Hantavirus: Wird Aalens Trainer abgelöst?

Kehrtwende beim VfR Aalen: Sportdirektor Schupp schließt plötzlich nicht mehr aus, einen Nachfolger für den erkrankten Trainer zu verpflichten.

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Ralph Hasenhüttl (l.) ist seit Wochen krank. Da Co-Trainer Michael Schiele keine Dauerlösung ist, scheint Aalen nun nach Alternativen zu suchen. Foto: Eibner

Vorige Woche noch gab es ein klares Bekenntnis vom Sportdirektor. Auf die Frage, ob bei einer längeren Fehlzeit von Fußballtrainer Ralph Hasenhüttl eine externe Lösung denkbar sei, antwortete der Sportdirektor: "Nein. Das wird es nicht geben." Jetzt, fünf Tage vor dem Saisonstart beim MSV Duisburg, hört sich das alles anders an. Schupp schließt einen Trainerwechsel beim Zweitliga-Aufsteiger plötzlich nicht mehr aus: "Wir müssen alles überdenken, es steht zu viel auf dem Spiel. Der Verein muss bei jeder Entscheidung an oberster Stelle stehen", sagte der VfR-Sportdirektor. "Kein Kommentar", sagten VfR-Präsident Berndt-Ulrich Scholz und Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Moser.

Dabei schien der Patient bereits auf dem Weg der Besserung. Beim Testspiel gegen Real Betis Sevilla (2:2) war der am Hantavirus erkrankte Ralph Hasenhüttl erstmals wieder in der Scholz-Arena. Er beobachtete das Spiel vom Stadionbalkon aus. Und er sprach hinterher fünf Minuten lang zur Mannschaft, die ihn seit dem Trainingslager in Leogang (Österreich) nicht mehr gesehen hatte.

Doch die Rückkehr ging nicht spurlos am 44-Jährigen vorüber, er erlitt einen erneuten Rückschlag. "Das war für ihn schon eine solche Anstrengung, dass es ihm danach wieder schlechter ging, er auch Fieber bekam", sagte Schupp. Und: "Ralph ist eigentlich ein Bär von einem Mann. Das ist deprimierend."

Die Trainersituation belaste laut Schupp auch das Team. "Ralph hat ein sehr enges Verhältnis zur Mannschaft gepflegt. Da ist es klar, dass es einige Spieler emotional mitnimmt", so der Sportdirektor, der seit vergangener Woche gemeinsam mit U-23-Coach Stefan Ruthenbeck Co-Trainer Michael Schiele bei der Arbeit mit der Mannschaft unterstützt. Dass sich Schupp und Ruthenbeck einmischen, ist eine Reaktion auf das peinliche 0:5 im Testspiel gegen den Regionalligisten SG Sonnenhof-Großaspach. "Das ging gar nicht. So etwas ist nicht zu akzeptieren und so etwas lassen wir uns auch nicht noch einmal bieten", wetterte der Sportdirektor nach der Blamage.

Ob und von wem Hasenhüttl beerbt werden könnte, drang gestern nicht nach außen. Auf der Ostalb machten aber sofort die ersten Namen die Runde. Peter Neuruhrer wurde ebenso genannt wie Lorenz-Günther Köstner und Klaus Augenthaler. Beste Chancen soll Marco Kurz haben. Der 43-Jährige trainierte bis März den 1. FC Kaiserslautern. Der musste zum Saisonende aus der Bundesliga absteigen - und gastiert am 10. August im ersten Heimspiel beim VfR Aalen.

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