Da wackelte der Teambus

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben das Triple geholt. Nach dem Sieg im Finale der Champions League gegen Olympique Lyon haben es die Niedersächsinnen in London richtig krachen lassen.

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Jubelgala um den Henkelpokal: Die Frauen des VfL Wolfsburg feiern ihren Champions-League-Coup. Foto: afp

Auf dem Weg zum Club "The roof gardens" wackelte der Teambus bereits bedenklich, bei der Sieger-Party im Londoner Stadtteil Kensington wurde dann auch der Henkelpokal bis in den Freitagmorgen als größter Trinkbecher der Welt missbraucht. Nachdem die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg den Traum vom Triple wahr gemacht hatten, ließen es die "Königinnen von Europa" richtig krachen. Der Kater, den sich die "Wölfinnen" im Anschluss an das 1:0 (0:0) im Finale der Champions League gegen Olympique Lyon redlich verdient hatten, war aber schon bei der Shopping-Tour gestern Nachmittag wieder vergessen.

Die Freude über den größten Erfolg der Klubgeschichte war den Spielerinnen, die erst nach dem Besuch des Männerfinals zwischen Bayern München und Borussia Dortmund nach Hause reisen werden, auch beim Bummeln in den Straßen von London noch ins Gesicht geschrieben.

"Besser hätte es nicht laufen können. Alle drei Titel zu holen, das ist grandios. Wir können alle sehr stolz sein", sagte Siegtorschützin Martina Müller, die mit ihrem verwandelten Handelfmeter (74.) vor 20 000 Zuschauern an der Stamford Bridge den unerwarteten Triumph für den deutschen Meister und Pokalsieger perfekt gemacht hatte.

Das Lob für den VfL, der den französischen Titelverteidigerinnen die erste Niederlage nach 118 Spielen ohne Niederlage beibrachte, kam anschließend von höchster Stelle. "Nach Meisterschaft und Pokalsieg hat das Team mit dem Triple seine großartige Saison gekrönt. Der Titel ist ein weiterer Beleg für den internationalen Stellenwert des deutschen Frauenfußballs", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Auf weniger als zwei Millionen Euro wird der Etat der Wolfsburger Frauen, für deren Erfolg natürlich auch das Engagement des Volkswagen-Konzerns mitverantwortlich ist, geschätzt. Dafür kann das in dieser Saison wieder so enttäuschende Männer-Team des VfL kaum das Gehalt eines einzigen durchschnittlichen Spielers bestreiten. Vergleiche dieser Art gefallen Geschäftsführer Thomas Röttgermann nicht. Doch auch er fügt an: "Diese Mannschaft hat unglaublich viel erreicht, wofür wir beim VfL Wolfsburg alle stehen wollen: Leidenschaft, Zusammengehörigkeit, Erfolg."

Auch Bundestrainerin Silvia Neid würdigte den Erfolg der Wolfsburgerinnen, die als zweite deutsche Mannschaft nach dem 1. FFC Frankfurt (2002 und 2008) das Triple geholt haben. "Der Champions-League-Sieg ist die Krönung einer bemerkenswerten Saison des VfL ", so Neid: "Wer es schafft, gegen ein internationales Topteam wie Lyon zu bestehen, der verdient höchste Anerkennung. Mein Respekt gilt auch Trainer Ralf Kellermann."

Diese Spitzenposition möchten die Wolfsburgerinnen so schnell nicht wieder abgeben. "Wir wollen an diese Erfolge anknüpfen und weitere Titel holen. Wir sind alle gewillt und werden alles dafür geben - denn wir sind auf den Geschmack gekommen", sagte Spielführerin Nadine Keßler. Genießen können die Damen am Sonntag den Empfang und die Feier im Wolfsburger Rathaus. Den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt haben sie sich mehr als verdient.

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