Drews Baustellen: Mentalität, Offensivspiel, Zusammenhalt

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Hatte nur vor dem Spiel gegen Holstein Kiel Grund zu lachen: Aues neuer Trainer Hannes Drews. Foto: Andreas Gebert  Foto: 

Aue (dpa) – Erzgebirge Aue musste erstmals nach drei Partien in der 2. Fußball-Bundesliga eine Niederlage hinnehmen. Und das ausgerechnet beim Heimdebüt des neuen Trainers Hannes Drews. Gegen Holstein Kiel, Drews Ex-Verein, gingen die Sachsen mit 0:3 unter.

Der Coach ist nun gefordert, muss die Mannschaft bis zum Auswärtsspiel am Dienstag beim 1. FC Kaiserslautern wieder in die Spur bringen. Das sind seine vier Baustellen.

MENTALITÄT: „Wir haben alles vermissen lassen, was wir in Ingolstadt gut gemacht haben. Wir haben, glaube ich, in der ersten Halbzeit keinen Zweikampf gewonnen. So kannst du in der 2. Liga nicht gewinnen“, wurde Torjäger Dimitrij Nazarov deutlich. Zwar kann Aue durchaus ansehnlich Fußball spielen, doch es geht nicht ohne die einfachen Tugenden wie Intensität, Zweikampfstärke und Mentalität. „Fünf bis zehn Prozent“ hätten am Freitagabend gefehlt, meinte Trainer Hannes Drews. Das muss in Kaiserslautern anders werden.

FOKUSSIERUNG: Nach der erfolgreichen Phase mit sieben Punkte aus drei Spielen wirkten die Spieler des FCE gegen Kiel gehemmt. Es schien so, als glaubten die Auer, auch mit weniger Aufwand den Höhenflug fortsetzen zu können. Ein Trugschluss. Für Aue wird es nur um den Klassenerhalt gehen. Dafür sind die sieben Punkte aus sechs Spiele ok. Mehr aber auch nicht. „Es ist ein Warnschuss. Jeder weiß, dass wir wieder mit diesen Tugenden rangehen müssen“, war Trainer Drews vor, dass die Niederlage zu Beginn der Englischen Woche kam. Die kommenden Gegner Kaiserslautern (auswärts) und Sandhausen (zu Hause) sind Teams, die vermutlich ebenfalls im Abstiegskampf landen werden. Gegner, gegen die Aue punkten muss.

OFFENSIVSPIEL: Ein Kopfball von Innenverteidiger Fabian Kalig in der 37. Minute, der an den Pfosten ging – das war's an Chancen der Auer. Die Sachsen blieben auch in der zweiten Halbzeit, als sie besser ins Spiel kamen, viel zu harmlos, um die starke Kieler Defensive in Verlegenheit zu bringen. Es fehlte an Kreativität und an Bewegung ohne Ball. Viel zu oft fand der Ball führende Auer keine Anspielstation.

ZUSAMMENHALT: Bei den Auern bahnt sich ein Streit zwischen dem harten Kern der Fanszene und der Vereinsführung an. Immer wieder hatte es gebrodelt, beim vergangenen Heimspiel rief die Gruppe „Erzbrigade“ zum Stimmungsboykott auf. In der Tat blieb es im Lößnitztal ruhiger, vor allem da der Vorsänger stumm blieb. Präsident Helge Leonhardt hat Gespräche angekündigt. Eine solch unnötige Baustelle kann sich der Verein nicht erlauben. Hier wird auch Trainer Drews gefragt sein. Seine Kumpel und Vor-Vorgänger Domenico Tedesco war genau das gelungen: Alle mit ins Boot holen und auf das gemeinsame Ziel einschwören und mitnehmen.

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