Italien arbeitet WM-Debakel auf - Wunschlösung Ancelotti

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  • Gilt in Italien als Wunschlösung für den Posten als italienischer Nationaltrainer: Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti. Foto: Andreas Gebert 1/3
    Gilt in Italien als Wunschlösung für den Posten als italienischer Nationaltrainer: Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti. Foto: Andreas Gebert Foto: 
  • Gian Piero Ventura ist nicht mehr Fußball-Nationaltrainer Italiens. Foto: Daniel Dal Zennaro 2/3
    Gian Piero Ventura ist nicht mehr Fußball-Nationaltrainer Italiens. Foto: Daniel Dal Zennaro Foto: 
  • Carlo Tavecchio, der Präsident des italienischen Fußballverbandes FIGC, will seinen Stuhl nach Italiens gescheiterter WM-Qualifikation nicht räumen. Foto: Luca Bruno 3/3
    Carlo Tavecchio, der Präsident des italienischen Fußballverbandes FIGC, will seinen Stuhl nach Italiens gescheiterter WM-Qualifikation nicht räumen. Foto: Luca Bruno Foto: 
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Die Rufe nach Carlo Ancelotti werden lauter. Nach dem italienischen WM-Debakel gilt der Ex-Bayern-Trainer offensichtlich als Wunschlösung für den Neuanfang bei der so tief gestürzten Squadra Azzurra.

Am Mittwochabend verkündete die Verbandsspitze nach einem Krisentreffen den wenig überraschenden Schritt: Gian Piero Ventura ist nicht länger Nationaltrainer. „Nach dem Desaster hat der Wunsch aller für die Trainerbank der Nazionale einen Vor- und Nachnamen: Carlo Ancelotti“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“.

Die Nachfolge-Diskussion ist zwei Tage nach der Schmach von San Siro längst im Gange. Durch das 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Schweden hatte der viermalige Fußball-Weltmeister erstmals seit 60 Jahren wieder eine WM-Endrunde verpasst. Als Hauptschuldiger war Ventura ausgemacht worden, einen Rücktritt hatte der 69-Jährige nach der historischen Pleite zunächst abgelehnt.

Für Mittwoch hatte der Präsident des Fußballverbands FIGC, Carlo Tavecchio, eine Versammlung einberufen und „Entscheidungen für die Zukunft“ angekündigt. Tavecchio selbst steht ebenfalls in der Schusslinie, scheint sich aber an seinen Posten zu klammern und will offenbar im Amt bleiben. „Carlo Tavecchio hat uns mitgeteilt, dass er nicht vorhat, von der FIGC-Präsidentschaft zurückzutreten“, sagte der Präsident der italienischen Spielervereinigung AIC, Damiano Tommasi, laut „Gazzetta dello Sport“ und Nachrichtenagentur Ansa.

Tommasi hatte die Krisensitzung des Verbands demnach vorzeitig verlassen. Rücktrittsforderungen waren an Tavecchio bereits vor dem niederschmetternden Ergebnis im Playoff-Rückspiel gegen Schweden laut geworden für den nun eingetretenen Fall, dass Italien bei der WM in Russland 2018 fehlen wird.

Laut „Gazzetta dello Sport“ wäre ein Wechsel in der Führungsspitze des Verbands aber eine Bedingung für Ancelotti zu einem Engagement als Nationaltrainer. Es gibt aber auch Spekulationen, dass der Erfolgstrainer in England trainieren will. Die Londoner Clubs FC Chelsea und FC Arsenal sind im Gespräch.

Eigentlich hatte Ancelotti nach seinem Aus bei den Bayern Ende September angekündigt, sich eine Auszeit zu nehmen. Dass der Chefposten bei der Nationalelf so schnell frei wird, hätte der 58-Jährige auch kaum vermutet. Mit Ancelotti hätte die italienische Auswahl jedenfalls wieder einen namhaften Trainer, der reihenweise Erfolge vorweisen kann. Allein die Champions League gewann er dreimal, dazu holte er Meisterschaftstitel in Italien, England, Frankreich und Deutschland.

Neben Ancelotti steht unter anderem auch Venturas Vorgänger Antonio Conte im Gespräch. Nach dem Titelgewinn mit dem FC Chelsea geriet der Italiener zuletzt ein wenig in die Kritik. Gehandelt werden auch Roberto Mancini (Zenit St. Petersburg) und Claudio Ranieri (Nantes).

Ventura hatte das Ergebnis am Montag als „zentnerschwer“ bezeichnet und mit der Aussage „Ich bin stolz, Teil der azurblauen Truppe gewesen zu sein“ Verwirrung gestiftet. Später verneinte er, zurückgetreten zu sein, „weil ich noch nicht mit dem Präsidenten gesprochen habe“.

Nach dem bitteren Scheitern steht Italiens Fußball-Welt unter Schock. Größen wie Torwartlegende Gianluigi Buffon und Teamkollegen Daniele De Rossi und Andrea Barzagli hatten nach dem Spiel am Montag das Ende ihrer Nationalmannschaftskarrieren angekündigt. Der untröstliche Buffon hatte das Fehlen bei der WM als „Katastrophe“ bezeichnet.

Womöglich warten im Sommer aber doch noch einige reizvolle Spiele für Italien. Nach Informationen des US-Fernsehsenders ESPN prüft der amerikanische Fußball-Verband die Möglichkeit eines Mini-Turniers oder einer Länderspielserie der WM-Frustrierten. Daran könnten neben Italien auch die für die WM nicht qualifizierten Top-Teams Niederlande, Chile, Ghana und die USA als Gastgeber teilnehmen. Die Spiele könnten demnach kurz vor dem Beginn der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) ausgetragen werden.

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Kommentare

15.11.2017 12:11 Uhr

Rebellion

Jetzt gibt es Konkurrenz für Russland(der-postillon-Niederlande und Italien planen eigene WM mit allen ausgeschiedenen Mannschaften)

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