Leipzig rätselt über Leistungsabfall

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Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl haderte mit dem 2:2. Foto: Jan Woitas  Foto: 

Der plötzliche Leistungseinbruch nach genau einer Stunde trübte die erste Woche von RB Leipzig mit Champions League und Bundesliga-Alltag.

Mit dem Auftritt seiner auf fünf Positionen veränderten Mannschaft in den ersten 60 Minuten beim 2:2 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach war Trainer Ralph Hasenhüttl sehr zufrieden - die Schlussphase gefiel ihm dagegen gar nicht. „Wir dürfen uns nicht am eigenen Spiel ergötzen, sondern müssen zielstrebig bleiben“, forderte der Österreicher. „Die erste Halbzeit war wie aus einem Guss, fast schon beängstigend, was wir da gespielt haben.“

Doch die Offensivqualitäten von Timo Werner und Co. machten für Hasenhüttl nicht die Schwächen vergessen. Er vermisste „bestimmte Automatismen gegen den Ball“. So stellte der Coach nach einer Stunde sein System um, brachte mit Nationalspieler Diego Demme eine weitere Absicherung, denn die „frühen Früchte sind oft die faulen. Das hat sich dann in der zweiten Halbzeit bewahrheitet“, meinte Hasenhüttl.

Zu hart wollte Hasenhüttl mit seinem jungen Team nach einer Woche mit dem 1:1 beim Königsklassen-Debüt gegen die AS Monaco und dem Remis gegen Gladbach aber nicht ins Gericht gehen: „Ich weiß, dass es nicht einfach wird, wenn der Kopf müde wird und die Beine bei Englischen Wochen ein bisschen schwerer werden. Das ist der Entwicklungsschritt, den wir noch setzen müssen, um eine Spitzenmannschaft zu werden.“

Die Doppelbelastung wollte Kevin Kampl, der sein Startelfdebüt gab, mit Blick auf 65 Prozent Ballbesitz, 53 Prozent Zweikampfquote und einer Passquote von 87 Prozent nicht als Ausrede gelten lassen. „Klar ist man ein bisschen müde, man muss sich aber an die Englischen Wochen gewöhnen. Das darf das nicht als Grund nehmen. Wir haben zweimal geführt, dann musst du es am Ende einfach besser verteidigen und auch noch besser machen“, sagte der frühere Leverkusener.

Hasenhüttl will nun klären, ob der plötzliche Leistungsabfall seines Teams eine Kraftfrage oder mentaler Natur war. „Da müssen wir uns noch die Werte anschauen“, meinte er. „Wenn du den Gegner abstrafst und 4:1 führst, ist alles ok. Doch wenn es 2:1 steht und der Gegner plötzlich kommt, brauchst du noch ein paar Körner im Tank.“

Auf jeden Fall kann er sich auf Werner verlassen. Der 21 Jahre alte Nationalstürmer traf im vierten Spiel zum vierten Mal und schoss die Leipziger in Führung (17. Minute). Die Borussen glichen dank eines Foulelfmeters von Thorgan Hazard (25.) aus. Einen starken Pass von Naby Keita nutzte Jean-Kevin Augustin (31.) dann zu seinem ersten Treffer im RB-Trikot. Doch Nationalspieler Lars Stindl (61.) traf zum 2:2. „In der zweiten Halbzeit haben auch wir gezeigt, warum wir eine gute Qualität haben, waren im richtigen Moment im Pressing drin und wurden mit dem Ausgleich belohnt“, bilanzierte Dieter Hecking.

Bangen musste der Gladbach-Trainer kurzfristig um seinen Weltmeister Christoph Kramer. Nach dem K.o. im WM-Finale 2014 erwischte es ihn erneut am Kopf. RB-Star Naby Keita traf Kramer mit dem Stollen des Schuhs im Gesicht und sah die Rote Karte (83.). „Es sah schlimmer aus, als es ist“, meinte Kramer, der eine dicke Lippe davontrug.

„Ich unterstelle Keita keine Absicht. Es ist gefährliches Spiel, der Fuß ist im Gesicht, da ist die Regel dann auch Rot“, urteilte Hecking. Abwehrspieler Matthias Ginter beschrieb die Situation trocken: „Er hat ein Loch in der Lippe. Ich weiß nicht, ob er getackert wurde - bestimmt. Jetzt hat er ein Pflaster drüber.“

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