TV-Berichte von der EM: "Vorfreude schlägt die Angst"

|
ZDF-Kommentator Oliver Welke (r) bildet mit Oliver Kahn ein Team. Foto: Rainer Jensen

Die Terroranschläge von Paris haben auch ARD und ZDF zum Umdenken gezwungen. Bei der Berichterstattung von der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich stehen nicht nur der Spaß am Spiel und die Quoten im Vordergrund, sondern auch die Sicherheit.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte bei der Vorstellung des TV-Programms bei der EM: "Wir reden intensiv über das 'Was wäre wenn?'"

ARD-Reporter Matthias Opdenhövel war bei dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft am 13. November in Paris dabei und kehrt bei der EM mit einem etwas mulmigen Gefühl zurück. "Der Tag selber war ein ganz schwarzer, den man ausradieren will", berichtete der Moderator, der im Ersten mit Mehmet Scholl ein Duo bildet: "Dass wir zu Krisenreportern werden, war nicht geplant und nicht schön."

Dennoch habe er "sofort ja gesagt", als er nach der EM-Teilnahme gefragt wurde. Opdenhövels Motto lautet: "Die Vorfreude schlägt die Angst." ZDF-Moderator Oliver Welke will die Gedanken an den Terror "soweit wie möglich ausblenden".

Frey forderte: "Wir sollten nicht die Angst übernehmen. Es sollte keine EM in Moll sein. Es soll ein Fußballfest bleiben, sonst hätten die Terroristen schon gewonnen." Der ZDF-Chefredakteur weiß aber auch: "Es ist klar, dass die EM unter bestimmten Umständen stattfindet. Wir haben uns intern verständigt, wie man damit umgeht, wenn etwas passiert."

Es gehe "auch um die Frage der Sendesicherheit. Wer übernimmt zum Beispiel, wenn ein Stadion geräumt werden muss. Trotzdem muss man weitersenden." Die Vorstellung, dass Spiele in "leeren Stadien stattfinden, ist schrecklich". Über noch schlimmerer Szenarien mochte kaum einer reden.

Die Sender haben "ein sehr dezidiertes Sicherheitskonzept", erklärte ARD-Programmdirektor Volker Herres: "Wir haben alle Mitarbeiter in unserem Team darauf vorbereitet und geschult". Es gebe eigene Sicherheits-Beauftragte. Jörg Schönenborn, EM-Teamchef der ARD, berichtete über "gemeinsame Drähte zu den Sicherheitsbehörden".

ZDF-Kommentator Béla Réthy sagte, er werde die Terror-Attacke vom November nicht ständig im Kopf haben: "Diesen Triumph sollte man den Attentäter nicht gönnen." Bei der Berichterstattung von der Auslosung in Paris habe er "relativ schnell verdrängen können, was vorher passiert ist". Réthy kommentiert für das Zweite das Eröffnungsspiel, Gerd Gottlob für die ARD das Endspiel.

Bei der bisher größten Fußball-Europameisterschaft bieten ARD und ZDF ein Rekord-Programm. Die Aufstockung der Teams führt zu 51 Live-Übertragungen, davon 45 bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Die übrigen sechs EM-Spiele werden live bei Sat.1 zu sehen sein. Bei teilweise drei Partien pro Tag dauern die Fußball-Sendungen bei ARD und ZDF bis zu zehn Stunden.

"Das wird eine große Geschichte", kündigte Herres an. Der ARD-Programmdirektor hofft, dass sein Sender eine zusätzliche Übertragung machen darf. Er möchte am liebsten am Tag nach der EM "live aus Berlin eine erfolgreiche deutsche Mannschaft präsentieren".

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Tourismus im Alb-Donau-Kreis: Mischung aus Traumtouren und Welterbe

Der Deutsche Wanderverband hat vier Premiumwege im Alb-Donau-Kreis ausgezeichnet. Das Siegel ist begehrt: Das Angebot wird überregional beworben. weiter lesen