Wahler: Auch mal rote Zahlen

Mit dem Antritt von Bernd Wahler als VfB-Präsident hat im Juli auch die Aufbruchstimmung in Stuttgart wieder eingesetzt. In der Liga ließ sich das Hoch nicht halten. Wahler will in Zukunft clever ins Team investieren.

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Der Rekordverlust 2012 schreckt ihn nicht: VfB-Präsident Bernd Wahler. Foto: dpa

Manchmal bekommt Bernd Wahler während der Spiele des VfB von seiner Frau Petra SMS. "Hey, mach endlich mal was!", fordert sie den Präsidenten des Fußball-Bundesligisten dann auf, wenn es sportlich nicht läuft. Zuletzt muss der 55-Jährige so einige Nachrichten seiner Frau erhalten haben. Denn der Traditionsverein ist raus aus der Europa League, aus dem DFB-Pokal - und in der Bundesliga nur noch Mittelmaß.

Mehr als drei Monate nach seinem offiziellen Amtsantritt strotzt Wahler jedoch vor Tatendrang. "Wir müssen hier in jedem Bereich eine Leistungskultur reinbringen. Wir sind auch dabei das hinzukriegen", sagt der Vereinschef.

"Intern spüre ich, dass die Aufbruchstimmung nicht aufgehört hat, sondern sich hier etwas tut." Wahlers Wahl war wie eine Erlösung für den Meister von 2007. Ende Juli wurde er mit 97,4 Prozent der Stimmen Nachfolger des erfolglosen und wenig beliebten Gerd Mäuser. Und im Gegensatz zum rigorosen Sparkurs seines Vorgängers will Wahler im Wettlauf um den sportlichen Erfolg auch vereinzelt rote Zahlen akzeptieren. "Oft war der Ausgangspunkt eine schwarze Null, und damit sagte man dem Sport, was machbar ist und hat dem alles andere untergeordnet. Das drehen wir ein bisschen um", erläuterte Wahler. "Wir werden nach wie vor schwäbisch clever wirtschaften, aber mit einem Zeithorizont, der sich vielleicht auch mal über zwei Saisons erstreckt, in denen wir ein paar rote Zahlen schreiben. Das ist dann kalkuliert. Teil des Plans. Da gehen wir ein bisschen mehr ins Risiko." Wahler lässt sich nicht schrecken. Auch nicht vom Rekordverlust im Geschäftsjahr 2012: Bei etwa 9,7 Millionen Euro lag der Fehlbetrag. 2013 wird der Verlust etwas niedriger ausfallen. Wahler will den fünfmaligen Meister geschmeidiger machen. "Manchmal bewegen wir uns wie so ein Dampfer auf dem Neckar und nicht wie ein Schnellboot. Das muss sich ändern", forderte der Mann aus Schnait im Remstal. "Wir müssen schneller und flexibler sein. Dann werde der VfB auch seinen Ansprüchen gerecht. "Unser Ziel ist es nach wie vor zu den Topteams in der Bundesliga zu gehören. . ."

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