Fratze des Schreckens

Kein Präsident, noch kein neuer Trainer und  der Gang in die Hölle.  Krisenklub VfB Stuttgart ist heute Gast bei den „Roten Teufeln“ in Kaiserslautern.

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  • Der bisherige Co-Trainer Olaf Janßen sowie die Jugend-Coaches Andreas Hinkel und Heiko Gerber (v. l.) tragen heute beim VfB Verantwortung. 1/3
    Der bisherige Co-Trainer Olaf Janßen sowie die Jugend-Coaches Andreas Hinkel und Heiko Gerber (v. l.) tragen heute beim VfB Verantwortung. Foto: 
  • Heiko Gerber. 2/3
    Heiko Gerber. Foto: 
  • Andreas Hinkel. 3/3
    Andreas Hinkel. Foto: 
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In welchen Spiegel die Fußballer, Funktionäre und Fans des Zweitligisten VfB Stuttgart derzeit auch schauen: Immer blickt ihnen eine Fratze entgegen, die ihnen Angst und Schrecken einjagt.

Am vergangenen Wochenende trat der taumelnde Zweitligist gegen den kleinen Nachbarn 1. FC Heidenheim an. Der macht so ziemlich alles anders als der große VfB. Der FCH kommt seit neun Jahren mit ein- und demselben Trainer, Frank Schmidt aus. In dieser Zeit entwickelte er sich langsam, aber kontinuierlich nach oben. Und zwar, weil der Verein einen klaren Plan hat.

Anders als der einstige Schwaben-Stolz VfB, dem trotz deutlich größerer Man-Power seit der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2007 nichts mehr so recht gelingen mag und der nach der Aufgabe von Jos Luhukay seither 13 Trainer verschlissen hat.  Von dieser Warte aus betrachtet war das Resultat vor einer Woche fast schon logisch. Mit dem 2:1 nahm der Emporkömmling die drei Punkte mit auf die Ostalb.

Heute (13 Uhr) muss der Trainer- und Präsidenten-lose VfB beim 1. FC Kaiserslautern antreten. Die Pfälzer können als Spiegelbild dafür dienen, was den Stuttgartern nun auch blühen kann.  2012 stieg der deutsche Meister von 1998 in die zweite Liga ab. Seither hat sich der 1. FCK immer wieder personell neu aufgestellt. Die Trainer Franco Foda, Oliver Schäfer, Kosta Runjaic und Konrad Fünfstück kamen und gingen, doch die mehrmals angepeilte Rückkehr in die Bundesliga misslang. Im April trat der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz. Doch Besserung trat nicht ein, im Gegenteil. Momentan sind die Roten Teufel in der Tabelle ganz hinten. Ähnlich mies ist die Lage derzeit auch bei anderen Traditionsvereinen, beim 1. FC Nürnberg, beim Karlsruher SC und beim FC St. Pauli.

„Viel darf nicht mehr passieren, dass wir nicht auch in diesem Teufelskreis landen“, hatte VfB-Präsidentschaftskandidat Wolfgang Dietrich vor dem Südwest-Duell gesagt – noch bevor er von Luhukays Rücktritt überrascht worden war.

In Kaiserslautern und möglicherweise auch im Heimspiel am Dienstag gegen Tabellenführer Eintracht Braunschweig soll nun ein Interims-Trio die Talfahrt stoppen. Große Erfahrung als Trainer und Krisen-Manager haben Olaf Janßen, Andreas Hinkel und Heiko Gerber nicht.   Der Krefelder Janßen (wird demnächst 50 Jahre)  ist erst zu Beginn der Saison mit Luhukay als Co-Trainer zu den Schwaben gekommen, die ehemaligen Profis Hinkel und Gerber sind in der Jugendarbeit des VfB tätig, in der es in den letzten Jahren ebenfalls kriselte. Die beiden ehemaligen Nationalspieler kennen immerhin die Stuttgarter Empfindlichkeiten und wissen, wie der VfB tickt.

Die wichtigste Aufgabe indessen obliegt Jan Schindelmeiser,  erst seit wenigen Wochen  Nachfolger von Robin Dutt als neuer Sportvorstand. An ihm hat sich der resignierte Luhukay aufgerieben.  Schindelmeiser muss nun innerhalb weniger Tage die offene Trainerfrage lösen.

Markus Gisdol gilt nach wie vor als Kandidat Nummer eins. Er hat schon bei 1899 Hoffenheim mit Schindelmeiser zusammengearbeitet, kennt sich allerdings in der 2. Bundesliga nicht so gut aus. Zweitliga-Kenntnisse jedoch waren zuletzt ein wichtiges Anforderungsprofil, das auch den Ausschlag zugunsten Luhukays gegeben hatte. Dieses Kriterium erfüllen auch Thomas Schaaf (zuletzt Eintracht  Frankfurt) oder Stefan Effenberg (SC Paderborn), die jedoch nicht in Betracht kommen. Anders als André Breitenbreiter, er ist neben Gisdol eine ernsthafte Option. Mit dem SC Paderborn schaffte Breitenreiter den Durchmarsch in die Bundesliga.

Mit der Trainersuche ist es für Schindelmeiser aber noch nicht getan. Er muss ein Nachwuchs- und Scoutingkonzept entwickeln, die Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft vorantreiben.  Und einen Präsidenten hat der Klub auch noch nicht. Auch auf diesem Posten haben sich in jüngster Vergangenheit einige verhoben.

Kevin Kuranyi träumt von Rückkehr

Angebot Der ehemalige Nationalspieler Kevin Kuranyi würde gerne noch mal für den VfB Stuttgart spielen. „Das wäre schon ein Traum, aber ich möchte mich da nicht selber ins Gespräch bringen. Sich irgendwo anzubiedern, ist nicht meine Art“, sagte der derzeit vereinslose Stürmer in einem Interview von „11freunde.de“. „Sollte es aber so sein, dass der Verein ein bisschen Erfahrung braucht, dann stehe ich bereit.“ Kuranyi spielte in der vergangenen Bundesliga-Saison bei der TSG 1899 Hoffenheim, erzielte dort aber bei 14 Einsätzen kein Tor. Derzeit hält sich der 34-Jährige  beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers fit. Zu einem Zweitligisten würde er „definitiv“ gehen, sagte er. „Bei einem Drittliga-Angebot müsste ich nachdenken. Aber wenn es passt –  warum nicht?“

Kevin Kuranyi träumt von Rückkehr

Angebot Der ehemalige Nationalspieler Kevin Kuranyi würde gerne noch mal für den VfB Stuttgart spielen. „Das wäre schon ein Traum, aber ich möchte mich da nicht selber ins Gespräch bringen. Sich irgendwo anzubiedern, ist nicht meine Art“, sagte der derzeit vereinslose Stürmer in einem Interview von „11freunde.de“. „Sollte es aber so sein, dass der Verein ein bisschen Erfahrung braucht, dann stehe ich bereit.“ Kuranyi spielte in der vergangenen Bundesliga-Saison bei der TSG 1899 Hoffenheim, erzielte dort aber bei 14 Einsätzen kein Tor. Derzeit hält sich der 34-Jährige  beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers fit. Zu einem Zweitligisten würde er „definitiv“ gehen, sagte er. „Bei einem Drittliga-Angebot müsste ich nachdenken. Aber wenn es passt –  warum nicht?“

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