Der VfB kriegt gerade noch die Kurve

Der VfB Stuttgart zittert sich gegen Cottbus ins Elfmeterschießen und verhindert nur knapp ein Erstrunden-Aus im DFB-Pokal. Den Gastgebern verhilft auch der „Geist von 1997“ nicht zur erhofften Sensation.

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Ron-Robert Zieler (links) musste häufig, wie hier gegen Marcelo de Freitas Costa, viel riskieren. Der VfB-Torwart verhinderte mehrfach den möglichen Rückstand.  Foto: 

Die erleichterten Profis des VfB Stuttgart stürmten nach dem Elfer-Krimi zu Torwart Ron-Robert Zieler, die Fans von Energie Cottbus feierten trotz des bitteren Pokal-Aus ihr Team. Der Bundesliga-Aufsteiger hat erst spät eine kräftige Pokal-Blamage verhindert und Regionalligist FC Energie Cottbus die Revanche für das Finale von 1997 verdorben. 7365 Tage nach dem gewonnenen Endspielduell mit den Lausitzern drehte der lange verunsicherte Bundesliga-Aufsteiger die Erstrunden-Partie und feierte ein schmeichelhaftes 4:3 (2:2, 0:2) im Elfmeterschießen.

Als Abschluss von turbulenten VfB-Wochen mit dem Rauswurf von Jan Schindelmeiser erlebte der neue Stuttgarter Sportdirektor Michael Reschke doch noch ein gelungenes Debüt auf der Tribüne. „Was für ein Einstand. Ich bin sehr zufrieden, dass wir weitergekommen sind“, sagte Zieler. „Aber uns ist bewusst, dass wir nicht mit allen Teilen des Spiels zufrieden sein können.“

Die Cottbuser Fabio Viteritti (5. Minute) und Maximilian Zimmer (28.) mit einem Traum-Freistoß überwanden Zieler im VfB-Tor und sorgten für die schnelle Führung. Vor 17 516 Zuschauern im Stadion der Freundschaft brachten jedoch Josip Brekalo (49.) und José Matuwila (77.) per Eigentor die Wende. „Man muss Cottbus ein Riesenkompliment machen. Am Ende waren wir die Glücklicheren“, sagte VfB-Stürmer Simon Terodde. Die Schwaben vermieden dank zweier verschossener Elfmeter von Cottbus einen Auftakt-K.o. wie zuletzt 2014, Energie wartet seit 2013 auf den Sprung in die zweite Runde.

Die Mannschaft von Coach Claus-Dieter Wollitz legte frech los. Mit schnellen Kontern setzte Energie die Stuttgarter früh unter Druck, angesichts zahlreicher Personalprobleme präsentierte sich der Favorit ungeordnet. Mit einem Querpass im eigenen Strafraum legte Dzenis Burnic die Führung für Cottbus auf, Viteritti brauchte nur noch einzuschieben.

Vor allem die linke VfB-Abwehrseite hatte Energie als Schwachpunkt ausgemacht. Nicht nur die beiden verletzten Außenverteidiger Emiliano Insua und Ailton fehlten VfB-Coach Hannes Wolf, auch die Neuzugänge Holger Badstuber (gesperrt) und Dennis Aogo standen noch nicht zur Verfügung. Der ebenfalls im Sommer geholte Zieler gab anstelle des bisherigen Stammkeepers Mitch Langerak seine Pflichtspiel-Premiere – war jedoch beim Freistoß von Zimmer unter die Latte zum 2:0 machtlos.

Nach der Pause trat der VfB zielstrebiger auf, der schnelle Lohn: Nach feinem Solo über die linke Seite zirkelte Brekalo den Ball aus 17 Metern ins lange Eck. Energie war der hohe Kraftaufwand langsam anzumerken, immer weiter zog sich der Außenseiter zurück. Zunächst lenkte Matuwila den Ball unglücklich ins eigene Netz, auf der anderen Seite rettete Zieler in höchster Not gegen Mamba (87.). Auch in der Verlängerung steckte Cottbus nicht auf, Marc Stein traf per Kopf die Oberkante der Latte. Stuttgart hatte dann jedoch im Elfmeterschießen das glücklichere Ende des Pokal-Krimis für sich.

Wieder Magdeburg, wieder Christian Beck: Der FC Augsburg ist zum zweiten Mal nach 2014 in der ersten Runde des DFB-Pokals am nordostdeutschen Drittligisten 1. FC Magdeburg gescheitert. Wie vor drei Jahren war Topstürmer Beck (87.) der Schütze des ersten Tores. Tobias Schwede nutzte in der Nachspielzeit einen Pfostenabpraller zum 2:0-Erfolg. 21 641 Zuschauer sahen eine über weite Strecken überlegene Gastgeber-Mannschaft, die es aber versäumte, besonders in der ersten Halbzeit die klaren Chancen zu verwerten. In der Nacht vor dem Spiel war der FCA-Teambus vor dem Hotel offenbar von Magdeburger Anhängern beschmiert worden. Die Polizei ermittelt. dpa

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