Uli Hoeneß bald in Freiheit - Drei Jahre Bewährung folgen

Jetzt geht alles ganz schnell: Der wegen eines Steuerdelikts verurteilte ehemalige Präsident des FC Bayern wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Am 29. Februar ist es soweit - auch weil er sich gut führte.

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Strafe verbüßt, Schaden von 43 Millionen Euro bezahlt: Uli Hoeneß wird am 29. Februar aus der Haft entlassen.  Foto: 

Uli Hoeneß kann schon mal anfangen, seine Sachen in der Freigängerzelle der Justizvollzugsanstalt Rothenfeld zu packen, die dem Landsberger Gefängnis angeschlossen ist. Denn die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg hat positiv über Hoeneß' Antrag entschieden, seine Gefängnisstrafe nach der Hälfte auf Bewährung auszusetzen. Das bedeutet, dass der ehemalige Präsident des FC Bayern am 29. Februar auf freien Fuß kommt. Seine Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Für den lange Zeit wichtigsten Mann beim Fußball-Rekordmeister, der alle Strippen in der Hand hielt, geht damit ein Albtraum zu Ende. Der gebürtige Ulmer war im März 2014 wegen besonders schwerer Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das sind 42 Monate, 21 davon werden Ende Februar vorbei sein.

Über viele Jahre hinweg hatte der heute 64-Jährige von einem Schweizer Konto mit Risiko-Papieren gezockt und die Gewinne nicht versteuert. Hoeneß hatte bis dahin sein Image als Saubermann, als ehrliche Haut, als sozialer Wohltäter kräftig gepflegt. Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen. Einen solchen Prominenten wie ihn mit einer so hohen Betrugssumme hatte es davor noch nicht gegeben.

Schon seit einigen Wochen macht Uli Hoeneß wieder auf sich aufmerksam. Vor Weihnachten hatte er offenbar unvermittelt bei einer Spendenaktion des privaten Radiosenders "Antenne Bayern" angerufen und 10.000 Euro für gute Zwecke zur Verfügung gestellt. An Heiligabend lud er 30 neu angekommene jugendliche Asylbewerber im Golfclub Bad Wiessee zu Hähnchen und Pommes Frites ein.

Seit Beginn des Jahres 2015 ist Uli Hoeneß Freigänger. Er erhielt eine Arbeitsstelle in der Jugendabteilung des FC Bayern. Jeden Morgen fuhr er von der JVA, die 35 Kilometer südwestlich von München liegt, in die FCB-Zentrale an der Säbener Straße - abends wieder zurück. An Wochenenden und Feiertagen erhielt er Ausgang und konnte die Zeit in seinem Haus am Tegernsee verbringen.

Die Gerichtskammer bewertet Hoeneß' Verhalten und Entwicklung als sehr positiv. Nur unter solchen Umständen kann die Haft als so genannte Halbstrafe erlassen werden. Zuvor war der Steuerkriminelle angehört worden, die Richter entschieden sich, wie es in der Mitteilung heißt, "zu erproben, ob sich der Verurteilte künftig straffrei führen wird". Er sei "stets bereit gewesen, sich in die Gefangenengemeinschaft zu integrieren", es sei zu keinen Beanstandungen gekommen. Sieben Monate lang saß Hoeneß in Landsberg hinter Gittern und hatte auf der Krankenstation gearbeitet.

Die Richter sprechen von einem Fall mit "erheblichen Besonderheiten". So habe er sich mit einer Selbstanzeige den Ermittlern ausgeliefert. Den Schaden habe er durch Zahlungen von "mindestens 43 Millionen Euro" wieder gutgemacht. Aus Angst, dass er auffliegt, hatte sich Hoeneß Anfang 2014 selbst angezeigt. Dessen Angaben waren aber nicht vollständig und konnten es nach Ansicht von Experten auch nicht sein.

Der nur vier Tage andauernde Prozess im März 2014 war reich an Besonderheiten und Kuriositäten. Gleich zu Beginn gab Uli Hoeneß über seinen Verteidiger zu, dass er nicht nur 3,5 Millionen Euro hinterzogen habe, sondern 18,5 Millionen. Einen Tag später waren es dann sogar kaum vorstellbare 28,5 Millionen Euro.

Schwer abzuschätzen ist derzeit, welche Macht der einstige unumstrittene FCB-Patriarch heute noch hat und was er in Zukunft anstrebt. Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern kurz vor Haftantritt waren ihm die Tränen gekommen, den Mitgliedern hatte er angekündigt: "Wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen."

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