Prinz William setzt auf FC Bayern

Letztes Jahr hat eine englische Mannschaft in München gewonnen. Heute folgt nun die Revanche. Bei Borussia Dortmund und dem FC Bayern München laufen die letzten Vorbereitungen auf das erste "German Endspiel" der Champions League (20.45 Uhr MESZ/ZDF) in London.

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  • Im Anflug auf London: Bayern-Flügelspieler Franck Ribéry (oben) und Dortmunds Abfangjäger Sven Bender. Foto: dpa 1/3
    Im Anflug auf London: Bayern-Flügelspieler Franck Ribéry (oben) und Dortmunds Abfangjäger Sven Bender. Foto: dpa
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Letztes Jahr hat eine englische Mannschaft in München gewonnen. Heute folgt nun die Revanche. Bei Borussia Dortmund und dem FC Bayern München laufen die letzten Vorbereitungen auf das erste "German Endspiel" der Champions League (20.45 Uhr MESZ/ZDF) in London. Bei der Anreise hatten die Münchner gestern die Nase knapp vorne. Ihr Flieger landete um 11.30 Uhr Ortszeit, der BVB erreichte den Flughafen in Stansted um 13.53 Uhr.

Zwei deutsche Mannschaften im Endspiel der Champions League - für Prinz William, Thronfolger und zudem auch Präsident des englischen Fußball-Verbandes, ist die Sache klar. Er setzt auf ein 2:0 des FC Bayern. "My money is on Bayern Munich, two-nill", sagte er bei einer Rede auf dem Uefa-Kongress.

Für Hans-Peter Friedrich, als Bundesinnenminister auch Minister für den Sport, ist das deutsche Endspiel "ein Gütesiegel für die Bundesliga". Auch seine Sympathien sind klar verteilt: "3:1 für den FC Bayern. Sorry, BVB", sagte Friedrich (CSU). Dafür ist SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für Schwarz-Gelb - rein sportlich gesehen. Auch das kein Wunder: Steinbrück ist Mitglied im Aufsichtsrat des BVB.

"Wir sind alle froh, dass es endlich losgeht. Wir wollen jetzt endlich Fußball spielen nach dem ganzen Gerede. Wir sind bereit und sehr heiß", sagte Arjen Robben. Den Gedanken an eine dritte Finalniederlage des FC Bayern nach 2010 und 2012 wollte der Niederländer erst gar nicht zulassen. "Wir gehen dahin, um zu gewinnen. Und Aus." Bei der Landung bei nasskaltem Schmuddelwetter wurde der Tross des FC Bayern ein wenig durchgeschüttelt, danach allerdings von etwa 300 Anhängern gebührend in Empfang genommen. Klub-Chef Karl-Heinz Rummenigge sagte: "Wir werden einen guten Tag brauchen und so spielen müssen, wie wir das die ganze Saison abgeliefert haben." Präsident Uli Hoeneß bekundete, seine Vorfreude sei "sehr groß".

Borussia Dortmund wurde von einigen Hundert Anhängern am Flughafen in Dortmund verabschiedet - dort checkte die Mannschaft stilgerecht am Gate "09" ein. Anschließend bestiegen die Dortmunder erstmals eine eigens für sie in Weiß und Gelb umlackierte Maschine ihres Sponsors Turkish Airlines, auf dem Heckleitwerk prangte ein riesiges BVB-Emblem. Nicht mit an Bord war der verletzte Mario Götze - er musste sich noch einer Weisheitszahn-Behandlung unterziehen. Götze will heute nachfliegen.

"Wir sind voller Zuversicht", versicherte Mannschaftskapitän Sebastian Kehl. Dass der BVB ohne den zum FC Bayern wechselnden Götze antreten muss, bereitet ihm angeblich keine Sorgen. "Das ist kein Problem", betonte Sportdirektor Michael Zorc, "wir konnten uns ja darauf vorbereiten. Es wäre ohnehin ein Wunder gewesen, wenn er wieder hundertprozentig fit gewesen wäre, aber es bestand immer Hoffnung." Jürgen Klopp bekräftigte, er habe seine Endspielmannschaft "schon im Kopf".

Der FC Bayern wird in Bestbesetzung antreten können. Während Franck Ribéry forderte: "Wir müssen so spielen wie zuletzt gegen den FC Barcelona", sagte Thomas Müller: "Wir haben sehr viel Selbstvertrauen, aber wir wissen auch, dass alles passieren kann."

Die Reiseplanung des FC Bayern für die Mannschaft war diesmal besonders clever: Spieler, Trainer und Verantwortliche, insgesamt rund 60 Personen, stiegen in eine Maschine vom Typ Embraer 190. Dieser zweistrahlige Jet hat eine Sonderzulassung für Steilanflüge, die Münchner konnten damit auf dem London City Airport am Ostrand der Innenstadt landen. Von dort dauert es normalerweise eine halbe Stunde bis zum Mannschaftshotel am Regent"s Park, wegen des dichten Verkehrs trafen die Münchner dort aber erst eineinhalb Stunden nach der Landung ein. Die Borussia reiste über den Flughafen Stansted an, der 55 Kilometer nördlich von London in der Grafschaft Essex liegt. Dort wurde sie bei Regen und sieben Grad Celsius von Hunderten Anhängern und einem Blitzlichtgewitter begeistert empfangen. Von dort ging es zunächst in ein ländlich gelegenes idyllisches Hotel, wo der BVB die Nacht vor dem Finale verbringt.

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