Trapp glänzt trotz Paris-Dilemma – Wechsel als Option

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Zeigte gegen Frankreich eine starke Leistung: Kevin Trapp von Paris Saint-Germain. Foto: Marius Becker  Foto: 

Die bohrenden Fragen nach seiner misslichen Lage in Paris meisterte Kevin Trapp so souverän wie seinen Job im Tor der Nationalmannschaft.

„Wenn ich mit zur WM fahren will, und das ist mein großes Ziel, weiß ich, dass ich spielen muss“, sagte der Schlussmann nach seinem hervorragenden Auftritt beim 2:2 gegen Frankreich. Den Anspruch auf ein WM-Ticket hatte er mit großer Ruhe und famosen Paraden in Köln demonstriert. Unabhängig von der ersehnten Rückkehr von Stammtorwart Manuel Neuer gehört Trapp derzeit zu den drei besten deutschen Torhütern.

Der einstige Frankfurter könnte sich einer Russland-Reise in der momentanen Form als Backup von Neuer und dem zum ersten Vertreter erklärten Marc-André ter Stegen also quasi sicher sein. Wäre da nicht die nervende Reservistenrolle bei Paris Saint-Germain. „Ich will weder von Ausrufzeichen reden noch von einem Fingerzeig. Für mich war es nur wichtig, spielen zu dürfen“, sagte Trapp nach seinem zweiten Länderspiel.

Die ungewöhnliche Situation des 27-Jährigen zwischen Frust im Verein und Lust im DFB-Team verdeutlicht eine lange nicht vermutete Entwicklung. Deutschland ist momentan nicht das gesegnete Torwart-Land. Die internationale Ausnahmestellung von Neuer vor dessen Fußbrüchen hat manches überdeckt. Von großer Auswahl für Bundestrainer Joachim Löw kann momentan nicht die Rede sein.

Einen logischen Konkurrenten gibt es für Trapp außer dem Leverkusener Bernd Leno derzeit nicht, und der patzte bei seinen beiden jüngsten Länderspielen gegen Australien (3:2) beim Confed Cup und in der WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan (5:1).

Olympia-Torwart Timo Horn steckt mit Köln im Abstiegskampf. U-21-Europameister Julian Pollersbeck ist sogar beim Hamburger SV nur Ersatz und für den dritten Mann von 2014, Ron-Robert Zieler, haben sich auch durch die Rückkehr in die Bundesliga zum VfB Stuttgart die DFB-Perspektiven nicht wieder verbessert.

Trapps größter Konkurrent um einen WM-Platz heißt also Alphonse Areola. Der Franzose hat ihm bei PSG den Stammplatz abspenstig gemacht. Als Trapp von seinem durch den Confed Cup verspäteten Sommerurlaub nach Paris kam, war der Zweikampf praktisch gelaufen.

Jetzt muss der gebürtige Saarländer, der in seinem zweiten Paris-Jahr akzentfrei französisch spricht, auf die kommenden Wochen hoffen. Denn ein Abschied von PSG in der Winterpause ist nicht die Lieblingsoption. „Natürlich ist das Fenster offen in der Winterpause. Ich habe noch nicht an einen Wechsel gedacht. Ich habe kein Spiel gemacht in Paris, aber es kann immer viel passieren.“

Als Dortmunds Torwart Roman Bürki mehrfach patzte, wurde Trapp sofort mit dem BVB in Verbindung gebracht. „Im Moment bin ich bei PSG und nicht in Dortmund und fühle mich sehr wohl“, sagte er. Kontakt zu den Westfalen habe es nicht gegeben.

Im Nationalteam genießt Trapp gerade auch außerhalb des Platzes große Sympathien. Sami Khedira eilte in der Mixed Zone extra herbei, um sich vor der Länderspiel-Winterpause zu verabschieden. Toni Kroos lobte in den höchsten Tönen: „Für mich war er sehr gut. Ein, zwei Bälle hat er gehalten, bei denen ich dachte, die sind schon drin. Er hat immer versucht, Fußball zu spielen, was unsere Philosophie ist. Ich habe ihn sehr, sehr gut gesehen.“

Löw und Bundestorwarttrainer Köpke, der kürzlich öffentlich Einsätze im Club angemahnt hatte, sind mit Trapp auch zufrieden. „In zwei, drei Aktionen hat er super reagiert und Chancen zunichte gemacht. Gerade gegen Frankreich, wo er im Fokus stand, so eine Ruhe und Ausstrahlung zu haben, ist eine gute Leistung“, sagte Löw. An Trapps Lage ändert das aber nichts: „Die Situation ist nicht zufriedenstellend. Wir schauen, was passiert“, sagte er.

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