Wolfsburg-Coach Jonker kritisiert Oranje - Lob für den DFB

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Die schwere Krise der niederländischen Nationalmannschaft liegt für Wolfsburgs Trainer Andries Jonker auch in der planlosen Arbeit des Fußballverbandes KNVB begründet.

Mit deutlichen Worten und ernster Miene kritisierte der VfL-Coach im Interview der Deutschen Presse-Agentur den Zustand des Fußballs in seiner Heimat. „Louis van Gaal und ich haben 2001 für den KNVB den letzten Plan gemacht. Und in den 15 Jahren danach ist nichts mehr passiert“, sagte der 54-Jährige im Wolfsburger Trainingslager in Bad Ragaz.

Dass nach der verpassten EM in Frankreich auch die WM in Russland ohne die Niederlande stattfinden könnte, sei auch ein Ergebnis dieser Arbeit, findet Jonker - und fordert: „Es wird Zeit für einen neuen Plan.“ Gemeinsam mit van Gaal hatte er Anfang des Jahrtausends für den KNVB gearbeitet. Jonker arbeitete damals als Jugendkoordinator, van Gaal erstmals als Nationaltrainer. Im Anschluss war Jonker beim FC Barcelona und bei Bayern München Co-Trainer unter van Gaal. Mittlerweile ist der 65-jährige van Gaal seit der Trennung von Manchester United im Sommer 2016 ohne Job. Dass das so bleibt, glaubt Jonker nicht. „Er hat schon öfter gesagt, dass er aufhört. Darum würde es mich nicht überraschen, wenn er nochmal was macht.“

So deutlich Jonker die Verbandsarbeit in seiner Heimat kritisiert, so deutlich lobt er die Arbeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dass Deutschland jüngst den Confed Cup und die U21-Europameisterschaft gewinnen konnte, hat für ihn einen einfachen Grund: „Weil Deutschland genau das hat, was den Niederlanden fehlt: einen Plan.“ Bei den Bayern habe er sich oft mit Matthias Sammer unterhalten, der von 2006 bis 2012 DFB-Sportdirektor gewesen war. Damals sei auch der DFB in einer Krise gewesen, Sammer habe sich daher im Ausland nach neuen Ideen umgeschaut. „Er wollte die deutschen Werte behalten, aber aus dem Ausland mitnehmen, was ihn weiterbringt“, sagte Jonker. Sowas trage aber erst Jahre später Früchte. „Und jetzt funktioniert es.“

Dass VfL-Torjäger Mario Gomez angesichts der Fülle an großen Talenten und der neuen Konkurrenzsituation im Angriff der DFB-Auswahl um sein Ticket für die WM bangen muss, glaubt Jonker aber nicht. Es gebe für einen Stürmer nur Erfolg, wenn er Tore schießt, sagte er. „Und Mario schießt immer Tore.“ Gomez habe eine großen Stellenwert für den VfL Wolfsburg. Die anderen Spieler würden zu dem 32-Jährigen aufschauen. „Mario zahlt das mit einer sehr positiven Präsenz und seiner Leistung zurück“, sagte der Coach. Ob Gomez der neue Kapitän des VfL wird, wollte Jonker aber nicht verraten. „Bis zum 10. August werde ich bekanntgeben, wer Kapitän wird.“

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