Trainer Herrlich nach Premiere mit Leverkusen erleichtert

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Heiko Herrlichs Blick ging kurz ins Leere. Der neue Trainer von Bayer Leverkusen sützte sich mit der Hand auf einem Tisch ab, zog die Stirn kraus und mahnte, dass erst die ersten Bundesliga-Partien Aufschluss über die tatsächliche Stärke der Werkself geben werden.

„Es ist ein erster kleiner Schritt“, sagte der 45-Jährige nach dem knapp abgewendeten Pokal-Aus beim Drittligisten Karlsruher SC. „Man braucht uns nicht rosarot beschreiben. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Pflänzchen weiter wächst. Wir müssen an vielen Dingen arbeiten.“

Vor allem wegen der mangelnden Effizienz im Abschluss dauerte der Pokal-Abend für den Erstligisten am Freitag länger als gehofft. Eine Woche vor der ersten Bundesliga-Herausforderung beim FC Bayern drohte Herrlichs Pflichtspiel-Premiere als Bayer-Coach gar zur Blamage zu werden. Dementsprechend erleichtert stand auch Sportchef Rudi Völler nach dem 3:0 nach Verlängerung in den Katakomben des Wildparkstadions. „Das Ergebnis hätte schon nach 90 Minuten so heißen können“, bilanzierte er. „Fußballerisch haben wir das gut gelöst.“

Wie schnell es im DFB-Pokal gegen vermeintlich leichte Gegner vorbei sein kann, kennen die beiden Verantwortlichen aus Erfahrung. Herrlich erinnert sich genau, wie er vor 20 Jahren mit Borussia Dortmund an Eintracht Trier scheiterte. Leverkusen stolperte 2016 in der zweiten Runde gegen Drittligist SF Lotte. Nach der enttäuschenden Vorsaison hat Völler den einstigen Bayer-Torjäger Herrlich als neuen Hoffnungsträger vom Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg weggelockt, um das Team wieder in den Europapokal zu führen.

„Er macht gute Arbeit“, lobte Nationalspieler Julian Brandt, der mit einem Freistoß das erste Tor eingeleitet hatte. „Jetzt haben wir alles weitestgehend verinnerlicht und kommen immer mehr in seine Spielrichtung, die natürlich sehr vom Willen lebt. Das funktioniert gut.“ Doch bis zum Besuch bei den Bayern am nächsten Freitag wartet auf den Coach noch viel Arbeit.

Im Abschluss haperte es erheblich, so dass Herrlich mit der Kapuze auf dem Kopf im Regen an der Seitenlinie lange zittern musste. Nach zahlreichen vergebenen Chancen machten es erst Dominik Kohr (93. Minute), Joel Pohjanpalo (99.) und Leon Patrick Bailey (105.) in der Verlängerung gegen die kämpfenden Karlsruher besser. „Gerade mit Hinblick auf nächste Woche ist es gut, dass man ein bisschen Fahrtwind hat“, sagte Offensivkraft Brandt.

Wie Herrlich war auch dem 21-Jährigen klar, dass sich die Leverkusener vor dem Tor steigern müssen. „Wir werden nicht eine solche Anzahl von Torchancen bei den Bayern bekommen. Deswegen wären wir gut beraten, wenn wir die ersten Chancen eiskalt nutzen“, sagte Brandt und schob mit Blick auf die Stolperfalle der ersten Pokal-Runde hinterher: „Ich bin jetzt erst mal müde und glücklich, dass das Thema abgehakt ist.“ So sah es auch sein Trainer.

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