Gegen Portugal im Halbfinale

Heute reisen die DFB-Junioren nach Olmütz. Im Halbfinale der U-21-EM tags darauf gegen Portugal ist erneut eine kompakte Mannschaftsleistung gefordert. Mit einem Kommentar von Thomas Gotthardt: Lahm für Rio? Muss nicht sein.

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Torhüter Marc-André ter Stegen tut alles für das Finale.  Foto: 

Mit breiter Brust, aber großem Respekt vor der Spielstärke Portugals gehen die deutschen U-21-Fußballer in das morgige EM-Halbfinale. "Man kann schon sagen, dass das ein vorgezogenes Endspiel ist. Portugal spielt taktisch klug, besonders William Carvalho hat eine enorme Präsenz auf dem Platz", sagte Leonardo Bittencourt (Hannover 96). Auch Torhüter Marc-André ter Stegen warnte vor der Partie Olmütz (18 Uhr/ARD) vor den Iberern. "Wir wissen, dass Portugal ein schwieriger Gegner wird. Jeder muss an seine Grenzen gehen. Wir werden alles dafür tun, ins Finale zu kommen", sagte der Champions-League-Sieger aus Barcelona.

Respekt hat die Mannschaft vor allem vor Offensivspieler Bernardo Silva und dem Sechser Carvalho. Gestern wurde das Team mit Videos auf die beiden Stars vorbereitet. "Carvalho hat eine überragende Technik, ein überragendes Tempodribbling. Er kann den entscheidenden Pass spielen", sagte Co-Trainer Thomas Nörenberg über den 23-Jährigen von Sporting Lissabon.

Portugal sei insgesamt "eine technisch immens starke Mannschaft mit individuell hoher Qualität, gerade im Offensivbereich", sagte der Assistent von DFB-Trainer Horst Hrubesch: "Da kommt ein Brocken auf uns zu." Ziel sei es allerdings, Tempo und Spiel selber zu kontrollieren: "Die Portugiesen werden sich hoffentlich nach uns richten."

Weiter geht auch die Diskussion, ob zwei Alt-Weltmeister im deutschen Olympia-Team stehen sollen. Zunächst reagierte Horst Hrubesch mit Humor: "Da könnte ich ja auch noch mitspielen." Vorstellen könne er sich prinzipiell alles, meinte Hrubesch, der im kommenden Jahr drei ältere Spieler mit nach Brasilien nehmen darf.

Und doch scheint die Rio-Rückkehr der WM-Stars Philipp Lahm und Per Mertesacker ein " Wunschtraum" zu bleiben. Arsenal-Kapitän Mertesacker selbst erteilte den Plänen beinahe schon eine Absage. Von Lahm war nichts zu hören. Hrubesch beendete die Diskussion mit dem Verweis auf seine Spieler, die dem DFB-Team erstmals seit 1988 die Olympia-Qualifikation beschert hatten. Er wolle die Spieler fragen, die das Ziel erreicht haben, sagte der 64-Jährige.

Kommentar von Thomas Gotthardt: Lahm für Rio? Muss nicht sein

Für Dankbarkeit ist im professionellen Sport kein Platz. Deshalb ist es völlig absurd, wenn Verantwortliche des DFB auch nur kurz daran denken, einen Philipp Lahm oder Per Mertesacker für die U-21-Nationalelf zu reaktivieren und ihnen dadurch die Chance zu geben, einmal bei den Olympischen Spielen (2016) teilzunehmen.

Die U 21 wird in Rio dabei sein. Einige, die jetzt im Kader stehen, sind dann zu alt. Aber genau die sollten den Vorzug bekommen vor Stars wie Lahm, um das zu Ende zu bringen, was sie bei der aktuellen EM in Tschechien begonnen haben. Bekommt der "Nachwuchs" keine Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, dann fehlt etwas in der Ausbildung. Das kann doch niemand wollen.

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