1. FC Heidenheim heute im DFB-Pokal gegen Gladbach

Heidenheim.  DFB-Pokalfieber beim Fußball-Drittligisten 1. FC Heidenheim. Das gilt besonders für Nico Frommer. Der Stürmer kennt den Gegner Borussia Mönchengladbach aus eigener Zeit vor zwölf Jahren am Bökelberg.

Nico Frommer ist vor dem heutigen Zweitrundenspiel des 1. FC Heidenheim im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach (Liveticker ab 19 Uhr) in aller Munde. Erst im Verlauf der Saison direkt aus dem Trainingscamp für arbeitslose Profi-Kicker der Spielergewerkschaft VDV verpflichtet, sorgte der 33-Jährige mit vier Treffern in seinen bisherigen vier Heidenheimer Drittliga-Partien für gehöriges Aufsehen. Und für jede Menge Respekt in den gegnerischen Abwehrreihen.

Frommer bemüht den Vergleich mit seinem Kumpel aus Juniorenzeiten beim SSV Ulm 1846, Sascha Rösler. "Er war auch ohne Verein - und inzwischen ist er bei Fortuna Düsseldorf einer der gefragtesten Spieler der zweiten Liga. Solche Geschichten gibt es eben im Fußball", betont Frommer. Auch Rösler hat übrigens eine Vergangenheit beim Pokalgegner Borussia Mönchengladbach, wurde dort aber sechs Monate nach dem Bundesliga-Aufstieg 2008 aussortiert.

Nico Frommer war in der Spielzeit 1999/2000 vom VfB Stuttgart an den damaligen Zweitligisten vom Niederrhein ausgeliehen gewesen. "Ich hatte dort ein schönes Jahr und habe viel gelernt", erinnert er sich. Er hat in der Fohlenelf mit dem heutigen Sportdirektor Max Eberl und Torwarttrainer Uwe Kamps noch zusammen das Trikot getragen. Trainer war damals Kultfigur Hans Meyer.

"Ich war ein Hitzkopf. Er hat versucht, mich zurecht zu biegen. Es war eine sehr lehrreiche Zeit", erinnert sich Frommer. In der damaligen Spielzeit kam es übrigens auch zum Duell mit seinem heutigen Heidenheimer Trainer Frank Schmidt, der als Spieler von Alemannia Aachen den Bökelberg mit 2:1 gestürmt hatte. Kontakte bestehen inzwischen nicht mehr zu Mitstreitern aus gemeinsamen Tagen am Bökelberg. Trotzdem ist Nico Frommer natürlich heiß auf das Duell mit dem Ex-Klub, der in der Saisonvorbereitung ein Freundschaftsspiel in Heidenheim 3:1 gewonnen hat. "Wir wollen das Spiel zu einem Fest machen und auch eine Runde weiterkommen", betont er.

Für den Torjäger ist es quasi eine Fügung des Schicksals, dass er bei dem Aufeinandertreffen mit Borussia Mönchengladbach überhaupt wieder richtig im Fußball-Rampenlicht steht. Seine auf drei Monate begrenzte Aufenthaltsdauer im VDV-Trainingscamp unter Trainer Christian Wück war gerade abgelaufen, als das Verletzungspech im Offensivbereich beim 1. FC Heidenheim Einzug gehalten hatte.

Zudem waren die Ostälbler von zwei Drittliga-Niederlagen hintereinander gefrustet. "Ich habe bei Frank Schmidt angefragt, ob ich mich beim FCH weiter fithalten könnte. Er hat mir dann gesagt, dass er kein Freund von solchen Dingen ist. Die Situation in Heidenheim hat dann aber zu einer schnellen Vertragseinigung geführt. Das war eine glückliche Fügung", berichtet Frommer, in der vergangenen Saison noch beim Regionalligisten RB Leipzig am Ball.

Die Vereinbarung ist stark leistungsbezogen und gilt zunächst einmal bis Ende der Saison. Weiterführende Gedanken hat sich die neue zweibeinige Heidenheimer Torgarantie noch nicht gemacht. "Ich bin froh, dass ich wieder an einem normalen Mannschaftstraining teilnehmen und spielen kann", fügt Frommer hinzu. Dank seiner Treffsicherheit belegen die Heidenheimer derzeit Relegationsplatz drei in der Drittliga-Tabelle. Aber heute ist nicht Alltag, heute ist die Kür. Frommer will natürlich auch im DFB-Pokal sein Scherflein zu einer erneuten Pokalsensation nach dem Heidenheimer 2:1 in der ersten Runde gegen Werder Bremen beitragen.

Damals war der gebürtige Ulmer Frommer, der auch acht Bundesliga-Einsätze für den VfB Stuttgart bestritten hat, noch nicht in Heidenheim. Seinerzeit versetzte Marc Schnatterer den Drittligisten mit seinem Siegtor in einen Freudentaumel. Doch Schnatterer ist noch immer verletzt.

Somit wird Nico Frommer heute wahrscheinlich mit dem zweiten ehemaligen Mönchengladbacher auf Heidenheimer Seite, Andreas Spann, das Sturmduo bilden. "Unsere Vorfreude auf die Partie ist riesig. Wir haben sicher eine größere Chance als 1:99", gibt sich Trainer Schmidt optimistisch.

Geschäftsführer Holger Sanwald spricht sogar vom größten Spiel der Heidenheimer Vereinsgeschichte. Vielleicht wird es auch ein unvergessliches - dann nämlich, wenn Nico Frommer seine Torjägerqualitäten auch gegen den ehemaligen Arbeitgeber aus Mönchengladbach abrufen kann.

Liveticker: Das ab 19 Uhr online verfolgen...


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Autor: DETLEF GRONINGER | 25.10.2011

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