VfB im Trainingslager in Portugal

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Slalom mit Ball: Offensivspieler Julian Green, der vom FC Bayern kam, soll bis zum Rückrundenstart richtig fit werden.  Foto: 

Orkan Egon macht mächtig winterlichen Wirbel. Die Zweiltiga-Fußballer des VfB Stuttgart haben gerade noch rechtzeitig den Abflug gemacht: Sonne, azurblauer Himmel, 15 Grad! In Lagos an Portugals Algarveküste, wo sich schon das Team von RB Leipzig bis Mitte dieser Woche fürs zweite Bundesliga-Halbjahr aufgewärmt hat, sind die Stuttgarter gestern in ihr achttägiges Trainingslager gestartet. Ein Testspiel steht dort gleich morgen gegen Drittligaklub MSV Duisburg auf dem Programm (siehe Info-Box).

Mit Leistungsprüfung, Trainingstagen in Stuttgart und einem ordentlichen 0:0 diesen Mittwoch beim 1. FC Köln ist die Mannschaft von Hannes Wolf ins Fußball-Jahr 2017 eingestiegen. Hart soll weitergearbeitet werden am großen Ziel: sofortige Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Durch die zwei Niederlagen unmittelbar vor der Winterpause, 1:2 gegen den direkten Konkurrenten Hannover 96 und 0:3 beim starken Aufsteiger Würzburger Kickers, hatten es die „Roten“ kläglich verpasst, als Spitzenreiter in die zweite Saisonhälfte zu gehen.

Doch geht es ganz eng zu: Eintracht Braunschweig (34 Punkte) führt vor Hannover (32/Tordifferenz +12), dem VfB (32/+9) und Heidenheim (29). Nur die ersten beiden steigen direkt auf, der Dritte muss in die Relegation. Das wollen die Stuttgarter vermeiden und spätestens am letzten Spieltag, dem 21. Mai, ihre Mission erfüllen. Dass der Wiederaufstieg auch mit vergleichsweise gutem und großem Kader kein Selbstläufer wird, dürfte spätestens kurz vor Weihnachten auch dem Letzten klar geworden sein. Der Trainer kritisierte die Einstellung und kündigte eine schonungslose Analyse an.

Auch Sportvorstand Jan Schindelmeiser kann die Enttäuschung nicht verhehlen: „Dass wir am Ende der Hinrunde als Dritter über die Ziellinie gehen, ist ernüchternd. Nicht nur wir sind enttäuscht, wir enttäuschen auch die Menschen, die mit uns fiebern. Wir haben ihnen gegenüber eine Verantwortung, und der müssen wir gerecht werden.“ Präsident Wolfgang Dietrich fordert deshalb vor der Rückrunde: „Wir müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren, um am Ende unser großes Ziel, den Aufstieg, zu erreichen.“

Mit 22 statt 23 Spielern ist der VfB nach Portugal gereist. Der in Stuttgart nicht nur zu Bundesliga-Zeiten wenig überzeugende Innenverteidiger Toni Sunjic fehlt. Der Bosnier wechselt (wohl auf Leihbasis) zu Serie-A-Abstiegskandidat US Palermo. Nach Stephen Samas Transfer zu Greuther Fürth und Philip Heises Abgang zu Dynamo Dresden ist Sunjic der dritte Abwehrmann, der in der Winterpause geht.

Die zuletzt angeschlagenen Offensivspieler Carlos Mané und Julian Green haben die Reise mit angetreten, nachdem sie bereits am Donnerstag erstmals wieder voll trainiert hatten. In Portugal sollen beide ohne jede Einschränkung an allen Einheiten teilnehmen können. Neuzugang Green hatte noch aus seiner Zeit beim FC Bayern München einen Faserriss im Oberschenkel. Mané plagten Probleme an der Achillessehne. Für den 22-jährigen Außenstürmer ist es übrigens eine kurze Rückkehr in die Heimat: Mané ist in der Hauptstadt Lissabon geboren, spielte seit der Jugend bei Sporting und ist aktueller portugiesischer U-21-Nationalspieler.

Hohe Erwartungen an Green

Eine echte Verstärkung im Defensivbereich steht noch aus, bisher ist Manés Stürmerkollege Julian Green als US-Nationalspieler der prominenteste VfB-Neuzugang. „Wir halten schon noch weiter die Augen offen“, betont Trainer Wolf. Was Green angeht, hat der Verein hohe Erwartungen. „Ich hoffe, dass er uns unmittelbar verstärkt. Er ist kein ganz unbeschriebenes Blatt“, sagt Wolf über den in Florida geborenen 21-Jährigen. Green selbst sagt trotz des Wechsels in die zweite Liga:  „Stuttgart ist für mich kein Rückschritt.“ Spielt Top-Torjäger Simon Terodde (elf Saisontreffer) im Angriffzentrum, gibt es für Green die Option auf dem Flügel. Der Konkurrenzkampf jedenfalls wird härter. Das kann nicht schaden, geht es beim VfB Stuttgart doch nicht nur in Portugal, sondern auch rein sportlich um einen Platz an der Sonne.

Am Sonntag, 29. Januar (13.30 Uhr), startet der VfB beim Zweitliga-Tabellenletzten FC St. Pauli in die Rückrunde. Zwei Testspiele stehen bis dahin noch auf dem Programm: als Generalprobe am Mittwoch, 25. Januar, ein nicht-öffentliches gegen den Schweizer Erstligisten FC Luzern mit Trainer Markus Babbel, dem Ex-Stuttgarter. Und bereits an diesem Sonntag um 15 Uhr trifft Hannes Wolfs Team im Trainingslager in Lagos auf den MSV Duisburg. Der spielt inzwischen nur noch in der dritten Liga, ist allerdings momentan Tabellenführer. Auf VfB-TV (www.vfbtv.de) wird die Begegnung morgen live und kostenfrei zu sehen sein. Bei der Produktion kommen laut Verein bis zu sechs Kameras zum Einsatz.

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