Frings' „kleine Gruppe Ausgeschlossener“

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Torsten Frings will in Darmstadt ein echtes Team formen. Foto: Pascu Mendez

Die Erleichterung über sein geglücktes Cheftrainer-Debüt war Torsten Frings deutlich anzumerken.

„Es hat Spaß gemacht. Dass wir jetzt gewonnen haben, macht Hunger auf mehr“, sagte der neue Coach des SV Darmstadt 98 nach dem 1:0 (0:0)-Testspielsieg im spanischen San Pedro del Pintar gegen den Drittligisten Preußen Münster.

Erstes Spiel, erster Sieg für den Trainer-Novizen beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga - so kann es weitergehen. Dies passt hervorragend in das Positiv-Konzept des früheren Nationalspielers. Auffällig ist, dass der 40-Jährige konsequent alles Negative ausklammert.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel“, behauptete Frings nach dem Match gegen den Drittligisten. „Wir hatten nur fünf Minuten Probleme, ansonsten hatten wir das Spiel im Griff. Wir hatten sehr viele Chancen und hätten höher gewinnen können.“ Ganz so war es nicht. Der Drittligist war in der zweiten Halbzeit klar besser und hatte mehr Chancen.

Doch Frings scheint darauf bedacht, seine Spieler beim krassen Außenseiter im Kampf gegen den Abstieg aus der Bundesliga stark reden zu wollen. „Wir fühlen uns wie eine kleine Gruppe Ausgeschlossener. Denn wir sind die einzigen, die noch an uns glauben. Das schweißt zusammen“, sagte Frings.

Während Preußen-Trainer Benno Möhlmann an der Seitenlinie eine Schimpftirade nach der anderen losließ, baute Frings sein Team permanent auf. Der vorherige Co-Trainer von Werder Bremen lief auf und ab und brüllte sich die Seele aus dem Leib - stets lobend. „Ich versuche, meine Mannschaft zu unterstützen und zu pushen“, sagte Frings zu seiner Art, sein Team zu führen.

Es wird schwer für Frings in Darmstadt. Nur acht Punkte hat der Tabellenletzte, genau so viele fehlen den Hessen nach 16 Spielen auf einen Nicht-Abstiegsplatz. „Das ist eine unglaubliche Aufgabe, die wir hier haben“, bekannte der frühere Mittelfeldspieler.

Frings setzt dabei auf Kampf, Einsatz und viel Leidenschaft, was er an der Seitenlinie konsequent vorlebt. „Mir ist einfach wichtig, dass sie jedes Spiel angehen, als wenn es ihr letztes ist. Der Einsatz und das Herz müssen immer stimmen, das ist unsere Stärke. Ohne das haben wir keine Chance“, sagte Frings.

Auf ihn prasselt im Trainingslager derzeit viel ein. Der Nachfolger des beurlaubten Norbert Meier muss bei den Lilien auch Aufgaben als Sportdirektor wahrnehmen. „Ich bin echt froh, wenn ich abends im Bett liege und die Augen mal für ein paar Stunden zumachen kann. Wenn ich morgens aufwache, habe ich schon wieder 100 Anrufe auf dem Handy. Momentan habe ich echt viel Arbeit“, sagte Frings, dessen neuer Co-Trainer Björn Müller, der vom DFB kam, am Dienstag die Arbeit aufnahm. „Ich bin froh, dass er endlich da ist.“

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