Tage voll mit der Mannschaft trainiert".

Trotz des möglichen ersten Saison-Showdown der großen Rivalen Dortmund und München - die anhaltenden Diskussionen um Torjäger Mario Gomez überlagern das mögliche Prestigeduell. Entsprechend war Bayern-Trainer Jupp Heynckes bemüht, die Brisanz aus dem Thema herauszunehmen. "Man darf die Dinge nicht überbewerten, ich sehe das ganz gelassen", sagte der 67-Jährige zu den jüngsten Angriffen von Präsident Uli Hoeneß gegen den 27 Jahre alten Stürmer.

Allerdings machte Heynckes auch deutlich, dass ihn die öffentlich ausgetragene Debatte nicht allzu sehr gefällt - weshalb er sich einen Seitenhieb auf seinen Kumpel nicht verkneifen konnte. Hoeneß versuche "immer Spieler zu animieren, manchmal auch zu provozieren. Er meint, das würde heute noch genau so funktionieren wie vor 10, 15 oder 20 Jahren. Aber es ist eine andere Situation".

Hoeneß selbst räumte nach seiner verbalen Attacke auf Gomez immerhin ein, dass dies "ein gewagter Weg" sei. "Das kann man nicht jeden Tag machen, vielleicht nur alle zwei Jahre mal. Aber wenn du so etwas machst, hast du ja noch die Hoffnung, dass sich was ändert", sagte Hoeneß. Dass er Gomez in der Öffentlichkeit derart kritisiert hat ("wenn er sehr gut wäre, wären wir jetzt Champions-League-Sieger"), bezeichnete der 60-Jährige "als die letzte Möglichkeit, dass es besser wird". Man müsse dem Nationalspieler ein "gewisses Phlegma" austreiben, "ob es richtig war, werden wir in drei Monaten sehen." Eins sei aber jetzt schon klar: "Das Wohlfühlgehabe, das es bei uns ständig gab, ist nicht immer gut." Der Druck auf Gomez ist schon jetzt riesig. Zumal die Bayern wohl weiterhin am Dortmunder Robert Lewandowski interessiert sein sollen. Dem lag angeblich ein Angebot aus München mit einem Jahresgehalt von sieben Millionen Euro vor. Dortmund lehnte einen Wechsel aber ab.

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