Hertha will Europa-Lehren in Liga mitnehmen

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Hertha-Stürmer Vedad Ibisevic verwertete seine Chancen nicht. Foto: Soeren Stache  Foto: 

In der Nacht nach dem halbgelungenen Europa-Comeback grübelten Trainer und Spieler noch über die verpasste Siegchance gegen Bilbao.

„Wenn wir abgezockter sind, machen wir vielleicht ein Tor“, erklärte Confed-Cup-Starter Marvin Plattenhardt. Doch am Freitag waren alle Hertha-Protagonisten schon wieder auf die nächste Aufgabe in der Fußball-Bundesliga bei 1899 Hoffenheim fokussiert. „Wir nehmen viel Positives mit“, betonte Manager Michael Preetz nach dem torlosen Remis: „Fünf Wechsel, alle waren gut im Spiel. Alle haben gezeigt, dass der Trainer auf den gesamten Kader zurückgreifen kann.“

Auch am Sonntag (13.30 Uhr) in Hoffenheim wird Trainer Pal Dardai die schon beim 0:0 zum Europa-League-Start praktizierte Spieler-Rotation weiterführen. „Zwei, drei Positionen werden wir sicher ändern“, kündigte der Ungar bereits an. „Es wird eine andere Spielweise auswärts, wir werden eine andere Taktik wählen.“

Der Chefcoach wird jedes Risiko meiden, um vor allem Verletzungen auszuschließen. Schon die Startelf-Besetzung gegen Athletic zeigte, dass die Hertha-Chefs der Bundesliga erste Priorität einräumen. Stützen des Teams wie Niklas Stark und Per Skjelbred, aber wohl auch der derzeit beste Torschütze Matthew Leckie werden wie Stammkeeper Rune Jarstein in Hoffenheim wieder von Beginn an dabei sein.

Thomas Kraft, der in der Europa League Jarstein vertritt, bekam ein Sonderlob. Mit starken Aktionen hatte der ehemalige Münchner Hertha gegen die Basken zunächst am Leben gehalten. „Er hat souverän gespielt. Man hatte nicht das Gefühl, dass er lange draußen war“, erklärte Preetz: „Er hat seinen Job sehr zuverlässig gemacht.“

Auch die anderen gegen Bilbao aufgebotenen frischen Kräfte wie Ondrej Duda oder Fabian Lustenberger haben die neue Auswahl nicht vereinfacht. „Die Jungs haben gut gespielt, das wird schwer für den Trainer“, sagte Dardai. „Die Spieler, die reingekommen sind, haben die Lücken gut gefüllt“, bemerkte Innenverteidiger Sebastian Langkamp: „Das war unser bestes Saisonspiel, was die Intensität betrifft. Wir haben viel Leidenschaft gehabt.“

Nach Eingewöhnungsproblemen im ersten Spielabschnitt zeigten die Berliner Profis vor 28 832 Zuschauern im Olympiastadion eine gute Reaktion. „Wir haben ein bisschen gebraucht, um anzukommen. Wir haben uns aber gewaltig gesteigert“, erklärte Preetz: „Eigentlich hat nur eins gefehlt - das Siegtor.“ Hertha fehlt derzeit ein eiskalter Knipser. „Die Knipser gibt’s ja, aber die knipsen nicht“, meinte der Manager: „Aber das wird auch wieder kommen.“

Dardai trauerte zunächst noch etwas den vergebenen Tormöglichkeiten im zweiten Durchgang hinterher: „Hätten wir gewonnen gegen den stärksten Gruppengegner, wären wir fast schon durch. Jetzt müssen wir zu Hause alle schlagen und auswärts den einen oder anderen Punkt klauen. Deshalb bin ich einen Tick enttäuscht.“ Doch später überwog die Zufriedenheit. Sogar mit der kleinen Kulisse konnte sich der Trainer am Ende anfreunden: „Über 25 000 sind nicht schlecht. Sie haben ein gutes Spiel gesehen. Wir können stolz sein auf unsere Fahne“, sagte Dardai: „Ich habe mich wohl gefühlt.“

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