Frankreichs Junioren eine Nummer zu groß

Alles Daumendrücken der WM-Helden war vergebens: Die U-17-Junioren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) haben die Krönung einer fast perfekten EM verpasst.

|
Odsonne Edouard (Mitte) hat mit seinem Dreierpack gegen Deutschland die französische Junioren-Auswahl zum EM-Titel geschossen.  Foto: 

Nach vier Siegen in vier Turnierspielen ohne Gegentor unterlag das Team von Trainer Christian Wück im Finale Frankreich mit 1:4 (0:1). Die ersten Gegentore waren gleich entscheidende, sie kosteten die deutsche Auswahl einen vierten EM-Triumph in dieser Altersklasse.

Den Treffern des überragenden Odsonne Edouard (40./47./70.) von Paris Saint Germain hatten die deutschen Junioren in Burgas nur das zwischenzeitliche 1:2 durch Erdinc Karakas (50.) entgegenzusetzen. Gökhan Gül (beide VfL Bochum) unterlief zudem in der dritten Minute der Nachspielzeit ein Eigentor.

Die A-Prominenz des deutschen Fußballs fieberte im Lasur-Stadion oder vor dem TV mit. Verbandspräsident Wolfgang Niersbach war nach Bulgarien gereist, aus der Heimat hatten unter anderem Weltmeister Mario Götze und Bundestrainer Joachim Löw gegrüßt - der sagte: "Ich traue dem Team diesen Titel ohne Weiteres zu."

Die Devise war eindeutig: Die zuvor unbezwungene Abwehr stabil halten, zugleich frisch nach vorne spielen - oder, wie Halbfinal-Siegtorschütze Janni Serra es formulierte: "Unbedingt den Pott holen!" Das gestaltete sich gegen pfeilschnelle und technisch starke Franzosen allerdings extrem schwierig: In den ersten 20 Minuten zischten die Bälle nur so an Constantin Frommanns Tor vorbei. In der 25. Minute musste der Freiburger im Eins-gegen-eins gegen Reine Adelaide retten. Kurz darauf wäre auf der anderen Seite Luca Zidane, Sohn von Zinedine Zidane und Held des Halbfinal-Elfmeterschießens gegen Belgien, bei einem Fernschuss Eggesteins fast geschlagen gewesen. Zidane war danach ein Unsicherheitsfaktor im Spiel der Franzosen, er ermöglichte auch nach dem Doppelschlag von Edouard mit einem krassen Fehler den deutschen Treffer. Die DFB-Abwehr wiederum war vor den Gegentreffern nicht konsequent genug.

Wie üblich war das Endspiel wieder ein Schaulaufen der Supertalente vor Scouts aus aller Welt. Deutsche Titelgewinner waren einst die späteren Weltmeister Bodo Illgner, Stefan Reuter, Mario Götze und Shkodran Mustafi.

Bei der WM in Chile im Oktober könnte der deutsche Nachwuchs Historisches für den Juniorenbereich leisten: Ein Titelgewinn steht bislang noch nicht zu Buche.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Sicherheit: Sonderkommission jagt Einbrecher

Die Polizei beiderseits der Donau verstärkt ihren Kampf gegen Wohnungseinbrüche. Das Präsidium in Kempten hat jetzt eine Sonderkommission dauerhaft eingerichtet. weiter lesen