Nächste Hürde Frankreich

Das Sturm-Duo Celia Sasic/Anja Mittag spielt sich bei der WM in einen Torrausch. In vier Spielen trafen die Offensivkräfte schon je fünfmal - jetzt sind beide gegen Frankreich gefordert, das Südkorea 3:0 ausschaltete.

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Das 1:0 gegen Schweden war eine Koproduktion von Celia Sasic (links) und Torschützin Anja Mittag. Leonie Maier (rechts) jubelt mit den beiden.  Foto: 

Celia Sasic und Anja Mittag sind bei der Fußball-WM der Frauen bisher nicht zu stoppen. Das deutsche Offensiv-Duo verbreitet in den gegnerischen Abwehrreihen Angst und Schrecken. Nach dem 4:1-Achtelfinalsieg gegen Schweden in Ottawa haben die Angreiferinnen jeweils bereits fünf Treffer auf dem Konto und führen die Torschützinnenliste einträchtig an. Der Kampf um den "Goldenen Schuh" kann in Kanada eine rein deutsche Angelegenheit werden.

Sasic, die einen Tag nach dem Viertelfinale in Montreal gegen Frankreich (Freitag, 22 Uhr MESZ) ihren 27. Geburtstag feiert, und Mittag sehen sich aber keineswegs als Konkurrentinnen. Sie haben ein gemeinsames Ziel, einen Traum: Deutschland zum WM-Titel schießen! Dafür spielen und kämpfen sie Seite an Seite. Und sind wohl auch deshalb so erfolgreich, weil sie sehr unterschiedliche Stürmer-Typen verkörpern. Mittag, die nach drei Jahren beim schwedischen Spitzenclub FC Rosengard zu Paris Saint-Germain wechselte, agiert im zentralen offensiven Mittelfeld hinter Stoßstürmerin Sasic. Beide haben sich über die Jahre immer besser aufeinander abgestimmt, harmonieren bei dieser WM perfekt. "Wir spielen schon lange gemeinsam, kennen unsere Laufwege", lobt Mittag das Zusammenspiel.

Das funktioniert auch deshalb so gut, weil beide frei von jeglichen Egoismen sind. Missgunst oder Konkurrenzdenken liegen ihnen fern. Das Team steht über allem. Häufig legen sie sich die Tore gegenseitig auf. "Celia ist eine tolle Strafraumstürmerin, eiskalt vor dem Tor", lobt Mittag ihr kongeniale Partnerin. "Ich nehme den Ball lieber vor der Abwehrkette und komme aus der Tiefe." Sasic findet: "Wir ergänzen uns sehr gut, weil wir wissen, was der andere vorhat." Hoffentlich klappt das auch gegen die starken Französinnen.

Beim 10:0 zum WM-Start gegen die Elfenbeinküste begann das Wettschießen. Jede traf dreimal. Mittag wurde zur besten Spielerin der Partie gekürt, am Samstag gegen Schweden nun auch. Mit 30 Jahren ist die gebürtige Chemnitzerin wohl auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft angelangt. "Durch ihre Auslandsaufenthalte ist sie nicht nur sportlich besser geworden, sondern auch menschlich gereift", findet Silvia Neid. Die Bundestrainerin schwärmt von ihren zwei Torjägerinnen, die darüber hinaus von den fleißigen "Flügeln" Simone Laudehr und Alexandra Popp super unterstützt werden. "Celia und Anja haben heute auch hervorragend gegen den Ball gearbeitet", lobt Neid.

Entwarnung gab indes Simone Laudehr, die in der Endphase ohne äußere Einwirkung böse umgeknickt war: Es sei nur eine leichte Bänderdehnung im linken Sprunggelenk. "Das tat kurz weh, aber nach 20 Jahren ständigen Umknickens merke ich dann nix mehr", sagte Laudehr.

Die nächste Hürde auf dem Weg zum dritten Stern heißt Frankreich, das gestern am späten Abend beim 3:0 über oder Südkorea beeindruckte. Fehlen wird dann Saskia Bartusiak. Die erfahrene Innenverteidigerin ist nach ihrer zweiten Gelben Karte gesperrt.

Mit dem Einzug in die Runde der letzten Acht ist der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister nicht nur dem Titel, sondern auch dem Minimalziel Olympia-Qualifikation einen großen Schritt näher gekommen. Für Rio 2016 lösen nur die drei besten Europa- Teams der WM das Ticket.

"Matildas" bejubeln eine Sensation

Brasilien ist raus Ein hoch gewetteter Konkurrent weniger für das deutsche Team: Südamerika-Meister Brasilien ist sensationell im Achtelfinale gescheitert - nach enttäuschender Vorstellung mit 0:1 gegen spielerisch limitierte, aber kampfstarke Australierinnen. Es war Brasiliens erster Gegentreffer im Turnier. Australien gewann in Moncton erstmals ein K.o.-Spiel bei einer WM. Die "Matildas" treffen am Samstag im Viertelfinale entweder auf Weltmeister Japan oder die Niederlande. Ein Torwartfehler beendete den Titeltraum der "Canarinhas": Den ersten Schuss aufs Tor ließ Luciana unnötig nach vorne abprallen, Kyah Simon schoss ein (80.). Brasiliens Star Marta (29), fünfmalige Weltfußballerin, scheiterte damit erneut beim Anlauf auf den wichtigsten Titel.

 

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