HSV, VfL und FCA im Herzschlag-Abstiegsfinale

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HSV-Idol Uwe Seeler wird sich das Spiel live im Hamburger Volksparkstadion anschauen. Foto: Christian Charisius

Die Arena ist ausverkauft, der Schwarzmarkt blüht, und in Glücksbringer Uwe Seeler kehrt der HSV-Erfolgsgarant auf die Tribüne zurück: Alle wollen dabei sein, wenn am Samstag (15.30 Uhr) der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg im „Finale gegen die Relegation“ aufeinandertreffen.

„Ja, ich will mir das antun. Ich hoffe auf ein Wunder, aber es wird ein schweres Spiel“, sagte Fußball-Idol Seeler der Deutschen Presse-Agentur. Bei einem knappen HSV-Sieg könnte am Ende auch der FC Augsburg der Dumme sein, sofern die Gäste bei 1899 Hoffenheim deutlicher verlieren als der VfL in Hamburg. Dann müsste der FCA am 25. und 29. Mai gegen den Zweitliga-Dritten zum Kampf um den Klassenverbleib antreten.

Vor dem Herzschlag-Saisonfinale schworen sich die Fuggerstädter auf ein letztes Aufbäumen ein und machten klar, dass es im Fernduell um den Klassenverbleib nur auf die eigene Leistung im Kraichgau ankommt. Bange Blicke zur Anzeigetafel oder ein Hoffen auf das ideale Ergebnis im Nord-Duell sind tabu. „Ich weiß, dass man sich auf niemanden verlassen kann“, sagte Routinier Halil Altintop.

Zentrale Bedeutung hat ohnehin die Partie im mit 57 000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion. Und da ist „Uns Uwe“, der wegen einer Rücken- und einer Herz-Operation die jüngst erfolglosen Heimspiele gegen Darmstadt (1:2) und Mainz (0:0) verpasste, wieder dabei. „Ich kann ja nur die Daumen drücken“, meinte der 80-Jährige, der seinem Lieblingsclub in den von ihm besuchten Heimspielen davor meist Glück gebracht hat. Immerhin holte der HSV 25 seiner 35 Punkte daheim.

Markus Gisdol hofft auf das Comeback von Top-Scorer Nicolai Müller und probiert alles. Während HSV-Fans in der euphorisierten Hansestadt versuchten, an die bis zu 500 Euro teuren Schwarzmarkt-Tickets zu gelangen, bereitete der Coach sein Team zwei Tage im beschaulichen Rotenburg/Wümme auf das Finale vor. Folgen soll das Happy End einer Achterbahn-Saison: „Wir haben uns die Chance aus einer ausweglosen Situation erarbeitet und werden sehr klar und fokussiert sein.“

Die Statistik spricht allerdings für die „Wölfe“: Der VfL ist seit 2007 in neun Auswärtsspielen an der Elbe ungeschlagen. Jonker setzt darauf, dass seine Spieler auch in Bedrängnis kühlen Kopf bewahren. „Der Kopf ist immer wichtiger. Es kommt immer vom Kopf, nie vom Fuß“, sagte der Niederländer, der an den Abläufen vor der Partie deshalb kaum etwas geändert hat. Nur die Öffentlichkeit durfte seit Mittwoch nicht mehr zuschauen, wie sich der VfL auf die Begegnung vorbereitet.

Den Absturz seit der Amtsübernahme von Valérien Ismaël Ende Februar hat auch Jonker nicht stoppen können. 15 Punkte aus elf Spielen waren zu wenig, um sich den nervenaufreibenden Showdowm am Samstag zu ersparen. „Beide Mannschaften haben nicht genug gebracht, darum ist es jetzt entscheidend“, sagte Jonker.

Dass sein Team überhaupt noch die Chance hat, den Super-GAU abzuwenden, liegt fast nur an Mario Gomez. Mit seinen bislang 16 Saisontoren hat er den VfL nahezu im Alleingang am Leben gehalten. „Wir steigen nicht ab“, wiederholte Gomez zuletzt fast mantra-artig. „Das wird eine Nervenschlacht“, befürchtet Mittelfeldspieler Maximilian Arnold.

In dem zu erwartenden Hexenkessel muss einer ganz cool bleiben: Manuel Gräfe. „Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht in Frage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen“, sagte der frühere FIFA-Referee Markus Merk der „Hamburger Morgenpost“. Und meinte Gräfe.

Der Berliner hatte 2014/15 im zweiten Relegationsspiel des HSV beim Karlsruher SC in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für den HSV gegeben, den Marcelo Diaz zum 1:1 nutzte. Die Hamburger blieben erstklassig, Gräfe verfolgt dieser Pfiff seither und setzt ihn am Samstag erneut unter Druck. Dennoch hält der DFB an der umstrittenen Schiedsrichteransetzung fest.

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