Schweinsteiger, Draxler, Can: Trio für EM-Einsatz fraglich

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Auch Liverpools Emre Can hat sich verletzt. Foto: Peter Powell

Vier Wochen vor der Nominierung seines vorläufigen EM-Kaders gibt es für Bundestrainer Joachim Löw immer mehr personelle Fragezeichen.

Nach Kapitän Bastian Schweinsteiger und Wolfsburgs Julian Draxler muss nun auch Emre Can wegen einer Verletzung um seine Teilnahme an der Fußball-EM in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) bangen. Noch auf dem Weg zum Comeback ist nach einer schweren Adduktorenverletzung Abwehrchef Jérôme Boateng.

Vier bis sechs Wochen Pause für Liverpools Mittelfeldspieler Can lautete die nächste schlechte Nachricht, die Löw am Wochenende aus England erreichte. Der vom Bundestrainer auf der Problemposition als rechter Verteidiger eingesetzte Can hatte sich beim dramatischen 4:3 gegen Borussia Dortmund in der Europa Leauge einen Bänderriss am Sprunggelenk zugezogen.

Bis zur Nominierung von Löws vorläufigem EM-Kader am 17. Mai dürfte Can kaum wieder richtig fit sein. Der 22-Jährige verpasst zumindest das Europapokal-Halbfinale der Liverpooler gegen Villarreal und wohl auch das mögliche Endspiel am 18. Mai in Basel unmittelbar vor dem Start des EM-Trainingslagers des deutschen Weltmeisterteams am 23. Mai in Ascona (Schweiz).

Auch für Schweinsteiger und Draxler wird es eng. Draxler erlitt in dieser Woche im Champions-League-Rückspiel bei Real Madrid (0:3) einen Muskelbündelriss im Oberschenkel. Er wird nach Club-Angaben "mehrere Wochen ausfallen".

Der am Knie verletzte Schweinsteiger wird laut Manchester Uniteds Trainer Louis van Gaal in dieser Saison für die Red Devils "sehr wahrscheinlich nicht mehr zum Einsatz kommen". Der ehemalige Bayern-Star hatte im März im Training mit der DFB-Auswahl einen Innenbandteilriss im rechten Knie erlitten. In der Rückrunde kam Schweinsteiger nur auf zwei Einsätze in der Premier League, nachdem er sich im Januar die erste Innenbandverletzung im rechten Knie zugezogen hatte und für knapp zwei Monate ausfiel. 

Im Gegensatz zu Draxler und Can, die nicht zum Kreis der absolut gesetzten Spieler gehören, ist Schweinsteiger für Löw ein Sonderfall. "Da muss man ein bisschen abwarten", sagte Löw nach der erneuten Blessur im März. Seinen Kapitän wird der Bundestrainer in jedem Fall mit in die EM-Vorbereitung nehmen, sofern noch die geringste Hoffnung auf einen Turniereinsatz besteht. Die EM beginnt für Deutschland am 12. Juni mit dem Gruppenspiel in Lille gegen die Ukraine.

Die Situation ist für Löw nicht neu. Sie hat aber noch nicht die dramatischen Züge erreicht wie vor der WM 2014. Damals fiel Marco Reus kurzfristig verletzt aus. Neben Schweinsteiger waren unter anderen der damalige Kapitän Philipp Lahm und Torwart Manuel Neuer angeschlagen. Zudem kämpfte Sami Khedira als Rekonvaleszent um die WM-Teilnahme. Beim Triumph in Brasilien konnte das Quartett dann entscheidend mitwirken. Spätestens am 30. Mai muss der Bundestrainer die 23 Spieler benennen, mit denen er in Frankreich Europameister werden will.

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