Halbfinal-Einzug nur durch Topleistung der Neid-Elf gegen Les Bleues

Am Freitag sind die deutschen Fußballerinnen echt gefordert. Im WM-Viertelfinale (22 Uhr/ZDF) geht es gegen Frankreich. Die auf Europa-Ebene erfolgreichen Spielerinnen wollen endlich einen großen Titel feiern.

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  • Die Verteidigerin und langjährige Spielerin von Paris St. Germain, Annike Krahn (rechts), kennt die Französinnen bestens und gibt ihr Insiderwissen weiter. 1/2
    Die Verteidigerin und langjährige Spielerin von Paris St. Germain, Annike Krahn (rechts), kennt die Französinnen bestens und gibt ihr Insiderwissen weiter. Foto: 
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Es ist der bislang härteste Brocken für die deutschen Fußballerinnen beim Endrunden-Turnier in Kanada. Die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid trifft am Freitag (22 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) im WM-Viertelfinale auf Frankreich, ein Team, das im bisherigen Turnierverlauf mustergültig aufgetreten ist.

Als Vorrundenerster der Gruppe F schlug das Team von Trainer Philippe Bergeroo auch ohne Mühe Achtelfinalgegner Südkorea mit 3:0. Die Equipe Tricolore ist hochmotiviert, keine Frage, nicht nur ins Halbfinale einzuziehen, sondern auch erstmals Weltmeister zu werden. Der bislang größte Erfolg der französischen Frauen-Nationalmannschaft war Platz vier bei der WM 2011 in Deutschland. Die finanzstarken Topklubs Olympique Lyon und Paris St. Germain mischen schon einige Jahre in der europäischen Elite mit. Trotzdem reicht die Tradition und die Professionalität im Frauenfußball in Deutschland weiter zurück als bei der Grande Nation. Und die DFB-Elf sammelte als starke Turniermannschaft deutlich mehr Titel: Deutschland ist zweifacher Weltmeister (2003 und 2007) und kürte sich acht Mal als Europameister. Das weckt bei den Französinnen Neid-Gefühle. Den Top-Stars wie Laura Georges (30), Camille Abily (30) oder Louisa Necib (28) läuft zudem langsam die Zeit davon. Auch weil die nächste WM 2019 in Frankreich stattfinden wird, setzen Les Bleues alles daran, in Kanada bestmöglich abzuschneiden.

Aber diese Mission soll von den Deutschen durchkreuzt werden: "Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Aber das wird noch ein Stück schwerer als gegen Schweden", betont die deutsche Abwehrchefin und Frankreich-Expertin Annike Krahn. Dem Fachurteil der 29-Jährigen kann man aber vertrauen, denn drei Jahre lang spielte sie für Paris Saint-Germain. Nach der WM kehrt die Bochumerin in die Heimat zurück und spielt dann für Bayer Leverkusen. Erst vor zwei Tagen habe sie kurz Kontakt zu einigen französischen Spielerinnen gehabt, deren Stärken und Schwächen sie natürlich aus dem Effeff kennt. Viele aus dem Kader von Trainer Bergeroo spielten mit Krahn in Paris. Der Rest der Stammelf des Weltranglisten-Dritten besteht aus Spielerinnen von Olympique Lyon.

"Mit Marie-Laure Delie habe ich die letzten zwei Jahre zusammengespielt", erläutert Krahn, und warnt: "Sie ist sehr torgefährlich, geht gern in die Tiefe, legt aber auch mal einen Ball ab." Klar, dass die Innenverteidigerin im Vorfeld des Top-Duells nicht nur für Bundestrainerin ein willkommener Gesprächspartner ist, sondern auch Anlaufstelle für ihre Mitspielerinnen. Geheimnisse gibt es auf beiden Seiten ohnehin nicht. So steht Neids Matchplan: "Wir müssen von Anfang an Präsenz zeigen und mit Leidenschaft auftreten. Es wird entscheidend sein, dass wir Frankreich nicht ins Spiel kommen lassen", sagt die Trainerin. "Wenn sie ihr Kombinationsspiel aufziehen können, wird es ganz schwer." Die bisherigen WM-Partien haben es gezeigt: Auf ein sicheres Passspiel im Mittelfeld lassen die Französinnen brandgefährliche Steckbälle folgen - die eiskalt verwandelt werden. Deshalb heißt es für die Deutschen, ganz eng zu stehen: Mentale Stärke ist in "50:50-Spielen" (Krahn) mindestens genauso wichtig wie körperliche Präsenz. Auch Simone Laudehr weiß: "Wir müssen uns gar nicht an ihren Stil gewöhnen, weil wir unser Spiel machen wollen." Alexandra Popp sieht das genauso: "Wir müssen zeigen, dass wir die Chefs sind. Dann kann man sie packen."

Also: "Attackieren statt Eskortieren". "Es sind zwei gleich gute Mannschaften. Wir wollen ihnen keine Luft zum Atmen geben", versichert Lena Goeßling. Die deutschen Tugenden sind mal wieder gefragt, die Siegermentalität und Beharrlichkeit. Weil Saskia Bartusiak eine Gelbsperre abbrummt, bekommt Krahn Innenverteidigerin Babett Peter an ihre Seite.

Voraussichtliche Aufstellung:

Deutschland: - Angerer - Maier, Krahn, Peter, Kemme - Leupolz, Goeßling - Laudehr, Mittag, Popp - Sasic.

Frankreich: - Bouhaddi - Houara, Georges, Renard, Boulleau - Thomis, Henry, Abily, Necib - Delie, Le Sommer.

Schiedsrichterin: - Carol Anne Chenard (Kanada).

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