FC Bayern :"Wir wollen alle fünf Titel"

Hupkonzert, ohrenbetäubende Gesänge: Die Spieler des FC Bayern schliefen nur schwer ein. Ganz Marrakesch feierte den sensationellen Einzug von Raja Casablanca ins Finale der Klub-WM gegen die Münchner.

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Der Jubel in Casablanca über den Einzug ins Finale war grenzenlos - auf dem Rasen und in den Straßen.  Foto: 

"Schau mir in die Augen, Kleines." Seit dem schwarz-weißen Filmklassiker von anno 1942 mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart ist Casablanca nicht mehr so berühmt gewesen wie seit vorgestern durch einen sensationellen Fußballsieg.

Raja Casablanca besiegte in Marrakesch im Halbfinale der Klub-WM den hohen brasilianischen Favoriten Clube Atlético Mineiro aus Belo Horizonte mit 3:1 und ist als krasser Außenseiter nun am Samstag (20.30 Uhr MEZ in der ARD) Gegner des FC Bayern im Endspiel.

"So wie die Marokkaner gespielt haben, war der Sieg keine Überraschung und total verdient", sagte der Münchner Trainer Pep Guardiola, der das Duell im mit 41 000 Zuschauern ausverkauften Grand Stade miterlebt hatte. Die Bayern-Kicker hatten derweil in ihrer Luxus-Herberge "Four Seasons" mit dem begeisterten Hotelpersonal in einem TV-Saal die Demütigung des Südamerika-Champions, seines Superstars Ronaldinho (33) und die maßlose Enttäuschung der 10 000 mitgereisten Fans verfolgt.

"Die Marokkaner sind laufstark, spielen taktisch klug, sehr diszipliniert, wenn auch technisch nicht so brillant wie sonst afrikanische Teams", sagte Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge. Casablanca durfte nur als Meister des Gastgeberlandes teilnehmen, ist also keiner der sechs Champions-League-Sieger aus den Kontinental-Verbänden. Raja hatte 2000 bei der ersten Klub-WM in Rio de Janeiro teilgenommen (Letzter) und ist nach TP Mazembe erst der zweite afrikanische Klub, der das Endspiel erreicht hat. Die Kongolesen verloren 2010 gegen Inter Mailand mit 0:3.

Der FC Bayern sei zu stabil, sagte Rummenigge, die Mannschaft charakterlich zu stark, um sich - ohne überheblich zu sein - vom Außenseiter vor dessen Publikum so überraschen zu lassen wie der Sieger der Copa Libertadores. "Wir wollen zum Jahresende alle fünf Titel abgeräumt haben", sagte Rummenigge und überlegte, wie man analog denn einen fünffachen Triumph (Deutsche Meisterschaft, Champions League, DFB-Pokal unter Jupp Heynckes, Uefa-Supercup mit Guardiola) auf einen Nenner bringt: "Quintle vielleicht?"

Mit alter Freistoßkunst hatte Ronaldinho im Halbfinale versucht, das Blatt zu wenden. Der Superstar mit dem signifikanten Kopftuch, das seine Pferdeschwanzfrisur bündeln soll, hatte wie einst den Ball an den Innenpfosten zum 1:1 (63.) nach Iajouers Konterführung (51.) gezirkelt. Ein Elfmeter-Foul des schwerfälligen Innenverteidigers Réver (1,91 Meter, 89 Kilo) am Torschützen führte durch Rajas Kapitän Mohsine Moutaouali (84.) zur Vorentscheidung, ehe Vivian Mabide in der Nachspielzeit das ganze Königreich von Rabat und Marrakesch bis Casablanca in einen Freudentaumel versetzte.

Die Spieler des FC Bayern hatten frei. Wer wollte, konnte mit zwei Fremdenführern die Sehenswürdigkeiten der Palmen-Perle mit ihren prächtigen Königsbauten besichtigen, von der Winston Churchill in einem Brief einmal geschrieben haben soll: "Marrakesch ist der schönste Flecken auf der Erde."

Das Freistoß-Spray ist reif für Brasilien
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