Gladbachs Lektion bei Manchester City

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Die Gladbacher um Trainer André Schubert (l) hatten in Manchester keine Chance. Foto: Guido Kirchner

Deutlicher geht es kaum. Pep Guardiola und Manchester City machten es den Mönchengladbacher Fußballern klar, dass sie in jedem der kommenden fünf Champions-League-Gruppenspiele nicht nur an, sondern wahrscheinlich immer über ihre Leistungsgrenzen gehen müssen.

Das 0:4 (0:2) beim Team des ehemaligen Bayern-Trainers ließ es offenkundig werden: Zu den Clubs, die auch im K.o.-Tableau der europäischen Königsklasse einmal die eine oder andere Runde überstehen, gehört der fünfmalige deutsche Meister noch nicht.

Manchester City "ist zwei oder drei Schritte weiter als wir", bemerkte Sportdirektor Max Eberl voller Respekt zur Arbeit, die bei den Citizens geleistet wurde und wird. "Das ist Champions League, das ist Niveau." Und dahin will Eberl auch kommen. Dafür indes brauchen er und Trainer André Schubert Zeit. Und die wird in der knallharten Fußballbranche, wo es fast nur noch auf den schnellen Erfolg ankommt, oft nicht gewährt.

Im Borussia-Park scheint das ein wenig anders zu sein. In den unverschuldeten Chaostagen von Manchester, wo ein schlimmes Unwetter die Verlegung des Spiels um 24 Stunden auf den Mittwochabend erforderlich gemacht hatte, erinnerte Eberl gern an die Zeiten zwischen dem Fast-Abstieg 2011 und heute. Der Weg auf dieser Strecke wurde in der Tat behutsam beschritten, bis es dann in der Vorsaison erstmals dazu kam, was Eberl als "Kirsche auf der Sahne" bezeichnet: die Champions-League-Teilnahme.

Und trotzdem plädiert Eberl bei allen Beteiligten dafür, am Wochenende, im Alltag der Bundesliga, "voller Demut" zu sein. Und auch gegen die vermeintlich Kleinen absolutes Top-Niveau abzurufen. Geschäftsführer Stephan Schippers will dabei niemanden unter Druck setzen und mit allen zusammen "weiter den Weg der kleinen und vor allem nachhaltigen Schritte gehen".

Deshalb war das 0:4 von Manchester durch die drei Tore des herausragenden Argentiniers Sergio Agüero (9., 28., 77. Minute) und den letzten Treffer durch den Nigerianer Kelechi Iheanacho (90.+1). zwar herbe, aber möglicherweise auch der erneute und willkommene Weckruf: Halt, wir sind noch nicht soweit.

Ergo war alles irgendwie normal an diesem Mittwochabend vor den nur 30 270 Zuschauern: Die Borussia verliert, Manchester ist auch dank Ilkay Gündogan obenauf - der erste Einsatz des deutschen Nationalspielers nach vier Monaten. Er war's zufrieden: "Wenn am Ende ein 4:0 für uns herausspringt, haben wir keinen Grund zu meckern", sagte der ehemalige Dortmunder, der für 25 Millionen Euro zu ManCity transferiert worden war.

Und Guardiola war gleichfalls happy: Nach vier nicht gewonnenen Bundesligaspielen mit seinen Bayern gegen die Borussia (1:1, 1:3, 0:2, 0:0) beendete der 45-Jährige mit dem 4:0 seine persönlich nicht so tolle Serie. "Ich weiß, wie wichtig dieses Spiel war. Die Fans wissen, dass wir für sie spielen. Das ist unser Job", so Guardiola. "Wir brauchen ihre Unterstützung in der Champions League, um die besten Mannschaften der Welt zu schlagen."

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