Genießen in der Königsklasse

Mutig und mit Spaß: Borussia Mönchengladbach muss sich in dem Gastspiel bei Manchester City, dem neuen Klub von Pep Guardiola, behaupten.

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Genießen ja, ergeben nein.  Borussia Mönchengladbach fürchtet selbst Manchester City nicht. Angreifer Raffael verspricht vor dem Duell in der Champions League: „Wir haben vor keiner Mannschaft Angst.“ Weiteren Mut macht Jupp Heynckes. Der 71-Jährige hat für seine einstige Mannschaft die Hoffnung, „dass sie in dieser Saison zur ganz großen internationalen Überraschung wird“, wie er in seiner Kolumne in dem Fachmagazin Kicker schreibt.

Gleich zum Auftakt der europäischen Königsklasse steht die Mannschaft von Borussen-Trainer Andre Schubert vor einer großen Herausforderung: Die Citizens von Kollege Pep Guardiola feierten zur Einstimmung einen 2:1-Sieg im Stadtderby gegen United, Gladbach verlor die Champions-League-Generalprobe beim SC Freiburg in der Bundesliga mit 1:3. „Wir wissen, dass wir es besser können“, sagt Mittelfeldspieler Christoph Kramer. „Das Spiel in Manchester wird völlig anders.“

Vielleicht kommen Manchester City und Guardiola gerade zur rechten Zeit: Als der Katalane die Münchner Bayern trainierte, konnte er gegen die Borussen in den vergangenen beiden Spielzeiten nicht einmal gewinnen. Sorgen die Gladbacher nun also auch für eine Überraschung im Nordwesten Englands?

Nicht zur Verfügung steht Patrick Herrmann wegen eines Muskelfaserrisses. Alle anderen sind bereit für die Partie im Stadion von Manchester (Dienstag, 20.45 Uhr/Sky). „Das ist ein Highlight, das wir genießen wollen“, sagte Sportdirektor Max Eberl und versuchte sich als Muntermacher nach der ernüchternden Niederlage in Freiburg. Die Gruppe mit Manchester, dem FC Barcelona und Celtic Glasgow ist für Eberl ein „Traum“ und „überragend“.

Für Gladbachs Gegner ist die Champions League ein Pflichtprogramm, der Titel das Ziel. In der vergangenen Saison war die Mannschaft unter dem damaligen Trainer Manuel Pellegrini im Halbfinale an dem späteren Champion Real Madrid gescheitert. Für die Gladbacher, die in der vergangenen Saison zum ersten Mal nach 37 Jahren wieder in der höchsten europäischen Liga mitwirken durften, bleibt die Königsklasse vorerst ein Zauberwort.

So sind die Gegensätze. Die Citizens sind Tabellenführer der Premier League nach vier Erfolgen in vier Spielen. Mut zusprechen muss sich Manchester City auch nicht. „Wie wir trainieren, wie wir spielen – das gibt mir jede Menge Selbstvertrauen“, sagte Guardiola. Der viermalige Landesmeister investierte vor der Premierensaison des Startrainers viele Transfer-Millionen – unter anderem in den Ex-Schalker Leroy Sané (48 Millionen Euro) oder den früheren Dortmunder Ilkay Gündogan (25 Millionen Euro).

Bereits in der vergangenen Saison spielte Manchester in der Gruppenphase gegen die Borussen. Die Engländer gewannen beide Partien, 4:2 zu Hause und 2:1 in Gladbach. In der vergangenen Spielzeit erzielte die Borussia in der Königsklasse laut Geschäftsführer Stephan Schippers Einnahmen von 25 Millionen Euro. Dennoch bleibt die Bundesliga laut Schippers „das Kerngeschäft und das Fundament“.

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